Volk beschliesst einen Marschhalt

Die Münchwiler Schulhäuser können nicht wie von der Schulbehörde beantragt erneuert werden. An der Gemeindeversammlung am Mittwochabend sprach sich eine deutliche Mehrheit des Souveräns für einen Zwischenstop aus. Nun soll eine Studie für Klarheit sorgen.

Simon Dudle
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Thomas Wyser Schulpräsident Münchwilen (Bild: Simon Dudle)

Thomas Wyser Schulpräsident Münchwilen (Bild: Simon Dudle)

MÜNCHWILEN. Schon seit Jahren bewegt die Schulraumplanung in Münchwilen die Gemüter. Als es vor Jahresfrist darum gegangen war, das Schulzentrum Kastanienhof in St. Margarethen für knapp sechs Millionen Franken zu erneuern, hatten sich die Ortsparteien SVP und FDP dagegen gewehrt – ohne zu reüssieren. Mehr Erfolg, wenn auch nicht durchgehend, hatten sie am späten Mittwochabend an der Schulgemeindeversammlung, als sie sich neuerlich gegen ein Ausbauvorhaben der Schulbehörde stark machten – die FDP mehr als die SVP.

Eine nächste Studie

Dieses Mal ging es um eine Gesamtschau. Da bis 2025 mit 165 zusätzlichen Schülern gerechnet wird und die Schulanlagen Oberhofen in die Jahre gekommen sind, müssen Massnahmen getroffen werden. Die Behörde schlug vor, verteilt auf mehrere Jahre rund 20 Millionen Franken in die Sanierung und einen Neubau zu investieren – Kastanienhof inklusive. Für FDP-Ortspräsident Roland Aeby zu viel. Er forderte einen Marschhalt, um eine Studie mit dem Ausblick bis ins Jahr 2030 erstellen zu lassen. «Wenn wir eine Gesamtsicht haben, ergibt sich eine Aussage, wie die Etappen aussehen sollen», sagte Aeby. Unterstützung erhielt er von Christian Peter von der SVP, der sich ebenfalls für weitere Abklärungen und das von der FDP geforderte Gesamtkonzept aussprach. Auch wenn Schulpräsident Thomas Wyser entgegnete, man habe erst gerade 2012 eine Studie machen lassen, wurde das Gesamtkonzept mit 120 Ja- zu 31 Nein-Stimmen für erheblich erklärt.

Als Folge daraus sprach sich eine deutliche Mehrheit der Stimmbürger dafür aus, gar nicht erst auf jenes Traktandum einzutreten, in welchem ein Projektkredit für 170 000 Franken zur Sanierung der Schulanlage Oberhofen hätte gesprochen werden sollen.

Gegen eine Abstimmung

Trotzdem wird in absehbarer Zukunft Schulraum erneuert. Denn eingetreten wurde – trotz Rückweisungsantrag der FDP – auf Traktandum 2. In diesem war ein Betrag von einer halben Million Franken für die Sanierung des Schulhauses 2 in Münchwilen Oberhofen zu sprechen. Das im Jahr 1955 erbaute Gebäude ist düster und so feucht, dass auch eine Entfeuchtungsanlage nicht mehr hilft und es unmöglich ist, Papier in den Schränken zu lagern. Bei nur zwölf Gegenstimmen wurde der Schulbehörde grünes Licht erteilt, die wichtigsten Sanierungsmassnahmen in die Wege zu leiten. Hingegen wird sich das Gremium gut überlegen müssen, ob es die auf 28. Februar 2016 angesetzte Abstimmung über die Renovation und Erweiterung der veralteten Turnhalle Oberhofen durchführen soll. In einer Konsultativabstimmung sprach sich eine überwältigende Mehrheit der Stimmbürger dafür aus, auf diesen Urnengang zu verzichten.

Steuerfuss gesenkt

Erfolg hatte die Schulbehörde mit ihrem Antrag, den Steuerfuss um zwei Prozentpunkte auf 95 Prozent zu reduzieren. Das Budget, welches bei einem Aufwand von knapp elf Millionen Franken einen Gewinn von rund 455 000 Franken vorsieht, wurde deutlich angenommen. Dies, obwohl ein Abänderungsantrag der FDP gestellt worden war, den Steuerfuss gar um vier Prozentpunkte zu reduzieren. Damit hätte sich der voraussichtliche Gewinn auf 351 000 Franken verringert.

Roland Aeby Präsident FDP Münchwilen (Bild: Simon Dudle)

Roland Aeby Präsident FDP Münchwilen (Bild: Simon Dudle)

Ob die Münchwiler Turnhalle Oberhofen saniert werden kann und dereinst so aussieht, ist seit Mittwochabend mehr denn je in Frage gestellt. (Bild: Visualisierung: pd)

Ob die Münchwiler Turnhalle Oberhofen saniert werden kann und dereinst so aussieht, ist seit Mittwochabend mehr denn je in Frage gestellt. (Bild: Visualisierung: pd)