Von Bänkli zu Bänkli wandern

Über 50 Ruhebänkli rund um Mogelsberg wurden von sogenannten Bänkli-Paten saniert und für Wanderer wieder hergerichtet. Die Paten haben sich für den ersten Bänklitag am 1. Juni einiges einfallen lassen.

Urs M. Hemm
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Stefan Hochreutener, Präsident des Verkehrsvereins Mogelsberg und OK-Mitglied Bänklitag (sitzend), und OK-Präsident Bruno Vogt. (Bilder: Urs M. Hemm)

Stefan Hochreutener, Präsident des Verkehrsvereins Mogelsberg und OK-Mitglied Bänklitag (sitzend), und OK-Präsident Bruno Vogt. (Bilder: Urs M. Hemm)

MOGELSBERG. Dass die Gegend rund um Mogelsberg für Wanderungen und Spaziergänge attraktiv ist, habe sich am Nationalen Wandertag, der 2011 im Neckertal durchgeführt wurde, gezeigt, sagt Stefan Hochreutener, Präsident des Verkehrsvereins Mogelsberg. Zu schönen Wanderwegen gehören aber gepflegte Sitzbänke, um sich auszuruhen und die schöne Aussicht geniessen zu können. In den vergangenen Monaten wurden diese Bänkli rund um Mogelsberg von sogenannten Bänkli-Paten saniert und für Wanderer wieder hergerichtet. Am Bänklitag können Wanderer oder OL-Läufer die Bänkli besuchen und im Rahmen eines Wettbewerbs das schönste Ruhebänkli küren.

Patenschaft für fünf Jahre

Anfangs sei es nur darum gegangen, ein Inventar aller Ruhebänkli im Gebiet des Verkehrsvereins Mogelsberg zu erstellen, sagt Bruno Vogt, OK-Präsident des Bänklitages. «Dabei mussten wir feststellen, dass viele in einem desolaten Zustand waren. Teils waren sie von Büschen zugewachsen, teils waren die Bretter nahezu verrottet.» Zwar wurden an zahlreichen Bänkli noch die Plaketten der damaligen Stifter gefunden, doch mit dem Stiftungsakt war keine weitere Verpflichtung verbunden.

Um alle Bänkli selbst wieder in Ordnung zu bringen, fehlten dem Verkehrsverein die personellen Ressourcen, denn es waren über 50 Bänkli, die es wieder herzustellen galt. «So entstand die Idee mit den Bänkli-Patenschaften, mit der die Paten die Verantwortung für ihr Bänkli für fünf Jahre übernehmen», erläutert Vogt. Bis heute wurden für fast alle Ruhebänkli Patenschaften übernommen, und die Gotten und Göttis haben viel Phantasie und Arbeit in die Renovierung ihrer Sitzbänke gesteckt.

Empfang der Paten

«Mit dem Bänklitag wollen wir nun die Resultate der Anstrengungen der Paten für die Verschönerung ihrer Bänkli zeigen, mit einem Wettbewerb besonders gelungene Leistungen honorieren», sagt Bruno Vogt.

Um den Wanderern und OL-Läufern etwas Besonderes bieten zu können, werden diese an zahlreichen Bänkli von den jeweiligen Paten persönlich in Empfang genommen. «Bei der Gestaltung ihrer Bänkli wie auch ihres Angebots für den 1. Juni haben wir den Paten freie Hand gelassen», sagt Bruno Vogt. Voraussetzung sei lediglich gewesen, dass es für die Sanierungsvorhaben keine Baubewilligung braucht, fügt er an. Bis jetzt hätten sich 25 Paten – zu denen Private, Firmen, Gruppen und Vereine zählen – gemeldet, die ihr Bänkli am 1. Juni betreuen.

«Neben kulinarischen Angeboten bieten beispielsweise die Paten der Bänkli beim Atemschutzhüsli in der Nähe des ehemaligen Altersheims die Besichtigung des Hüsli an. Bei der Bank an der Sonnmatt 9 in Mogelsberg gibt es Gelegenheit zum Denken, Sinnieren oder zum Plaudern.» Speziell werde auch die Sitzbank auf der Wilkethöchi sein. «Der Rotary-Club Neckertal als Pate hat es im Gedenken an Hans Bütikofer gestaltet», sagt Vogt.

Für OL-Läufer und Wanderer

Wanderer und OL-Läufer können die Bänkli mit Noten zwischen eins und sieben bewerten. «Vorgabe für die Bewertung gibt es keine. So kann die Benotung abhängig sein von der Originalität des Bänkli, von der Lage oder vom Empfang, den die Paten ihren Besuchern bieten», erläutert Bruno Vogt. Die Bewertung solle auch ein wenig Ansporn für die Paten sein, sich regelmässig um ihre Sitzbänke zu kümmern. «Denn wir planen, den Bänklitag alljährlich zu wiederholen, um so den Paten immer wieder aufs Neue die Gelegenheit zu geben, als Paten des schönsten Bänkli ausgezeichnet zu werden.»

Die Orientierungsläufer starten beim Lokal des Verkehrsvereins am Dorfplatz in Mogelsberg. «Die Teilnehmer können sich dort ab neun Uhr registrieren lassen und erhalten die Karte, auf der die Standorte aller Bänkli eingezeichnet sind, sowie eine Laufkarte», sagt Stefan Hochreutener. Die Bänkli weisen abhängig von der Distanz zum Dorfplatz und der Geländebeschaffenheit verschieden hohe Punktzahlen auf. Die Endsumme der angelaufenen Bänkli ergibt schliesslich die Rangierung. Bei Gruppen zählt der Durchschnitt.

«Die Laufzeit ist für Einzelteilnehmer auf drei, für Gruppen auf eine Stunde beschränkt. Gestartet werden kann zwischen zehn und dreizehn Uhr, womit der späteste Zieleinlauf auf sechzehn Uhr festgelegt ist», erläutert Hochreutener. Wanderer können individuell starten. Zielort für alle Teilnehmer ist das Blockhaus Mogelsberg. «Ab elf Uhr wird es dort eine Festwirtschaft geben, nach dem Mittag, ab 14.30 Uhr, musikalische Unterhaltung.» Die Rangverkündigung für die Orientierungsläufer findet um 17.30 Uhr statt.

Mogelsberger Bänklitag: 1. Juni, ab 9 Uhr (Verschiebedatum: 15. Juni). Informationen: www.mogelsberg.ch

Teilweise sollen die Ruhebänke zum Nachdenken anregen. (Bild: pd)

Teilweise sollen die Ruhebänke zum Nachdenken anregen. (Bild: pd)