Volk verlangt Vergleich

Seit drei Jahren ist das alte Pfarrhaus Thema in der Katholischen Kirchgemeinde Degersheim. Das Stimmvolk verlangt nun einen direkten Vergleich zwischen Neubau und Sanierung.

Mario Fuchs
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Degersheim. Spätestens seit dem Jahr 2008 beschäftigt das alte katholische Pfarrhaus, rund 100-jährig, die ganze Kirchgemeinde. Katholisch-Degersheim steht vor der Frage: sanieren und umbauen oder abreissen und neu bauen?

Auch an der diesjährigen Kirchbürgerversammlung vom 4. April warf das Thema wieder Wellen. Von Kirchbürgern war zu vernehmen, dass emotional diskutiert worden sei. Und das, obwohl in den vergangenen Jahren bereits zwei Abstimmungen darüber durchgeführt wurden. «Eine solche Versammlung ist schliesslich auch da, um Diskussionen zu führen», relativiert Jochen Velinsky, Präsident des Kirchenverwaltungsrates.

Ergebnisse Anfang Juni erwartet

An der Versammlung von vergangener Woche sei aus der Bürgerschaft «zum ersten Mal der Wunsch aufgekommen, einen direkten Vergleich zwischen einem Neu- und einem Umbau zu erstellen», erklärt Velinsky.

Dem kommt der Kirchenverwaltungsrat nun nach: Das Degersheimer Architekturbüro Jörg und Kuster AG werde beide Varianten eingehend prüfen und einen entsprechenden Vergleich ausarbeiten. «Ziel ist, dass Anfang Juni die Ergebnisse vorliegen», sagt Jochen Velinsky. Das Stimmvolk könnte dann an der Versammlung im Frühling 2012 erneut über die Zukunft des Pfarrhauses befinden.

Bürgerschaft gegen Abbruch

Nachdem 2009 der Administrationsrat des katholischen Konfessionsteils St. Gallen der Kirchgemeinde Degersheim auferlegt hatte, dass das alte Pfarrhaus nicht verkauft werden dürfe, zog der Kirchenverwaltungsrat angesichts der bereits damals grob evaluierten, hohen Sanierungskosten einen Abbruch vor. Als Ersatz waren eine kleine Parkanlage sowie Parkplätze vorgesehen. Die Bürgerschaft lehnte dieses Vorhaben an der Versammlung 2009 aber ab und beauftragte den Rat, Renovation und Neunutzung zu prüfen.

Einem Abbruch und anschliessendem Neubau eines Pfarramtes, um die von Platznöten geplagte Kirchenverwaltung unterzubringen, hatte die Administration in St. Gallen zwischenzeitlich ebenfalls zugestimmt. 2010 entschied die Bürgerschaft aber mit 36 Ja- zu 47 Nein-Stimmen gegen dieses Vorhaben – zum Bedauern des Kirchenverwaltungsrates.