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Vom Gleis geschleudert

Er ist stets auf der Suche, forscht, recherchiert, sammelt: Der Flawiler Anton Heer. Vorzugsweise an den Gleisen. Jetzt hat er einen Beitrag über die Geschichte der Bühler-Werkbahn publiziert.
Andrea Häusler
Bahnhofstrasse 1927: Unter dem Hochbordwagen der Deutschen Reichsbahn ist das Wrack des «Breuer-Lokomotor» zu sehen. Wäre der Traktorführer nicht abgesprungen, hätte er kaum überlebt. (Bild: Archiv Vereinigung für Kulturgut Uzwil)

Bahnhofstrasse 1927: Unter dem Hochbordwagen der Deutschen Reichsbahn ist das Wrack des «Breuer-Lokomotor» zu sehen. Wäre der Traktorführer nicht abgesprungen, hätte er kaum überlebt. (Bild: Archiv Vereinigung für Kulturgut Uzwil)

FLAWIL/UZWIL. Erschienen ist Heers Beitrag im aktuellen Heft «Semaphor», einer Fachzeitschrift, die sich der helvetischen Bahnhistorie – primär den Klassikern der Eisenbahngeschichte – verschrieben hat und seit Ende 2005 fünfmal jährlich erscheint. Auf neun mit Plan- und Fotomaterial illustrierten Seiten berichtet er über die Vorgeschichte, die Jungfernfahrt und den jahrzehntelangen Betrieb des Uzwiler «Bühlerbähnlis». Trouvaillen aus dem Archiv der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur (SLM), aus Kehrichtkübeln sowie Recherchen in Archiven machen die Geschichte nochmals erlebbar.

14 000 Tonnen Material

Die Güterströme im Jahre 1900 zwischen dem Bahnhof und der damaligen «Maschinenfabrik und Giesserei Gebr. Bühler» – immerhin 14 000 Tonnen Zu- und 6000 Tonnen Abfuhr – machen nachvollziehbar, dass damals schon nach einer Alternative zu den Pferdefuhrwerken gesucht worden war. Dennoch dauerte es über ein Vierteljahrhundert, bis das Bühler Anschlussgleis 1927 in Betrieb genommen und eine Dampflokomotive auf Probefahrt geschickt werden konnte. Grund hierfür waren weniger die hohen Investitionskosten als die topographische Lage und damit verbundenen technischen Probleme, liegt das Bühler-Areal doch wesentlich tiefer als der SBB-Bahnhof Uzwil.

Bremsen versagt

Einen grösseren Abschnitt widmet Anton Heer dem Unfall vom 1. September 1927. Dabei zitiert er aus der NZZ: «Am Donnerstagabend etwa um 5 Uhr ereignete sich auf dem seit etwa zwei Monaten in Betrieb befindlichen Industriegleise der Firma Bühler in Uzwil ein Unglücksfall, der böse Folgen hätte zeitigen können. Als vom Bahnhof Uzwil her zwei beladene Güterwagen mit einem kleinen Benzinmotorwagen (Breuer-Lokomotive) zur Fabrik hinuntergefahren werden sollten, versagten die Bremsen.» Kurz vor dem Einbiegen in die Bahnhofstrasse beim «Schöntal» sprang dann der Wagen, laut Beschreibung, aus den Gleisen, riss die Strasse auf und kam in einer Gartenmauer zum Stillstand. Verletzt wurde niemand. Heer ergänzt die Berichterstattung mit einem Augenzeugenbericht.

Auch den unspektakulären Betriebsjahren danach vermochte der Autor einige überraschende Episoden zuzuweisen und er liefert der Leserschaft einiges Datenmaterial. Beispielsweise ist die Zufahrt vom SBB-Bahnhof zum Firmengelände im Laufe der Zeit unverändert geblieben: die Länge beträgt immer noch 1,3km, die grösste Steigung 55‰ und der kleinste Kurvenradius 90m.

Anton Heer Elektroingenieur/Publizist, Flawil (Bild: Andrea Häusler)

Anton Heer Elektroingenieur/Publizist, Flawil (Bild: Andrea Häusler)

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