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Vogelmensch und Adler

Die Toggenburger Skispringer schreiben ein Kapitel in der Toggenburger Skigeschichte. Es begann mit Niklaus Stump, ihm folgte Walter Steiner, dann kam Simon Ammann. Nächste Woche startet er an den Weltmeisterschaften in Falun.
Christiana Sutter
Das Internationale Skispringen auf der Säntisschanze in Unterwasser zog nicht nur die Skisprung-Weltelite, sondern auch Tausende Zuschauer an. (Bilder: pd)

Das Internationale Skispringen auf der Säntisschanze in Unterwasser zog nicht nur die Skisprung-Weltelite, sondern auch Tausende Zuschauer an. (Bilder: pd)

TOGGENBURG. Vor knapp 100 Jahren machten die ersten Skispringer im Toggenburg von sich reden. Die beiden Skiclub-Unterwasser-Mitglieder Jakob Steiner und Walter Looser aus Unterwasser erzielten 1920 die ersten nennenswerten Erfolge im Skisprung. Ein weiteres Mitglied des Skiclubs Unterwasser, Karl Schlumpf, erreichte an den Schweizer Skirennen 1924 in St. Moritz bei den Junioren den ersten Rang. Er gewann ein Preisgeld von 2.05 Franken.

Wildhauser Skispringer

Aus Ebnat-Kappel machte 1934 Hans Anderegg mit Erfolgen in der Vierer-Kombination – Skisprung, Langlauf, Abfahrt und Slalom – auf sich aufmerksam. An den Schweizerischen Skirennen in Andermatt holte er sich den zweiten Platz. Dieser Erfolg verhalf ihm zur Teilnahme an der Internationalen Springer-Tournée. Zu dieser Zeit war auch Alfred Kleger aus Unterwasser ein Skispringer, der öfters in vordere Ränge sprang. 1939 begann die Zeit des späteren Olympia-Teilnehmers Niklaus Stump aus Wildhaus. Als einer der stärksten Vierer-Kombinierten der Schweiz hatte er zu jener Zeit kaum mit Konkurrenz zu rechnen. Mit dem Eintritt in den Skiclub Wildhaus, 1946, begann die Spitzensportzeit des Wildhausers. Aus der Jubiläumsschrift «100 Jahre Skiclub Wildhaus» ist zu lesen: «Es ist bedauerlich, dass sich die heranwachsenden Rennfahrer keinem intensiven Training widmen. Der Kurverein bezahlt keine Prämien für Festbummler.»

Es war jedoch überall bekannt, dass Niklaus Stump alles andere als eine Festkanone war. Nebst acht Schweizer-Meister-Titeln in der Vierer-Kombination, der Nordischen Kombination und dem Skisprung, war der sportliche Höhepunkt Niklaus Stumps die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 1948 in St. Moritz. In der Nordischen Kombination erreichte er den 4. Rang.

Auch in der Region gab es immer wieder Skispringer und Vierer-Kombinierer, die für Aufmerksamkeit sorgten. Der Nesslauer Niklaus Zwingli gewann 1947 das 2. Tanzboden-Skispringen in Ebnat-Kappel. Aus dem oberen Toggenburg las man auf den Ranglisten oft die Namen von Hans Zwingli aus Ennetbühl sowie Alfred Kleger und Walter Sutter aus Unterwasser. In den 50er- und 60er-Jahren schrieben die Geschwister Forrer aus Wildhaus Skigeschichte. Hans Forrer war bis 1952 Vierer-Kombinierer, bevor er auf die Abfahrt wechselte. Mit Walter Steiner aus Wildhaus begann die Neuzeit in der Obertoggenburger Skisprung-Geschichte. 1972 gewann er an den Olympischen Winterspielen in Sapporo auf der Grossschanze Silber. In demselben Jahr wurde der «Vogelmensch», wie Walter Steiner auch genannt wurde, in Planica der erste Skiflug-Weltmeister. Nebst vielen weiteren Podestplätzen am Backen in Holmenkollen, Garmisch oder Planica, war 1977 das Jubeljahr des heute 64-Jährigen. Er errang zehn internationale Erfolge und wurde zum Skispringer der Saison erkoren.

Der Skiclub Wildhaus hatte in der Folge immer wieder Skispringer in seinen Reihen. Nebst Ernst und Paul Egloff, Robert Hutter, Roland Glas auch Stefan Zünd. Er zählte zu den Pionieren des heutigen V-Stils. In der Saison 1990/91 wurde er Skiflug-Weltcupsieger. Auch der heutige Skisprung-Trainer der Schweizer Skispringer, Martin Künzle, war zu Beginn der Skisprung-Karriere von Simon Ammann auf den Skisprung-Ski anzutreffen.

Adler aus Unterwasser

Eine Geschichte für sich schrieb und schreibt noch immer der Doppel-Doppel-Olympiasieger Simon Ammann aus Unterwasser, der Adler aus dem Toggenburg. Der 33-Jährige nahm als knapp 17-Jähriger zum ersten Mal an Olympischen Winterspielen teil, dies war in Nagano. 2002 in Salt Lake City gelang Simon Ammann etwas, das noch kein anderer Skispringer vor ihm erreichte: Er wurde Doppel-Olympiasieger. Unterwasser bereitete ihm einen grossen Empfang. 2007 an den Weltmeisterschaften in Sapporo gewann Simon Ammann auf der Grossschanze Gold und auf der Normalschanze Silber. Die Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010 waren ein weiterer Höhepunkt von Simon Ammanns Karriere. Er gewann zum zweiten Mal die Goldmedaille auf der kleinen sowie der grossen Schanze und konnte sich von nun an Doppel-Doppel-Olympiasieger nennen. An den Weltmeisterschaften 2009 und 2011 erreichte er zwei dritte Plätze. 2010 flog er an den Skiflug-Weltmeisterschaften in Planica auf den ersten Platz. Ein Sieg, den er bis anhin nie erreichen konnte, ist der Gewinn der Vier-Schanzen-Tournée. Nebst all den Erfolgen an Grossanlässen gewann er mehrere Weltcup-Springen und feierte Erfolge an den Schweizerischen Skisprung-Meisterschaften. Bereits nächste Woche steht mit den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Falun (Schweden) ein weiterer Grossanlass für Simon Ammann an. Mit Walter Steiner, der seit 1990 in Falun lebt, kann er dort auf einheimische Unterstützung rechnen.

Samstag, 21. Februar, 16.30 Uhr: Wettkampf Normalschanze Donnerstag, 26. Februar, 17 Uhr: Wettkampf Grossschanze

Unbenannt-1 (Bild: CHRISTIANA SUTTER)

Unbenannt-1 (Bild: CHRISTIANA SUTTER)

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