Vom Drumstick zum Taktstock

Der Amriswiler Johannes Schubert ist nun offiziell der neue Dirigent des Musikvereins Harmonie Rickenbach. Er bringt nicht nur langjährige musikalische Erfahrung mit, sondern mit seinen 34 Jahren auch frischen Wind.

Miranda Diggelmann
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Schlagzeuger, Musiklehrer, Bandcoach und nun Dirigent: Der 34-jährige Johannes Schubert ist vielseitig begabt. (Bild: Miranda Diggelmann)

Schlagzeuger, Musiklehrer, Bandcoach und nun Dirigent: Der 34-jährige Johannes Schubert ist vielseitig begabt. (Bild: Miranda Diggelmann)

Heute kriegt der Musikverein Harmonie Rickenbach einen neuen Dirigenten. Der 34-jährige Johannes Schubert aus Amriswil wird fortan diesen Job übernehmen. Auch für ihn ist das eine ganz neue Situation. «Beim Musikverein Harmonie werde ich zum ersten Mal in meinem Leben als Dirigent arbeiten», sagt er. Seit bald sechs Jahren unterrichtet Schubert Schlagzeug und Klavier in Amriswil. Eine seiner Schülerinnen hat ihn sozusagen zum Dirigenten-Job überzeugt. «Sie hat immer gesagt, dass sie die im Klavierunterricht erlernten Sachen gut im Verein anwenden könne. Als ich es dann spasseshalber mal versucht habe, habe ich gemerkt, dass es mir viel Freude bereitet und das Feuer war entfacht.»

Einstimmig zum Dirigenten gewählt

Kurze Zeit später durfte sich der gebürtige Leipziger bei dem Rickenbacher Musikverein, der gerade eine Dirigenten-Stelle ausgeschrieben hatte, vorstellen. «Ich habe mich von der ersten Minute an wohl gefühlt. Es hat einfach harmoniert», so Schubert. Auch der Musikverein hat das so gesehen und hat Schubert einstimmig zum neuen Dirigenten gewählt hat. Nun dirigiert der gelernte Musikalienhändler also offiziell in Rickenbach. Obschon er durch seine langjährige musikalische Ausbildung an der Swiss Music Academy, etlichen Weiterbildungen und Erfahrungen in diversen Bands, Orchestern und Musikformationen genügend Wissen zum Ausüben seiner neuen Funktion sammeln konnte, besucht Schubert nun zusätzlich noch eine Dirigenten-Schulung.

Breitgefächertes musikalisches Wissen

«Ich kann mir schon vorstellen, irgendwann hundertprozentig als Dirigent zu arbeiten. Zuerst möchte ich jedoch noch einige Erfahrungen dafür sammeln», sagt er. Und dazu sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt, denn in den nächsten Jahren hat Schubert vor, eine Familie zu gründen. Nun hätte er aber noch genügend Zeit, neue Dinge auszuprobieren.

«Mein ganzes Leben dreht sich um Musik. Und das hat es schon immer. Seit ich denken kann, habe ich Musik gemacht», sagt der junge Schlagzeuger. Kein Wunder also, dass Johannes Schubert schon in so manchen Musikbereich Einblick hatte. Als er noch in Leipzig lebte, sang er im Kinderchor mit. Etwas später war er Teil einer Big Band und machte die Ausbildung zum Musikalienhändler. Er spielte sowohl in Reggae-Bands als auch in klassischen Orchestern.

Durch eine Bekannte von ihm ist «Musik Hug» in St. Gallen auf ihn aufmerksam geworden. «Der Musikalienhandel ist eine sehr kleine Nische. Man kennt sich untereinander», erklärt er. Vor rund zehn Jahren ist Schubert dann nach St. Gallen gezogen, wo er für zweieinhalb Jahre bei «Musik Hug» gearbeitet hat.

Auch in einer Guggenmusik ist Schubert tätig, ausserdem macht er Bandcoaching. Zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder – er stammt aus einer durch und durch musikalischen Familie – betreibt der Amriswiler seit rund sieben Jahren auch eine kleine Band, das «Schuberts Trio». Sie spielen Konzerte in der Schweiz und in Deutschland. Dabei variieren die Lokalitäten zwischen HSG und Gartenfest.

Schubert gibt auch Instrumentalunterricht an der Musikschule «Rock’N’Roli’S», die er mit Roland Salzmann ins Leben gerufen hat, und hilft als Musiklehrer in der Sekundarschule aus. Mit dem von ihm gegründeten Trio «DrehMoLow», bestehend aus einer Drehleier, einem Schlagzeug und einer Tuba, ist er als Strassenmusiker unterwegs. Diese Liste könnte wohl noch ewig weitergeführt werden. An Engagement fehlt es Schubert nicht.

Persönlich mag Johannes Schubert die Musikrichtungen Funk, 70-er, 80-er und Partymusik am liebsten. «Ich kann jede Musik hören, nur nicht jede lange», sagt er. Der Musikverein Harmonie macht vor allem klassische, traditionelle, Polka-Marsch-Musik. «Auch Filmmusik findet sich in unserer Sammlung wieder. Wir wollen ein breites Publikum ansprechen», sagt Schubert. Das Ziel sei jetzt, weitere junge Leute für den Musikverein Harmonie zu finden. «Es muss Nachwuchs kommen.» Er freue sich nun auf alle Aufgaben, Herausforderungen und Erlebnisse in Rickenbach. «Im Verein herrscht ein wirklich schönes Klima und ein guter Zusammenhalt untereinander.»