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Vom Dachstock bis zum Keller

Die Grünliberalen des Kantons St. Gallen luden am Freitagabend gemeinsam mit der Genossenschaft Ökodorf Sennrüti zu einer Führung im ehemaligen Kurhaus Sennrüti. Es wurde aufgezeigt, wie das Kurhaus energieeffizient umgebaut wird.
Florian Schweer
Auf dem Dachstock erklärt Genossenschaftspräsident und Wohngemeinschaftsmitglied René Duveen den Aufbau der Sonnenkollektoren. (Bild: fs.)

Auf dem Dachstock erklärt Genossenschaftspräsident und Wohngemeinschaftsmitglied René Duveen den Aufbau der Sonnenkollektoren. (Bild: fs.)

Degersheim. Seit zwei Jahren ist die Wohngemeinschaft Ökodorf Sennrüti nun im ehemaligen Kurhaus Sennrüti mit den Umbau- und Renovierungsarbeiten beschäftigt. Nachdem die Genossenschaft im Jahre 2009 die stillgelegte Liegenschaft übernommen hatte, setzte man sich das Ziel, bis 2014 aus dem über 30jährigen Haus einen «PlusEnergieBau» zu schaffen.

Vernetztes Energiesystem

Nach einer kurzen Begrüssung seitens des grünliberalen Architekten und Baubiologen Bosco Büeler führte der Genossenschaftspräsident René Duveen mit dem Wohnmitglied René H. vom Dachstock bis zum Keller durch die verschiedenen Teile der Energieanlage. Angefangen hatte man vergangenen Jahres mit den über 100 m2 Sonnenkollektoren, welche zur Wärmegewinnung genutzt werden, erklärt René Duveen. Gekoppelt mit mehreren ehemaligen Öltanks, die zu Wasserspeichern umfunktioniert wurden und einer Wärmepumpe wird so geheizt. Seit August ist auch eine 220 m2 Photovoltaikanlage fertiggestellt, welche zur Stromgewinnung genutzt wird.

Eine lebendige Baustelle

«Wir decken so nicht nur unseren eigenen Verbrauch, sondern werden bald auch Energie in das öffentliche Stromnetzwerk einspeisen», erklärt René Duveen, der Ingenieur FH für Verfahrenstechnik ist. «Dadurch können wir dann sogar einen Teil des selbstproduzierten Stroms verkaufen.» Obwohl noch vieles im Gebäude zu tun ist, leben bereits 30 Erwachsene mit 25 Kindern in der Wohngemeinschaft. Man versucht, möglichst wenig zu ersetzen, und nutzt so die alten Heiz-Radiatoren, welche laut René H. noch hervorragend funktionieren. Auch konnte man die alten Leitungen nach dem Entrosten und Neu-Isolieren wiederverwenden. Gewaschen wird mit Regenwasser und Strom vom Dach. Die Trinkwasserversorgung findet ebenfalls mit Regenwasser statt.

Umwelt hat ihren Preis

Anstelle von Bodenheizungen wurden «Lehmheizwände» installiert. Lehm ist ein viel besserer Wärmespeicher und kann auch Luftfeuchtigkeit aufnehmen. Ein Betrag in Millionenhöhe musste investiert werden, um die Systeme, welche bereits installiert sind und noch installiert werden, zu finanzieren. Dies gelang mit dem Eigenkapital der Genossenschaft, Mieten der Bewohner, privaten Darlehen und Fördergeldern von staatlicher Seite. Für Einfamilienhäuser ist, laut Bosco Büeler, solch eine umfassende Energieanlage finanziell momentan noch nicht machbar. «Aber bei öffentlichen Gebäuden oder Gewerbebauten ist viel Einsparungspotenzial vorhanden», meint er. Einzelne Energielösungen jedoch, könnten sehr erfolgreich bei Einfamilienhäusern angewendet werden. Trotz langjähriger Erfahrung in diesem Gebiet, lerne er auch heute noch mit jedem Projekt dazu. Viel Neues erfahren und dazugelernt hatten auch die Teilnehmer der Führung.

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