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Vom Weltmeister zum Coach

Vor etwas mehr als einem Jahr hat Prisco Egli aus Jonschwil die Goldmedaille an den World Skills, der WM der Berufe, geholt. Nun ist er zurück im Arbeitsalltag und sammelt Erfahrungen als Experte der nächsten Schweizer Schreinertalente.
Der Weltmeister ist in den Arbeitsalltag zurückgekehrt. In der Werkstatt der Schreinerei Egli AG zeigt Prisco Egli seine Goldmedaille. (Bild: pd)

Der Weltmeister ist in den Arbeitsalltag zurückgekehrt. In der Werkstatt der Schreinerei Egli AG zeigt Prisco Egli seine Goldmedaille. (Bild: pd)

JONSCHWIL. Niederstetten im Kanton St. Gallen: Die kleine Ortschaft zwischen Wil und Uzwil besteht aus ein paar Strassen und einigen Dutzend Wohn- und Bauernhäusern. In einem ehemaligen Bauernhof arbeitet nun auch Prisco Egli. Die Firma seines Vaters und Arbeitgebers, die Schreinerei Egli AG, ist kürzlich hierher gezogen. «Wir haben den alten Hof umgebaut und sind uns gerade am Einrichten», sagt Egli. Wo früher Kühe gemolken wurden und Heu lagerte, stehen nun in frisch renovierten Räumlichkeiten Schreinermaschinen, Werkbänke und Werkzeugkisten. Und es riecht nicht mehr nach Kuhmist, sondern nach Sägemehl. Hier legt sich Weltmeister Prisco Egli als Bau- und Möbelschreiner ins Zeug, rackert von 7 Uhr morgens bis 17 Uhr abends, oder auch länger. «Um den Umzug möglichst schnell abzuschliessen, haben wir in letzter Zeit auch samstags gearbeitet», erzählt Egli. Da musste die Freizeit hinten anstehen.

Erinnerung an WM sehr präsent

Seit Eglis WM-Triumph in der Kategorie «Massivholzschreiner» ist mittlerweile ein Jahr vergangen. Trotzdem sind ihm die Erinnerungen an die World Skills in Leipzig noch sehr präsent. Kurzerhand holt er vom Dachstock der Schreinerei den Holzrahmen, den er an der WM als Wettkampfaufgabe schreinern musste. «Schwierig anzufertigen waren die runden Verstrebungen, die mussten genau stimmen», erklärt Egli. Mittlerweile habe sich das Volumen des Holzes etwas verändert, weshalb Ritzen entstanden seien. «Ich werde dieses und das andere Wettkampfmöbel, einen Dreitritt, behalten. Sie sind ganz besondere Erinnerungsstücke.»

WM-Erfahrung hilft bei Arbeit

Überhaupt konnte Egli aus Leipzig vieles mitnehmen: Erfahrungen und Erlebnisse, die ihn auch heute noch freuen und bisweilen im Arbeitsalltag zugutekommen. Allerdings sei der Wiedereintritt in den Arbeitsalltag schon eine Umstellung gewesen. Denn vor der WM konzentrierte sich der Ostschweizer monatelang aufs Training. Und nach der WM ging es zuerst einmal in die Ferien und anschliessend in die 21wöchige Rekrutenschule. So wurde es Frühjahr 2014, bis Egli wieder in den Berufsalltag zurückkehrte. Doch dabei profitierte er von seinen Erfahrungen, die er rund um die WM-Teilnahme sammeln konnte. «Stehe ich vor einer schwierigen handwerklichen Aufgabe, weiss ich: Es muss eine Lösung geben», so der Jungschreiner. Zudem könne er seit der WM, wo er das Ausführen der Aufgaben jeweils auf die Minute genau planen musste, die Zeit besser einschätzen. «Andererseits haben wir an der WM mit ganz anderen Werkzeugen gearbeitet, als dies im Berufsalltag der Fall ist», sagt Egli und verweist auf die grossen Maschinen, die bei seinem Arbeitgeber stehen.

Der WM-Sieg des Jonschwilers macht sich gut in seinem beruflichen Lebenslauf. «Ich weiss aber noch nicht, welchen Schritt ich als nächstes unternehmen werde. Auf jeden Fall ist es mein Ziel, mich weiterzubilden, vielleicht an einer Fachhochschule», so Egli. Von einigen Schulen sei er nach seinem WM-Triumph auch schon dahingehend kontaktiert worden. Der Gewinn der WM-Goldmedaille habe seine Zukunftsplanung aber nicht beeinflusst. Anderweitige Auswirkungen hatte der Triumph hingegen schon. «Das Interesse der Medien war vor allem unmittelbar nach der WM sehr gross. Ich konnte mich aber schon vorher daran gewöhnen, als die Zeitungen über die nationalen Schreiner-Meisterschaften berichteten», erzählt Egli.

Erfahrungen weitergeben

Seine Erfahrungen und Tips gibt der Weltmeister an die Mitglieder der aktuellen Schreiner- Nationalmannschaft weiter. «Das ist gar nicht so einfach. Am meisten lernen die Schreinertalente dazu, wenn sie ihre eigenen Erfahrungen sammeln», erklärt Egli. Dennoch schätzt er es, als Experte und Coach die Nationalmannschaft zu begleiten. Dort konnte er auch die Leistungen von Mirco Signer, dem St. Galler Schreinerlehrling in der Auswahl, bewerten. «Seine Chancen sind intakt», meint Egli. Signer hat denn auch die bisherigen Trainingswettkämpfe der Nationalmannschaft allesamt gewonnen. «Wir freuen uns sehr, dass wieder ein St. Galler Schreinertalent in der Nationalmannschaft vertreten ist – und erst noch so erfolgreich trainiert», sagt Martin Hälg, Verbandssekretär des Schreinerverbands Kanton St. Gallen (VSSM SG). «Nun geht es für die Schreinertalente darum, mit viel Willen und Bereitschaft ihr Ziel hartnäckig zu verfolgen», erklärt er. (pd)

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