Vierter statt zweiter Rang

Der EC Wil vergibt in Dielsdorf wegen einer Niederlage nach Verlängerung die Gelegenheit, den zweiten Tabellenrang einzunehmen, und ist neu Vierter.

Urs Nobel
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EISHOCKEY. Das Matchblatt der Zürcher las sich vor dem Spiel, wie wenn der Trainer vergessen hätte, sämtliche seine Akteure darauf aufzulisten. Zusammen mit dem Ersatztorhüter figurierten auf dem Blatt lediglich 15 Spieler, die Trainer Serge Cornioley aufs Eis schicken konnte.

Schwaches Niveau

Es machte in der Folge den Anschein, als ob sich die Wiler diese Situation zunutze machen würden. Der erst 16 Jahre junge Silvan Bleichenbacher schoss sein Team mit einem gelungenen Abschluss 1:0 in Führung. Zum Ausbau des Vorsprungs vor der Pause reichte es jedoch nicht. Nicht etwa darum, weil sich die Zürcher besonders gewehrt hätten, sondern weil die Partie auf schlechtem Niveau ausgetragen wurde und die Wiler nicht in der Lage waren, dem Spiel den Stempel aufzudrücken. Als Mitte des zweiten Drittels doch der zweite Wiler Treffer fiel, schien dann doch alles im erwarteten Rahmen auszufallen. Offenbar dachten dies auch die Spieler und versuchten in keiner Phase der Partie, die Qualität zu heben. Ein nach dem Spiel «stinksaurer» Wiler Sportchef Chrigel Herzog meinte in seiner Analyse: «Das Spiel war eine Katastrophe und dass der EC Wil verloren hatte, eine ebensolche. Jede anständig spielende 3.-Liga-Mannschaft hätte gegen diese beiden Teams gewonnen.»

Dumme Strafen

Nebst der Spielqualität, die bei einem Wiler Sieg wahrscheinlich nicht so wichtig gewesen wäre, ärgerte sich Herzog darüber, dass der EC Wil den möglichen Sieg in den Schlussminuten der Partie, respektive fünf Sekunden vor Ablauf der Verlängerung kläglich vergab. Der Sportchef verstand zum einen nicht, dass es Spieler gab, die ausgesprochen dumme Strafen kassierten und dem Team so einen schlechten Dienst erwiesen. «Dass man dann in doppelter Unterzahl einen Treffer kassieren kann, damit kann ich zwar leben. Dass unser Trainer nach dem Anschlusstreffer aber kein Time-out genommen und seine Spieler aufgerüttelt hat, dafür habe ich kein Verständnis. Auch nicht, dass ausgerechnet Routinier Hohl fünf Sekunden vor Schluss Antoniadis den Puck pfannenfertig zum Siegtreffer vorlegte.»

EV Dielsdorf-N. – Wil 3:2 n.V. (0:1, 0:1, 2:0) Erlenpark Dielsdorf - 112 Zuschauer - Sr. Chianese, Schenker. Tore: 8. Bleichenbacher (M. Herzog, Ausschluss Laible) 0:1, 32. Nussbaum (Wichser) 0:2, 54. R. Dirren (F. Dirren, Ausschlüsse Wüthrich, Klaus) 1:2, 55. Antoniadis (Ausschluss Klaus) 2:2, 65. (54.55!) 3:2. Strafen. 5mal 2 Min. und 10 Min. Capelli gegen Dielsdorf-Niederhasli. 9mal 2 Min. gegen EC Wil. EV Dielsdorf-Niederhasli: Fausch; Gübeli, F. Dirren, R. Dirren, Hofer, Wenzinger, Antoniadis, Walter, Volkart, Rufer, Mundanjohl, Narishkin, Laible, Capelli. EC Wil: Ade; Hohl, Kaderli, Nussbaum, Perret, Klaus, Wüthrich, M. Herzog, Nussbaum, Flotiront, Hofer, Stiefel, Haldenstein, Bleichenbacher, Pfennich, Zeller, F. Herzog, Wichser, Wachter, Meier, Leu.