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Vom eigenen Wachstum gefordert: Wiler Firma möchte Firmengebäude erweitern

Die Gebrüder Egli Maschinen AG ist in der Entwicklung von Bagger-Anbaugeräten sehr erfolgreich. Die Firma expandiert stetig – und hofft nun, dass ihr Standort in Rossrüti erweitert werden kann.
Nicola Ryser

Am Krebsbach in Rossrüti, gleich neben der Konstanzerstrasse sollen zwei Bauten realisiert werden. Zumindest ist der Baubeginn für 2020 eingeplant. Einerseits ist da das Kompetenzzentrum für Demenzerkrankte, konstituiert und finanziert von der Thurvita AG, anderseits die Erweiterung des Standorts der Gebrüder Egli Maschinen AG, konzipiert auf der Parzelle hinter dem Firmengebäude.

Insbesondere das auf Bagger-Anbaugeräte spezialisierte Familienunternehmen muss weitere Büroräume und Lager schaffen, um dem Platzmangel, der aus dem starken Firmenwachstum der vergangenen Jahre entstanden ist, entgegenzuwirken. Käme der Anbau nicht zustande, würde es für das Unternehmen Engpässe geben, die nur schwer lösbar wären.

Vom lokalen Pneuhaus zum nationalen Revolutionär

Dabei hat die Gebrüder Egli Maschinen AG 2017 gerade sein 25-Jahr-Jubiläum zelebriert, mit rund 60 Mitarbeitenden. Die Zahl ist steigend. Heidi Egli, HR-Leiterin und Mitglied der Geschäftsleitung der Firma, sagt:

«Aktuell können wir pro Jahr fast 10 neue Stellen schaffen. Zu unserem 30-Jahr-Jubiläum rechnen wir bereits mit rund 90 Angestellten. Wir platzen aus allen Nähten.»

Heidi Egli, HR-Leiterin (Bild: PD)

Heidi Egli,
HR-Leiterin (Bild: PD)

Das Wachstum gehe mit dem Erfolg des Unternehmens einher, die Gebrüder Egli Maschinen AG ist im Bereich Bagger-Anbaugeräte auf dem nationalen wie internationalen Markt stark vertreten. Gegründet wurde das Unternehmen aber mit einem anderen Schwerpunkt.

1992 sind die Brüder Roland und Urs Egli in der Käserei in Rossrüti eingezogen mit dem Ziel, ein Pneuhaus zu eröffnen. Schnell richtete sich jedoch der Fokus der beiden gelehrten Landmaschinenmechaniker auf den Maschinenhandel. «Zwei Jahre nach der Gründung der Firma haben wir begonnen, Maschinen für Kompostierungen zu importieren», erinnert sich Roland Egli, «also kleine Gartenhäcksler für private Leute.»

Da der Qualitätsanspruch in der Schweiz hoch sei, habe man zudem angefangen, im kleinen Rahmen selber Maschinen zu entwickeln. «So haben wir uns bereits ein erstes Händlernetz landesweit aufgebaut.» Mit dem Aufkommen der Biogasanlagen haben die Gebrüder Egli ihr Angebot angepasst, zu einem späteren Zeitpunkt seien sie auch bei Beschneiungsanlagen – «ein boomendes Geschäft» – eingestiegen, erzählt Roland Egli.

Roland Egli, Inhaber Egli Maschinen AG (Bild: PD)

Roland Egli,
Inhaber Egli Maschinen AG (Bild: PD)

Das Geschäft mit den Maschinen lief vielversprechend, 2003 wurde die Halle an der Konstanzerstrasse erneuert. Die grosse Revolution folgte jedoch ein Jahr später mit dem importieren Schnellwechselsystem OilQuick aus Schweden: «Durch dieses Tool konnte man mit dem Bagger nicht mehr nur graben, sondern plötzlich auch sieben, verdichten oder sortieren und innert Sekunden zwischen Hydraulikhammer, Betonschere oder Magnet wechseln.» Das Unternehmen übernahm die Vertretung der OilQuick in der Schweiz und Liechtenstein und wurde so zum Pionier in der Baubranche. Roland Egli sagt:

«Wir machten die Bagger intelligenter, multifunktionaler.»

Ein Wegzug ist kein Thema

Aus dem Maschinenhandel wurde schnell eine Eigenproduktion, seit 2011 entwickelt die Firma ihre Geräte selbst. 2012 wurde indes das eigene Gebäude ein weiteres Mal erneuert. «Angefangen bei Magneten produzieren wir nun beispielsweise Baggerschaufeln oder Betonbeisser. Letzteres ist unser aktuellstes Produkt, das im Recyclingprozess von Beton eingesetzt wird.»

Die Firma ist nicht nur in der Schweiz tätig, sondern exportiert auch in den deutschsprachigen EU-Raum. Warum sich das ursprünglich kleine Familienunternehmen auf dem grossen, konkurrenzstarken Markt durchsetzen konnte, hat für Heidi Egli mehrere Gründe: «Wir sind anpassungsfähig, halten die Augen offen und reagieren auf die Veränderungen in der Branche.» Von Vorteil sei, dass sie ein Familienunternehmen und kein Konzern seien, sagt Urs Egli, «da gibt es beispielsweise bei Entwicklungsentscheidungen keine Hürden zu überwinden. So sind wir um einiges schneller als die grossen Unternehmen.»

Roland Egli unterstreicht zudem die regionale Relevanz als besonderen Aspekt. «Wir sind hier aufgewachsen und nahe bei den Leuten mit unseren Angeboten und dem Service. Und die Mitarbeitenden geniessen den kurzen Arbeitsweg. Wegziehen in ein grösseres Gebäude im Industriegebiet wäre für uns kein Thema.»

Die Stadt hat das letzte Wort

Tatsache ist: Der Platz an der Konstanzerstrasse reicht nicht mehr aus, die Erweiterung für die 60 Mitarbeitenden ist zwingend. Aktuell liegt der Ball bei der Gebrüder Egli Maschinen AG und der Thurvita, gemeinsam einen Sondernutzungsplan zu erstellen und diesen der Stadt vorzulegen. «Dabei geht es unter anderem um die Gebäudelänge-Überschreitung und die neue Verkehrsregelung», sagt Urs Egli.

Mit der Thurvita stehe man dabei nicht im Konflikt, im Gegenteil: «Wir finden das Demenzzentrum eine gute Sache. Wir hoffen nun, dass sich auch die Stadt kooperativ zeigen wird.» Nicht nur braucht das Unternehmen das Baurecht für die Parzelle, sondern ist nach dem Einreichen des Sondernutzungsplans abhängig vom Entscheid des Parlaments.

«Die Stadt hat das letzte Wort. Wird der Bau abgelehnt, haben wir ein Problem.»

Die Gebrüder Egli sind jedoch zuversichtlich, dass sich wie bereits in der Vergangenheit alles zum richtigen Zeitpunkt ergeben wird.

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