VOLTIGE: Platz zwei ist eine Niederlage

Letztmals, als Lütisburg an einem nationalen Turnier nicht siegte, war 2013. Nun setzte sich Montmirail vor die St. Gallerinnen.

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In Henau, auf der Pferdesportanlage Gillhof Ryterland, fand das erste nationale Turnier statt, das gleichzeitig als Qualifikationsturnier für die Europameisterschaft ausgeschrieben war. Voltige Lütisburg nahm mit seinem Aktiv- und Juniorenteam sowie mit seinen Einzel-Voltis teil. Für einmal setzte es für die erfolgsgewohnten Lütisburgerinnen nur einen Sieg ab. Nadja Büttiker gewann im Einzel vor der Zürcher Oberländerin Marina Mohar und ihrer Vereinskollegin Ramona Näf. Die beiden starteten auf dem braunen Wallach Keep Cool mit Monika Winkler-Bischofberger an der Longe. Da war die Welt in Henau noch in Ordnung.

Mit lediglich dem dritten Rang sorgte das Juniorenteam auf Sylvantus, geführt an der Longe von Karin Dick, für wenig Begeisterung bei den Verantwortlichen. Dabei galt es weniger, etwas an der Leistung der Voltis zu bemängeln, als vielmehr am Pferd. Sylvantus galoppierte plötzlich viel zu schnell und die Juniorinnen konnten deshalb nicht das gewohnte Programm zeigen, was zu Abzügen führte. Allerdings lagen die Lütisburge­rinnen schon nach der Pflicht nur auf Rang drei.

Von den Junioren starteten Dario Gallo und Aline Koller auch noch in der Einzeldisziplin. Die beiden Nachwuchstalente durften auf dem Schimmel Acardi turnen und wurden von Monika Winkler-Bischofberger an der Longe geführt. Gallo wurde Dritte, Koller Sechste.

Neuenburgerinnen kratzen an Hackordnung

Zeichnet sich in der Schweizer Voltige-Szene ein Machtwechsel ab? So wie damals vor 15 Jahren, als die Lütisburgerinnen die «unschlagbaren» St. Gallerinnen erstmals besiegten und Schweizer Meister wurden? Letztmals an einem nationalen Turnier ging Voltige Lütisburg 2013 nicht als Sieger vom Platz. Dieses Mal mussten die sieggewohnten Ostschweizerinnen den Platz zuoberst auf dem Treppchen Montmirail, einer Equipe aus Neuenburg, überlassen. Beim welschen Team handelt es sich um den aktuellen Juniorenweltmeister, der dieses Jahr mit grossen Ambitionen bei den Aktiven startet.

Voltige Lütisburg vermochte den knappen Vorsprung nach der Pflicht nicht über die Distanz zu bringen. Ramona Näf musste in der Kür vom Pferd und dieser Umstand brachte den Vorteil zugunsten der Neuenburgerinnen. «Das Team fühlte sich auf dem neuen Pferd noch nicht so wohl», fand Vereinspräsident Kurt Bischofberger die Erklärung nach dem Auftritt. Bei besagtem Pferd handelte es sich um den zwölf Jahre alten Westfalen-Wallach Cajo, der am vergangenen Wochenende von Ilke Lensing dem neuen Besitzer übergeben wurde. Ilke Lensing führte ihr Pferd in Henau noch ein letztes Mal an der Longe. Dieses war keinesfalls schuld daran, dass Lütisburg wieder einmal «nur» auf den zweiten Rang kam.

Urs Nobel

urs.nobel

@wilerzeitung.ch