Das Restaurant Steinbock kriegt einen neuen Wirt - und im «Park» gehen die Lichter aus

«Ich habe stets gehofft, dass sich eine Tür öffnet», sagt Qashif Ismaili, der am 28. Januar letztmals hinter dem Tresen des Restaurants Park stehen wird. Die Hoffnung hat sich erfüllt: Ismaili wechselt in den «Steinbock».

Andrea Häusler
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Zufriedene Gesichter hinter dem Tresen des Restaurants Steinbock: Hanife Ismaili, Roman Britt und Qashif Ismaili (von links). (Bild: Andrea Häusler)

Zufriedene Gesichter hinter dem Tresen des Restaurants Steinbock: Hanife Ismaili, Roman Britt und Qashif Ismaili (von links). (Bild: Andrea Häusler)

Es ist eine Win-Win-Situation. Die Übernahme des «Steinbock» ermöglicht Hanife und Qashif Ismaili eine fast nahtlose Fortsetzung der gastronomischen Tätigkeit in Flawil. Und Roman Britt kann sich gelassen in den Ruhestand zurückziehen, wissend, in wessen Hände er seinen Gastwirtschaftsbetrieb gibt. Wobei er anfänglich schon gezögert habe, wie er einräumt. «Ich bin halt kein Mann der raschen Entscheide.» Verständlich ist der «Steinbock» doch eng mit Roman Britts Biografie verknüpft.

Hier hatte schon sein Grossvater gewirtet, dann sein Vater. «Seit fast 55 Jahren ist das Restaurant in Familienbesitz», sagt er und erinnert an die Zeit, als nebst der Gaststätte noch ein Taxiunternehmen, ein Getränkehandel, eine Tankstelle und eine Brückenwaage betrieben worden waren. Roman Britt selber hatte den Betrieb an der St. Gallerstrasse 24 am 1. Januar 1987 übernommen. Reich sei er in den 32 Jahren nicht geworden, sagt er schmunzelnd. Aber er habe gut gelebt.

Angebote von ausserhalb abgelehnt

Gut zu leben, das hat sich auch Qashif Ismaili vorgenommen. Obwohl er dem Reichtum nicht per se abgeneigt wäre. Jedenfalls füllt Tochter Melina während des Gesprächs eifrig Lottozettel aus – auf Papas Kosten. Die Mädchen sind denn auch mit ein Grund dafür, dass Qashif Ismaili sogleich nach der Kündigung des Mietvertrags im Park klar gemacht hatte, dass für ihn nur ein Nachfolgebetrieb auf dem Platz Flawil in Frage käme. Die Familie fühlt sich hier zuhause. Das bekräftigt Ehefrau Hanife, die starke Frau hinter dem engagierten Gastronomen. «Wir kennen hier so viele Leute. Nein, von Flawil wegzuziehen war für uns nie ein Thema», sagt sie, die seit einigen Jahren nebst dem Service, Einkauf, der Buchhaltung und Administration sowie dem Personal auch die Küche im Park verantwortet und ergänzt: «Deshalb haben wir auch alle Angebote von ausserhalb gelegenen Betrieben abgelehnt.»

«Steinbock» soll «Steinbock» bleiben

 Am 13. Januar sind zehn Jahre vergangen, seit die Ismailis vom Bündnerland über St. Gallen nach Flawil gezogen sind und das Restaurant Park zu dem gemacht haben, was es heute ist. Gefeiert wird das Jubiläum nicht, aber der Abschied.

Die Verträge sind unterzeichnet. Am 18. März wird Roman Britt letztmals die «Steinbock»-Gaststube öffnen und seine Gäste und langjährigen Wegbegleiter bewirten. Gedanken der Wehmut schiebt er noch weit von sich. Das fällt ihm umso leichter, als die Ismailis im «Steinbock» kaum Veränderungen planen. Nicht nur das Inventar soll bleiben. Auch die etablierten «Stammtische» treffen sich weiterhin hier, neue, wie jener der FDP kommen hinzu und «Vrenis Jassen» wie die auch der Philatelistenverein behalten ihr Gastrecht.

Und im «Park»? Dort gehen die Lichter am 28. Januar aus. Bis dahin soll klar sein, welche Mitarbeitenden Hanife und Qashif Ismaili begleiten werden und wie sich das «Steinbock»-Personal entschieden hat. Einer wird mit Sicherheit bleiben, wenn auch nicht im Betrieb, so doch im Haus: Roman Britt.