Vögel brechen zu neuen Ufern auf

Die 36. Saison der Galerie zur alten Bank ist eröffnet worden. Ruth Zoller aus Henau stellt ihre grossformatigen und Lebensfreude ausstrahlenden Ölbilder unter dem Motto «Harmonie» aus. Ein Besuch lohnt sich.

Kathrin Meier-Gross
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NIEDERUZWIL. Die Zugvögel folgen ihrem Ziel, das ihnen ein innerer Kompass vorgibt. Wie die Zugvögel auf dem gleichnamigen Bild ist auch Ruth Zoller unterwegs. Sie malt, was ihre innere Stimme vorgibt. Motive findet sie in der Natur. Realitätsnah und manchmal abstrakt, aber immer mit einem Gefühl für spannende und doch harmonische Farbgebung.

Selber weiterentwickeln

Harmonie bedeute die Vereinigung von Entgegengesetztem zu einem Ganzen, erklärte Ehegatte Benno Zoller in seiner feinsinnigen Laudatio. Barbara zeige sich erst mit einem Bild zufrieden, wenn sich Farben und Formen in einem gegensätzlichen Spiel versöhnlich oder eben harmonisch zeigen würden. Bis ein Bild ihrer Zufriedenheit genüge, setze sie sich alleine und konsequent mit dem Gestalten auseinander. Einzig der Familienhund habe dann das Vorrecht, in ihrer Nähe zu sein, fügte Benno Zoller schmunzelnd an. Seit ihrer letzten Ausstellung in Niederuzwil habe sie ihren Stil weiterentwickelt. Seine Gattin sei eine eigenständige Persönlichkeit, welche konsequent keine Kurse besuche. Sie wolle sich in allen Bereichen selbst entwickeln und aus innerem Empfinden heraus malen.

Farbenprächtige Harmonie

Das Bild «Licht im Schatten» zeige eindrücklich, wie gegensätzliche Farben ein Spiel der Sinne und des Empfindens hervorrufen könnten. Dieses Bild sei für ihn ein begeisterndes Beispiel ihrer erlebten Farb- und Formensprache, bekannte Zoller. Ruth vereinige Gegensätze zu einer farbenprächtigen Harmonie und bringe dadurch Empfindungen in Einklang und Eintracht. Seine Gattin stehe nicht gerne im Rampenlicht. Diese von Jürg Zollikofer und Urs Benz gestaltete Ausstellung beweise nun aber, dass Ruth nicht mehr einfach eine Henauerin sei, die male, sondern eine richtige Künstlerin. Mit ihrem künstlerischem Schaffen verändere sie zwar nicht die Welt, zeige aber auf, dass Glück, Zufriedenheit und Harmonie in nächster Nähe zu finden seien. «Nicht die grossen Dinge, sondern eben die kleinen, unkomplizierten sind deine Welt», sagte Zoller und dankte seiner Frau für die farbenprächtigen und liebenswerten Bilder. «Herzlichen Dank für die uns geschenkte Harmonie.»

35 Jahre Galerie

Die grossformatigen Werke von Ruth Zoller finden in der Galerie zur alten Bank bis am 23. September den passenden Hintergrund. Die Vernissagebesucher zeigten sich angetan vom ansprechenden Ambiente, zu dem auch das Galerie-Betreuungsteam beiträgt. Gemeinderätin Dora Hadorn hatte eingangs erwähnt, dass die Galerie am 16. September 1977 von Walter Arn und Ernst Gämperli initiiert worden war und seither vielen Kunstschaffenden und versteckten Talenten aus der Region eine Plattform geboten habe.