VOLLEYBALL: Nach Flop wieder top

Volley Amriswil kassiert auswärts gegen Schönenwerd eine 0:3-Niederlage. Dafür gewannen die Thurgauer im Cup klar.

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Volley Amriswil scheint der Mehrfachbelastung durch Meisterschaft, Cup und CEV langsam Tribut zu zollen, resultierte doch in Schönenwerd bereits die dritte Niederlage aus den letzten fünf Meisterschaftsspielen. Der Spitzenkampf war allerdings hart umkämpft und der Tabellenerste verlor alle drei Sätze mit nur jeweils zwei Punkten Differenz. Tags darauf qualifizierte sich Amriswil gegen den B-Ligisten Colombier mühelos für den Cupfinal am 1. April in Freiburg.

Während Schönenwerd in Bestbesetzung auflaufen konnte, musste Coach Pavlicevic auf den angeschlagenen Mitteangreifer Aleks Ljubicic verzichten. Von Beginn weg entwickelte sich ein ausgeprägtes Sideout-Spiel, wobei beidseitig der Block gegen die starken Angreifer Rocamora und Kollo auf der einen und Steig­meier und Prével auf der anderen Seite nur selten etwas ausrichten konnte. Als beim Stande von 10:11 der Este Kristo Kollo zum Aufschlag kam, ging es ganz schnell bis zum Spielstand von 17:11. Diesen Rückstand verkürzten die Thurgauer zwar bis auf zwei Punkte, doch Rocamora bombte sein Team mit unhaltbaren Smashes zum 25:23-Satzgewinn. Als der Meister und Tabellenführer beim ersten technischen Timeout im zweiten Satz mit 8:3 führte, schien das die Wende zu sein. Bei 13:12 führte dann wieder Schönenwerd, bei 13:16 Volley Amriswil. Die Oberthurgauer hielten die Führung bis zum 20:21. Den ersten Satzball der Niederämter bei 24:23 wehrte Lucas van Berkel noch ab, doch beim zweiten Satzball sah Adrien Prével seinen Smash von Daniel Rocamora geblockt.

Vier Aufschlagfehler in Folge

Was der Amriswiler Coach seinen Spielern für die Fortsetzung des Spiels verordnet hatte, ist unbekannt. Sicher ist aber, dass er ihnen nicht geraten hat, bei den vier ersten Aufschlägen im dritten Satz ebenso viele Aufschlagfehler zu machen. Auch in diesem Satz kämpften sich die Amriswiler langsam wieder heran, aber näher als auf zwei Punkte kam man lange Zeit nicht. Erst beim Stande von 22:18 für Schönenwerd gelangen Josh Howatson einige gute Aufschläge, doch bei 22:22 war das Comeback auch schon wieder vorbei. Mit einem Fehlangriff meterweit ins Out und einem Servicefehler beim Matchball schlug sich Amriswil am Schluss selber.

Steigmeier prallt mit Coach zusammen

Colombier, der NLB-Zweite der Westgruppe, trat zu Beginn durchaus selbstbewusst auf. Angetrieben von seinem Star, dem ehemaligen Auslandprofi und Schweizer Nationalspieler Joël Bruschweiler, verbuchte Colombier einige schöne Punkte, doch ernsthaft gefährden liess sich der Tabellenführer der NLA nicht. Den Spielern machten viel mehr die sehr engen Verhältnisse in der Mûriers-Halle zu schaffen. Diesbezüglicher Höhepunkt war der neunte Punkt im zweiten Satz: Passeur Howatson lanciert seinen Diagonalspieler Steigmeier, doch dort, wo der Spieler seinen Anlauf nehmen sollte, stand der Coach, und die beiden prallten unsanft zusammen, glücklicherweise ohne Folgen. Nach 67 Minuten reiner Spielzeit beendete ein Angriff von Jérôme Fellay die Partie (18:25, 17:25 und 16:25).

Bernhard Windler

sport@thurgauerzeitung.ch