Volk soll über Umzonung befinden

Das Referendum gegen die Umzonung der Parzelle 227 im Gebiet «Geren/Oberwisen» in Lenggenwil, dürfte zustande kommen. Am Mittwoch wurden dem Gemeinderat 268 Unterschriften eingereicht, 204 sind für eine Abstimmung nötig.

Andrea Häusler
Drucken
Teilen
Wolken über dem potenziellen Baugebiet: Unabhängig vom Ausgang einer möglichen Volksabstimmung über die Umzonung der Parzelle 227 bedeutet das Referendum für die Bauherrschaft einen kostspieligen Zeitverlust. (Bild: Andrea Häusler)

Wolken über dem potenziellen Baugebiet: Unabhängig vom Ausgang einer möglichen Volksabstimmung über die Umzonung der Parzelle 227 bedeutet das Referendum für die Bauherrschaft einen kostspieligen Zeitverlust. (Bild: Andrea Häusler)

LENGGENWIL. Gegen die von Kanton und Gemeinde bewilligte Umzonung der Parzelle 227 im Gebiet Geren/Oberwisen in die Industrie- und Gewerbezone ist das Referendum ergriffen worden. Innerhalb der gesetzlichen Frist sind der Gemeindeverwaltung Niederhelfenschwil 268 Unterschriften eingereicht worden. Dies bestätigte Gemeindepräsident Simon Thalmann auf Anfrage. Die Unterschriften sollen nun an der Gemeinderatssitzung vom Donnerstag, 6. März, geprüft werden. Das für ein Zustandekommen des Referendums erforderliche Quorum beträgt 204 gültige Unterschriften. Eine allfällige Volksabstimmung könnte laut Thalmann im September dieses Jahres durchgeführt werden.

Projekt überdenken

Bei der Gebrüder Eisenring AG in Gossau, die das Grundstück für ihren geplanten Betriebsneubau mitnutzen möchte, hat man das Resultat der Unterschriftensammlung «zur Kenntnis genommen». «Unsere (Vor-)Planung sieht den Einbezug der Parzelle 227 ganz klar vor», sagt Peter Marty, Inhaber und Geschäftsführer des Holzverarbeitungs- und Handelsunternehmens gestern. Denn, um einen optimalen Betriebsablauf mit möglichst geringen Emissionen gegen aussen zu ermöglichen, müsse in die Breite gebaut und ein Teil des Neubaus auf die Parzelle 227 plaziert werden.

Das Referendum und eine mögliche Volksabstimmung mit unbekanntem Ausgang stellt die Bauherrschaft vor eine neue Situation. «Wir werden mit Sicherheit nichts überstürzen», betont Marty. Man werde jedoch das Vorgehen überprüfen müssen; unter Einbezug einer nun wahrscheinlichen zeitlichen Verzögerung, der damit verbundenen Kosten und auch der Auswirkungen der bevorstehenden Inkraftsetzung des neuen kantonalen Richtplans per 1. Mai. Klar ist laut Peter Marty lediglich, dass eine Arealüberbauung auf dem im Besitz der Gebr. Eisenring AG befindlichen Baugebiet ohne die Parzelle 227 einen wesentlichen Einfluss auf das Gesamtkonzept hätte. Die Gebäudegliederung und wohl auch die Gebäudehöhen würden sich entsprechend verändern.

Keine Überraschung

Die Gebrüder Eisenring AG besitzt im Gebiet Geren/Oberwisen bereits gut 30 000 Quadratmeter eingezontes Industrie- und Gewerbeland. Mit der südlich angrenzenden Parzelle 227 vergrösserte sich das Baugebiet um weitere 13 337 Quadratmeter. Das Referendum gegen die erforderliche Umzonung des südlichen Grüngürtels am Fusse des Einfamilienhausquartiers von der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in die Industrie- und Gewerbezone zeichnete sich ab. Seit geraumer Zeit, im Besonderen aber an der öffentlichen Informationsveranstaltung des Unternehmens in Lenggenwil, wurde deutlich, mit welchen Vorbehalten die Bevölkerung dem Bauvorhaben Holzkompetenz Lenggenwil begegnet. Zum einen sind es Befürchtungen bezüglich einer Zunahme der Verkehrsbelastung und eines Verlusts an Wohnqualität und Verkehrssicherheit. Zum anderen wurde kritisiert, dass dem Dorf mit der Umzonung mögliche Baugebiete für Wohnhäuser entzogen und/oder die letzten Industriebaulandreserven einem einzigen Unternehmen abgetreten würden.

Aktuelle Nachrichten