Trotz vieler Hürden: Die Volleyballer des STV Wil haben eine starke Saison gezeigt

Die erste Volleyballmannschaft des Stadtturnvereins Wil hat die 1.-Liga-Meisterschaft auf dem vierten Platz abgeschlossen. Das ist angesichts der schwierigen Umstände beim Saisonstart eine beachtliche Leistung.

Tim Frei
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Die Wiler haben sich im Vergleich zur Vorsaison um zwei Plätze gesteigert.

Die Wiler haben sich im Vergleich zur Vorsaison um zwei Plätze gesteigert.

Bild: PD

Zehn Siege und sechs Niederlagen: Wer über eine solche Saisonbilanz verfügt, hat zweifellos vieles richtig gemacht. Auch der Schlussrang vier nach der Qualifikationsphase der 1. Liga zeugt von einer starken Leistung der ersten Volleyballmannschaft des Stadtturnvereins Wil.

Es ist eine deutliche Steigerung zur Vorsaison, die der STV Wil auf dem sechsten Rang beendete. Den vierten Platz erreichte er seit dem Wiederaufstieg 2016 erst einmal, in der Saison 2017/2018. Elisa Brunner, technische Leiterin des Männervolleyballs beim STV Wil, zieht folglich eine positive Bilanz:

«Unser Ziel war ein Platz unter den besten vier Teams. Das haben wir erreicht.»

Dass die Wiler eine gute Meisterschaft spielen dürften, hat sich bereits vor dem Saisonstart abgezeichnet. In der Vorbereitung schlossen sie ein Turnier in Davos auf dem zweiten Platz ab und liessen dabei auch NLB-Teams hinter sich. Brunner ist der Meinung, dass es gar die beste Saison seit der Rückkehr in die 1. Liga war. Um diese Optik zu verstehen, müssen die schwierigen Umstände berücksichtigt werden, unter denen die Wiler die Meisterschaft begannen.

Wiler wollen nächste Saison über breiteres Kader verfügen

Volleyball wird mit sechs gegen sechs Spielern plus Auswechselrn bestritten. Die Mindestanzahl beträgt also sechs Akteure. Im letzten Saisonspiel gegen Einsiedeln hätte der STV Wil diesen Wert beinahe unterschritten und Forfait geben müssen. Nur dank dem Einsatz eines Spielers der zweiten Mannschaft konnte dies verhindert werden.

Die Wiler (in weiss-schwarzen Trikots) geben im Spiel gegen Andwil-Arnegg Alles.

Die Wiler (in weiss-schwarzen Trikots) geben im Spiel gegen Andwil-Arnegg Alles.

PD

Das kleine Kader war eines der grössten Wiler Probleme dieser Spielzeit. Normalerweise steigen Vereine mit zwölf Spielern in eine Saison. Wil dagegen kam nur auf acht Akteure. Während der Meisterschaft akzentuierte sich das Problem mit dem Austritt eines weiteren Spielers gar noch. «Wir setzen alles daran, dass wir nächste Saison auf mindestens zwölf Spieler zählen können», sagt Brunner.

Baisse im Juniorenbereich überwunden

Das Problem ist kein neues Phänomen. «Wir haben seit dem Wiederaufstieg Mühe, Spieler für die erste Männermannschaft zu finden», sagt Brunner weiter. Einerseits hätten viele Spieler nicht über das erforderliche 1.-Liga-Niveau verfügt. Andererseits seien zu wenig Nachwuchsspieler nachgerückt, die diese Lücke gefüllt hätten. «Diese Baisse im Juniorenbereich ist nun aber überwunden und es gibt viele Spieler, denen wir den Sprung in die erste Mannschaft zutrauen.»

Ein weiterer Nachteil war, dass das Team wegen Abwesenheiten selten komplett trainieren konnte. Brunner sagt:

«Das erschwerte es den Spielern und dem Trainer, sich kennen zu lernen und ein Spielsystem einzuüben.»

Da auch einige Slowaken Teil des Teams waren, gab es auch sprachliche und kulturelle Hürden. «Unter all diesen Umständen eine Mannschaft mit einem guten Teamgeist zu entwickeln, war eine grosse Herausforderung», so Brunner.

Vorrunde nicht bestätigt und Barrageplatz knapp verpasst

Dennoch gelang dem STV Wil mit Rang drei eine starke Vorrunde. Weil die Entwicklung der Mannschaft die Verantwortlichen aber insgesamt nicht positiv stimmte, trennte sich der Verein von seinem langjährigen Trainer Draho Greso. «Er hat so viel für unseren Verein geleistet. Wir mussten ihn und das Team schützen», sagt Brunner.

Die zwei Spieler Martin Hauer und Vincent Kerkhof übernahmen das Traineramt interimistisch bis zum Saisonende. Wil war nach der Vorrunde so gut platziert, dass gar Platz zwei und damit ein Aufstiegsplatz möglich gewesen wäre. Doch dem Team gelang es nicht, die Leistungen der Vorrunde zu bestätigen und verpasste den Barrageplatz. Brunner sagt:

«Das ist schon bitter, wir waren so nahe dran. Bei einigen Spielern haben wir den Willen vermisst, den zweiten Platz unbedingt erreichen zu wollen.»

Das grosse Ziel: Aufstieg in die NLB im Jahr 2022

Viele hätten nun aber ihre Lehren gezogen und begriffen, was es brauche, um in der 1. Liga zu bestehen. «Deshalb ziehen nun alle an einem Strang und wollen das Ziel Aufstieg in die NLB im Jahr 2022 voller Elan angehen.»

Noch fehlt dafür ein Trainer. Doch Brunner versichert, dass man mit einem Kandidaten in guten Gesprächen sei. «Er identifiziert sich mit unserer Strategie, den Aufstieg mit vielen Eigengewächsen zu schaffen.»