Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Vom Open Air in die Open-Stube

Open Air ist Regen, ist Schlamm und dennoch schön. Man kennt die gängigen Klischees: Am OpenAir St. Gallen regnet es. Am Bergrennen Hemberg regnet es. An der Jodlerstobete im Föhrewäldli regnet es. Und seit fünf Jahren regnet es auch am Open Air Fuchsacker.
Michael Hug
Drinnen wurde es dann schön gemütlich: Abendrot, Tanz und Pigeons on the Gate im Säli auf dem Fuchsacker. (Bild: Michael Hug)

Drinnen wurde es dann schön gemütlich: Abendrot, Tanz und Pigeons on the Gate im Säli auf dem Fuchsacker. (Bild: Michael Hug)

Open Air ist Regen, ist Schlamm und dennoch schön. Man kennt die gängigen Klischees: Am OpenAir St. Gallen regnet es. Am Bergrennen Hemberg regnet es. An der Jodlerstobete im Föhrewäldli regnet es. Und seit fünf Jahren regnet es auch am Open Air Fuchsacker. Klischees stimmen meist nur zum Teil, und dennoch ist etwas Wahres dran, sonst gäbe es sie ja nicht. Doch zurück zum Open Air Fuchsacker. Hat es je ein nicht verregnetes gegeben? Ja doch, protestieren die Kulturpünktler, es war auch schon schönes Wetter, man erinnere sich nur an eines der ersten, als «Little Green» spielte, das «Guinness» in Strömen floss und der Säntis in der Abendsonne glühte.

Die Abendsonne glühte

Auch am Freitag glühte die Abendsonne. Den frisch gefallenen Schnee am Säntis konnte sie jedoch nicht zum Schmelzen bringen. Dafür tauchte sie das Säli des Restaurants Fuchsacker in romantisches Rot. Und es wurde drinnen viel stimmungsvoller und gemütlicher als draussen auf der Terrasse, wo es zwar trocken, aber kühl und schattig war. Rechtzeitig hatte die Crew des Vereins Kulturpunkt umdisponiert und das Konzert der «Pigeons on the Gate», das eigentlich hätte draussen – eben open air – stattfinden sollen, nach drinnen in die gute Stube verlegt. Steaks vom Grill und Salate vom Buffet konnten die Open-Air-, Kulturpunkt- und Pigeons-Fans noch draussen geniessen. Doch dann wurde es auf der Terrasse trotz abendrotem Säntis zu kühl.

In Irland musiziert man drinnen

Man könnte nun hingehen und sich eines weiteren gängigen Klischees bedienen: In Irland herrscht auch ständig der Nebel, regnet es meistens und wird's auch nie recht warm. Stimmt natürlich nicht. «Wir hatten ein bisschen Bedenken, heute draussen spielen zu müssen, doch man beruhigte uns, das Konzert finde drinnen statt», sagte Lajescha Dubler, Sängerin und Flötistin der Irish-Folk-Band «Pigeons on the Gate». Einmal im Jahr im Freien zu spielen – am Irish Folk-Open-Air in Ennetbüel – reiche ihnen vollkommen. In Irland musiziere man schliesslich auch vor allem drinnen, und da am liebsten in den Pubs. Sagt's und mischt sich mit ihrer Band mitten unters Publikum im Säli.

Von Dubler zu O'Dubler

Doch eines ist kein Klischee, sondern schlicht Tatsache: Eine Irish-Folk-Band muss nicht unbedingt aus Irland kommen. Die vier Musiker und die Sängerin stammen aus der Region Winterthur West und spielen schon seit sechs Jahren zusammen. Aus Liebe zur Grünen Insel haben Lajescha Dubler und ihr Mann, Sänger und Gitarrist, ein «O» vor ihren Nachnamen gesetzt. Roger O'Dubler – das tönt doch schon ganz irisch. Auch die Musik tönt ganz irisch, bisweilen recht rockig auch, auf jeden Fall zum Mitsingen oder Mitklatschen, auch zum Mittanzen. Ihre Authentizität holt sich die Band, verrät Lajescha O'Dubler, bei ihren häufigen Besuchen auf der irischen Insel in deren Pubs. Und da habe ein Pub-Wirt, so ist es überliefert, einst gesagt: «Ich schäme mich dafür, dass uns Schweizer zeigen, wie Irish Folk geht.»

In der guten warmen Stube

Spät am Abend waren der Regen des Tages, der letzten Wochen und der zu Optimismus verleitende Sonnenuntergang längst vergessen. In der guten warmen Stube des «Fuchsackers» liessen ausgelassene Fröhlichkeit und Tanz den altehrwürdigen Riemenboden beben und sogar das zweite bestimmende Thema der letzten Tage – nebst dem Wetter – König Fussball vergessen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.