Volles Haus und schwarze Zahlen

FLAWIL. Keine kalten Betten, zufriedene Bewohnerinnen und Bewohner, ein Gewinn: Das Wohn- und Pflegeheim Flawil zieht ein durchwegs positives Fazit des Jahres 2012. Künftig will der Stiftungsrat noch stärker auf die palliative Begleitung setzen.

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Gut ausgelastet: Im Jahr 2012 registrierte das Wohn- und Pflegeheim Flawil 39 441 Pflegetage. Im Vorjahr waren es noch 38 196. (Bild: Mario Fuchs)

Gut ausgelastet: Im Jahr 2012 registrierte das Wohn- und Pflegeheim Flawil 39 441 Pflegetage. Im Vorjahr waren es noch 38 196. (Bild: Mario Fuchs)

An der Krankenhausstrasse steht es, das Wohn- und Pflegeheim (WPH) Flawil. Dort finden betagte und auf Betreuung und Pflege angewiesene Frauen und Männer ein neues Zuhause. Und liebevolle Pflege. Es ist aber auch ein Haus, in dem junge Leute eine kompetente Ausbildung erhalten. Und ein Haus, dessen Rechnung aufgeht, schliesst doch die Rechnung mit einem Gesamterfolg von etwas mehr als 200 000 Franken ab.

Begleitung auf dem letzten Weg

Während des ganzen Jahres 2012 war das WPH ausgelastet. Das heisst: Die 114 Betten waren immer belegt. Die gute Auslastung ist für Heimleiter Paul Seifert nicht nur ein Zeichen dafür, dass ein Bedarf an stationären Betreuungsplätzen vorhanden ist. Er wertet dies auch «als Hinweis auf die professionelle, kompetente, einfühlsame und bedürfnisorientierte Pflege und Betreuung». Registriert wurden im Jahr 39 441 Pflegetage, im Vorjahr waren es noch 38 196. Das Durchschnittsalter der Bewohnerinnen und Bewohner betrug Ende Jahr 84,97 Jahre, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer 3,25 Jahre. In seinem Jahresbericht schreibt der Heimleiter Paul Seifert: «Vermehrt treten Bewohner in einer palliativen Lebensphase, also in komplexeren Pflegesituationen, bei uns ein. Das bringt es mit sich, dass immer mehr Bewohner einen kürzeren Aufenthalt im WPH haben.»

Stichwort palliativ: In einer Klausurtagung hat sich der Stiftungsrat zusammen mit der Heimleitung intensiv damit auseinandergesetzt. Und auch mit der Freitodbegleitung. Ein Thema, das emotional berührt, beschäftigt, aufwühlt, wie Stiftungsratspräsident Urs Huber sagt. Das Resultat dieser intensiven Auseinandersetzung: «Der Stiftungsrat hat entschieden, noch stärker auf die palliative Begleitung zu setzen und eine Freitodbegleitung im WPH nicht zuzulassen.»

Treffpunkt für Bevölkerung

Während des Aufenthaltes im WPH dürfen die Bewohnerinnen und Bewohner auch immer wieder viel Abwechslung erleben. Auftritte von Guggenmusiken während der Fasnachtszeit, Sommerfest, 1.-August-Feier, Weihnachtsmarkt und Weihnachtsfeier, Ausflüge, Ausstellungen: All das lässt den Alltag bunter werden und bringt Besucher ins WPH. Denn das WPH soll nicht nur für die Bewohner und deren Angehörige, sondern für die ganze Bevölkerung ein Treffpunkt sein.

Ein Treffpunkt, der auch Arbeits- und Ausbildungsplatz ist. So werden im Wohn- und Pflegeheim Fachfrauen und -männer Gesundheit, Betreuung Betagte und Hauswirtschaft ausgebildet. Ende 2012 standen drei junge Frauen im ersten, zwei Frauen und ein Mann im zweiten sowie zwei Frauen im dritten Lehrjahr als Fachangestellte Gesundheit.

Bewohnern ein Zuhause bieten

Apropos Ausbildung: Stefan Gasser, langjähriger Leiter Pflege und Betreuung, hat die Ausbildung als Heimleiter erfolgreich abgeschlossen. Dies blieb nicht verborgen. Er bekam von einem Heim ein Angebot, die dortige Leitung zu übernehmen. Ein Angebot, das er annahm. Zu seiner Nachfolgerin wurde Margrit Fässler gewählt. In ihrem ersten Bericht blickt sie auf ihre Anfänge im WPH zurück: «Ich durfte sehr motivierte Teams übernehmen, die mit hoher Fachkompetenz den nicht immer einfachen Pflege- und Betreuungsalltag meistern.» Die Grundstimmung im WPH sei geprägt vom Willen, den Bewohnern ein Zuhause bieten zu können. (mb.)

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