Vom Ballett zur Nachhilfe

Seit Montag hüpfen die Kinder wieder frisch-fröhlich auf den Pausenplätzen herum, machen sich nach der Schule glücklich auf den Nachhauseweg, und einmal zu Hause, spielen sie den ganzen Abend, bis sie schliesslich ins Bett müssen. Nein, so ist es leider nicht.

Daria Baur
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Bild: Daria Baur

Bild: Daria Baur

Seit Montag hüpfen die Kinder wieder frisch-fröhlich auf den Pausenplätzen herum, machen sich nach der Schule glücklich auf den Nachhauseweg, und einmal zu Hause, spielen sie den ganzen Abend, bis sie schliesslich ins Bett müssen. Nein, so ist es leider nicht. Immer mehr Kinder gehen nach Schulschluss zuerst zum Nachhilfeunterricht, anschliessend noch in die Ballett-, Tennis-, Geigen- oder Klavierstunde. Manchmal bleibt kaum mal mehr Zeit für die Hausaufgaben, geschweige denn dafür, einen sorgenlosen Nachmittag mit den Freunden zu verbringen.

Es scheint, als setzten viele Eltern ihre Kinder schon zu früh unter Druck. Stimmen die Schulnoten nicht, schicken sie das Kind bereits in der Primarschule zur Nachhilfe, damit es dann auch ja den Sprung in die Sekundarschule schafft. Oder sie schreiben ihm vor, es habe ein Instrument zu spielen, den Unterricht dazu wöchentlich zu besuchen und zu Hause täglich zu üben.

So bekommt man das Gefühl, es seien nicht die Schüler selbst, die ihre Zukunft bestimmen, sondern die Eltern. Denn diese haben schon genau im Kopf, was ihr Sprössling einmal werden soll. Wenn dafür ein Studium nötig ist, wird ihm eben eingetrichtert, er müsse die Kantiprüfung bestehen. Am besten bietet man ihm noch eine Belohnung, wie ein neues Handy oder einen Laptop, damit er sich auch Mühe gibt.

Auch wenn die Schülerinnen und Schüler noch jung sind, sie selbst sollen doch entscheiden, was sie wollen. Schliesslich sind sie es, die den Beruf, den sie wählen, dann auch ausführen müssen, und nicht ihre Eltern. Wenn die Schüler also den richtigen Weg für sich aussuchen, von ihren Eltern nicht zu sehr unter Druck gesetzt werden und man ihnen genügend Freiheit lässt, könnten sie fröhlicher denn je auf dem Pausenplatz herumtoben.

daria.baur@wilerzeitung.ch