Viertes Spiel nötig nach Ineffizienz und Ungemach

Der EHC Schaffhausen verkürzt mit dem 6:4 im Herisauer Sportzentrum die Viertelfinalserie auf 1:2. Mit einem Sieg im Auswärtsspiel kann Zweitligist SC Herisau heute in den Halbfinal einziehen. Dazu braucht es mehr Einsatz und grössere Effizienz.

Mea Mc Ghee
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Trotz einiger Chancen und vier Toren erlitt der SC Herisau gegen Schaffhausen eine Bruchlandung. (Bild: CAL)

Trotz einiger Chancen und vier Toren erlitt der SC Herisau gegen Schaffhausen eine Bruchlandung. (Bild: CAL)

«Schüssed de Vogel ab!», hatten die SCH-Fans von ihrer Mannschaft auf einem Transparent gefordert. Doch die Adler aus Schaffhausen wehrten sich am Donnerstag erfolgreich gegen das Saisonende. Während Herisau das Heimpublikum zwei Drittel lang mit einem lauen Auftritt ärgerte, verdienten sich die Schaffhauser mit ihrem einfachen Spiel, mit Effizienz und Kampfgeist eine vierte Partie in dieser Viertelfinalserie. «Uns fehlte die Entschlossenheit. Das Verhalten nach verlorenen Zweikämpfen war schlecht», kritisierte Herisaus Trainer Märk Rechsteiner.

Wer kurz vor Spielhälfte beim Stand von 2:2 innert elf Sekunden zwei Treffer kassiert, muss die eigene Leistung tatsächlich hinterfragen. Zumal schon das 1:1 nach dem Startdrittel für die Gastgeber eher schmeichelhaft war. Captain Popp hatte den ­­­SC Herisau zwar nach einem schönen Vorstoss von Pascal Rotzinger über links in Führung gebracht, ansonsten aber gab es viel offensiven Leerlauf und defensive Mängel. Schaffhausen brachte einige Male Gefahr vor Marc Klinglers Gehäuse und Büchel glich in der 16. Minute aus. Im Mitteldrittel legte Schaffhausen durch Hug vor. Er traf nach Konter von Kundert aus kurzer Distanz zum 2:1 (27.). Mario Noser glich 61 Sekunden später in Überzahl aus. Nach Schaffhausens Doppelschlag zum 4:2 reagierte der SCH vehement, aber erfolglos: Pace und Olbrecht vergaben alleine vor Lüscher. Eine doppelte Unterzahl erschwerte drei Minuten vor Drittelsende Herisaus Offensivbemühungen, doch dank Torhüter Klingler wuchs der Rückstand bis zur Pause nicht weiter an.

Zwei Treffer ins leere Tor und ein Aufbäumen

Für den Schlussabschnitt mischte Trainer Rechsteiner die Linien neu. Der Weckruf wirkte: Nach Graus Ablenker zum 3:4 machte Herisau Tempo, drückte und erspielte sich Chancen. Nun war die Mannschaft präsent. Was fehlte: die Durchschlagkraft im Abschluss und das Feingefühl der Schiedsrichter. In den turbulenten zwei Schlussminuten trafen die Gäste durch Spillmann und Ungemach zweimal ins leere Tor. Dazwischen war bei den Herisauern nach Timo Kollers 4:5 noch einmal Hoffnung aufgekeimt, die Partie wenden zu können.

Mit ihrer zweiten Saisonniederlage schossen die Herisauer den Vogel ab, allerdings nicht im Sinne der Fans. So kommt es heute um 20.15 Uhr in der IWC-Arena zum vierten Spiel dieser Viertelfinalserie.

Mea Mc Ghee

mea.mcghee@appenzellerzeitung.ch

Herisau – Schaffhausen 4:6 (1:1, 1:3, 2:2)

Sportzentrum. – 392 Zuschauer. – Sr. Bertolo/Egli.

Tore: 11. R. Popp (Rotzinger, Matteo) 1:0. 16. Büchel (Schwarz, Kundert) 1:1. 27. Hug (Kundert, Büchel) 1:2. 28. Noser (Rotzinger, R. Popp, Ausschluss Ungemach) 2:2. 29. (28:46) S. Spillmann (Ungemach) 2:3. 29. (28:57) Büchel (Kundert) 2:4. 44. Grau (Olbrecht, T. Koller) 3:4. 59. (58:27) S. Spillmann (Schwarz, Ausschluss Ungemach, Jeitziner, ins leere Tor) 3:5. 59. (58:56) T. Koller (M. Koller, Homberger, Ausschluss Ungemach) 4:5. 60. (59:43) Ungemach (Büchel, Schmidt, ins leere Tor) 4:6.

Herisau: M. Klingler; Homberger, M. Koller; Matteo, Noser; Olbrecht, Rutishauser; Bleiker, Studerus; Bommeli, Widmer, T. Koller; R. Popp, Rotzinger, Speranzino; Jeitziner, Pace, Grau; Hausammann, M. Popp, Biefer.

Schaffhausen: Lüscher; Schwarz, Ruch; Bruggmann, Schmidt; Tscharf, Stärk; Ungemach, S. Spillmann, Vicini; Büchel, Kundert, Hug; R. Klingler, Buff, Stuber.

Strafen: Herisau 7mal 2 Minuten. Schaffhausen 6 mal 2 Minuten.

Bemerkungen: Schaffhausen ohne L. Spillmann.