Vom Schicksal des Flawiler Container-Huhns

Es war in aller Munde, präsent auf sämtlichen Onlineportalen der Boulevardmedien und in den Schlagzeilen der Tageszeitungen: das Schicksal des Huhns, das lebendig im Kadavercontainer der Abwasserreinigungsanlage Oberglatt entsorgt worden ist. Und es löste eine Welle des Mitgefühls aus.

Andrea Häusler
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Es war in aller Munde, präsent auf sämtlichen Onlineportalen der Boulevardmedien und in den Schlagzeilen der Tageszeitungen: das Schicksal des Huhns, das lebendig im Kadavercontainer der Abwasserreinigungsanlage Oberglatt entsorgt worden ist. Und es löste eine Welle des Mitgefühls aus. Die Reaktionen waren gewaltig, sagt Flawils Informationsbeauftragter Roman Weibel im Rückblick auf vergangene Woche, spricht von Kommentaren und mehreren Telefonanrufen. «Da waren auch Menschen, die das Tier bei sich aufnehmen wollten.»

Einschläfern und aufpäppeln

Nur, das Huhn im Bild ist tot. Seit langem schon. Die publizierte Aufnahme sei nicht neu, gibt Weibel unumwunden zu. Und ARA-Betriebsleiter Walter Hörler ergänzt: «Wir fotografieren nicht jeden solchen Zwischenfall.» Tatsache sei jedoch, dass seit Jahren mehrmals pro Jahr Hühner lebend aus dem Container genommen würden. Das Vorgehen sei dann stets das gleiche. «Der Tierarzt wird avisiert und tötet diese fachgerecht.» Vermittelt würden die Tiere nicht, sagt er, räumt aber ein, dass es schon vorgekommen sei, dass ein Mitarbeiter Hühner bei sich aufgenommen und «aufgepäppelt» habe.

Hundebesitzer eruiert

Tot ist auch der Hund, der jüngst lebend im Container der Tierkörpersammelstelle abgelegt worden war. «Er musste vom Veterinär aufgrund seines Zustands notfallmässig eingeschläfert werden», weiss Walter Hörler. Im Beisein der Polizei, die den Besitzer eruiert habe.

Das Flawiler Container-Huhn hat schockiert, aufgerüttelt. Roman Weibel verbindet damit die Hoffnung, dass Tierbesitzer künftig noch sensibler darauf achten, dass in der Sammelstelle Kadaver abgegeben werden, nicht sterbende Lebewesen.