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Voltige: Sven Ris ist der exotische Akrobat auf dem Pferd

Nach WM-Silber bei den Junioren will Sven Ris von Voltige Lütisburg auch bei den Aktiven vorne mitmischen. Der 18-Jährige ist der einzige Mann im jungen Team. Das macht ihm nichts aus. Im Gegenteil: Der Gähwiler fühlt sich in dieser Umgebung pudelwohl.
Tim Frei
Pferd und Mensch: Für Sven Ris ist das eine ganz spezielle Beziehung. (Bilder: Ralph Ribi)

Pferd und Mensch: Für Sven Ris ist das eine ganz spezielle Beziehung. (Bilder: Ralph Ribi)

Voller Kraft schwingt sich der 18-Jährige auf das reitende Pferd, um dann eine Akrobatik-Show wie ein Zirkusartist abzuliefern. Zuerst alleine, die Hände fest an den Griffen des Sattels, setzt Sven Ris zum Handstand an. Nur kurze Zeit später hilft er seinen Teamkolleginnen aufs Pferd – gemeinsam zeigen sie weitere Kunststücke.

Dabei wird offensichtlich: Jede Bewegung sitzt, alles ist aufeinander abgestimmt. Das gegenseitige Vertrauen ist im Voltige von zentraler Bedeutung. So lassen sich die jungen Mädchen etwa in luftiger Höhe über dem Pferd in die Hände von Ris fallen. Trainerin Monika Winkler- Bischofberger sagt:

«Ich bewundere Sven, mit welcher Ruhe er als einziger Mann im Team mit den Mädchen umgeht.»

Akrobat, Pferd, Longenführerin – ein Team

Für Ris, der im Team und Einzel für Voltige Lütisburg startet, ist es denn auch der Teamspirit, der ihn an dieser Sportart besonders fasziniert. Darunter versteht er nicht nur die Akrobaten, sondern auch das Tier und die Longenführerin. Ris sagt:

«Bei dieser Beziehung muss einfach alles stimmen.»

Was passieren kann, wenn nur wenig schiefgeht, zeigte sich im Juli an den Welt- und Europameisterschaften im niederländischen Ermelo. Weil das Pferd Acardi in der letzten Runde im Kampf um den WM-Titel im Junioreneinzel abrupt stoppte, musste Ris vom Pferd und sich mit Silber statt Gold begnügen.

Noch schwingt Enttäuschung mit

Auch wenn dies bisher der grösste Erfolg in seiner Karriere war, kann er auch einen Monat später die Enttäuschung nicht verbergen. «Niemand kann sich erklären, wie das passieren konnte», sagt Ris, der seit zwei Jahren in Gähwil wohnt und seither für Voltige Lütisburg startet.

Nun will er aber nach vorne blicken. «Diese Erfahrung ist für meinen bevorstehenden Wechsel zu den Aktiven sicher wertvoll. Ich weiss jetzt noch mehr, woran ich arbeiten muss», sagt der angehende Zimmermann.

Die Körperkontrolle ist seine grosse Stärke

Der Sportler und seine Trainerin sind sich einig: Wenn Ris eine Schwäche hat, ist es die Beweglichkeit. Macht er dort Fortschritte, prophezeit Winkler-Bischofberger ihm eine grosse Zukunft:

«Ich traue ihm den Sprung unter die acht besten Voltigierer der Welt zu.»

Für seine erste Saison bei den Aktiven hat sich Ris hohe Ziele gesteckt. «Ich möchte der Beste in der Schweiz sein.» Seine Trainerin stuft das als realistisch ein. «Er bringt so viel Talent mit. Und mit seiner grossen Stärke, der aussergewöhnlichen Körperkontrolle, muss er sich vor niemandem verstecken», sagt Winkler-Bischofberger.

Seine Ferienwochen setzt er fürs Voltige ein

Verglichen mit dem Ausland wie etwa Frankreich und Deutschland sind Männer in der Schweizer Voltigeszene deutlich in der Unterzahl. Und so ist Ris als einziger Mann im Team von Voltige Lütisburg schon fast ein Exot. Dessen ist sich der Gähwiler bewusst. Speziell oder neu ist diese Erfahrung für ihn aber nicht. Bereits in der Primarschule war er der einzige Bub in seiner Klasse. Ris sagt:

«So habe ich mich schon früh daran gewöhnt.»

Der 18-Jährige, der im Alter von sechs Jahren mit der Pferdesportart begann, trainiert heute vier bis fünfmal wöchentlich. «Voltige ist ein grosser Teil meines Lebens», sagt Ris. Das ist weit mehr als eine Floskel und zeigt sich nur schon daran, dass er jeweils alle Ferienwochen fürs Voltige einsetzt. Bei diesem Engagement ist es eine Frage der Zeit bis zu seinem nächsten Erfolg im Kostüm von Voltige Lütisburg.

Ris startet beim Heimturnier im Einzel und mit dem Team

Auf der Anlage im Weierhof in Rosental-Wängi findet am Wochenende das nationale Heimturnier von Voltige Lütisburg statt. Gestartet wird morgen ab 8.30 Uhr, wenn die ersten Nachwuchskategorien im Einsatz stehen. Nach dem Mittag folgen die Einzel der Junioren und Aktiven. Sven Ris wird gegen 13.30 Uhr starten. Um 16.30 Uhr beginnt der Final des Vereinscups des Ostschweizer Kavallerieverbands. Am Sonntag stehen die besten Teamkategorien und der Nachwuchs im Einsatz. Die Küren der höchsten Klasse beginnen um 15 Uhr. Der Start von Ris und seinem Team wird um 16.30 Uhr erwartet. (tm)

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