VISIONÄR: «Es geht um die Zukunft der Olma»

Die Olma-Messen St. Gallen streben den Bau einer neuen Halle an. Über die Realisierungschancen, Kosten und Hürden sprach Olma-Direktor Nicolo Paganini gestern vor Unternehmern in Flawil.

Gianni Amstutz
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Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

«Die Olma ist aus der Region St. Gallen nicht mehr wegzudenken», sagt Nicolo Paganini, Direktor der Olma-Messen St. Gallen. Sowohl eine vom FC St. Gallen in Auftrag gegebene Studie als auch eine der Hochschule St. Gallen untermauern diese Aussage. Paganini referierte gestern im «Rössli» in Flawil am ersten Impuls-Apéro der Handels- und Industrievereinigung Flawil (HIF). Im Zentrum seines Vortrags stand die Planung der ­neuen Olma-Halle und die damit verbundene Überdachung der Autobahn A1 beim Eingang des Rosenbergtunnels.

Verhandlungen mit Stadt und Kanton laufen

«Wenn wir nichts machen, wird St. Gallen zum Messeplatz mit den alten Hütten», sagt Paganini. Wer die Halle 1 kenne, könne verstehen, dass diese den heutigen Bedürfnissen nicht mehr entspreche. Nachdem der Bau eines Hotels auf dem Areal der ehemaligen Halle 7 gescheitert ist, habe man sich deshalb entschlossen, sich wieder dem Kerngeschäft zu widmen. Konkret heisst das: dem Bau einer neuen Messe- und Eventhalle. Bei den Abklärungen zu einem möglichen Standort für die geplante Halle sei man auf die Idee gekommen, einen «Deckel» auf die Autobahn zu bauen. Die geschätzten Kosten für diesen ­betragen 42 Millionen Franken. Hinzu kommen die Kosten für den Bau der Halle selbst, die sich im tiefen dreistelligen Millionenbereich bewegen dürften. «Diese Gesamtkosten können wir nicht alleine stemmen», sagt der Direktor der Olma-Messen. Deshalb versuche man mit der Stadt und dem Kanton St. Gallen eine Lösung zu finden. Die Gespräche dazu liefen derzeit. Es gebe tendenziell positive Signale, doch konkrete Ergebnisse könne er zum aktuellen Zeitpunkt noch keine präsentieren. Auch mit den Quartiervereinen habe man das Gespräch gesucht, um über das Vorhaben zu informieren.

Chancen für Realisierung bei 75 Prozent

Aus rechtlicher Sicht sind noch ­einige Hürden zu überwinden für das ambitionierte Projekt, wie beispielsweise die Einzonung von Land, welches noch gar nicht existiert. Trotzdem ist Paganini zuversichtlich, dass die Vision Realität werden wird. «Ich schätze die Chancen zur Realisierung des Deckels mit der neuen Halle auf etwa 75 Prozent.» Auch einer allfälligen Volksabstimmung sieht Nicolo Paganini optimistisch entgegen. «Ich bin überzeugt, dass wir gewinnen könnten. Schliesslich geht es um die Zukunft der Olma.»

Messen und Events haben eine Zukunft

Neben der Vorstellung des geplanten Bauprojekts gab Paganini Einblick in seine Tätigkeit als Direktor der Olma-Messen. Diese gehe weit über die Organisation der Olma im Herbst hinaus. So finden jährlich 120 bis 130 Messen und Veranstaltungen mit gesamthaft zwischen 700 000 und 800 000 Besuchern auf dem Olma-Areal statt. Die Digitalisierung stelle für den Messe- und Eventbereich eine Herausforderung dar. Doch Paganini ist überzeugt, dass Ausstellungen auch in Zukunft einem Bedürfnis der Kunden und Aussteller entsprechen werden. «Nur an Messen kann ein Produkt oder eine ­Marke aktiv und mit allen Sinnen erlebt werden», sagt er.