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Vier Löwen beissen an: Wiler Start-up überzeugt Star-Unternehmer

Am Dienstagabend hat der Sender TV24 zum ersten Mal die Sendung «Die Höhle der Löwen Schweiz» ausgestrahlt. Darin versuchen Start-ups, Investoren für ihre Firma zu gewinnen. Mit dabei war auch ein Unternehmen aus Wil.
Lara Wüest

Damit hätte Markus Fust, Inhaber der Schreinerei Fust in Wil, nicht gerechnet: Kurz vor dem Start der Sendung war er so nervös, dass er komplett vergass, was er sagen wollte. Dabei hatten er und sein Projektleiter Serge Eggler den Auftritt intensiv geübt. Denn für sie ging es um einiges: Sie mussten fünf mögliche Investoren mit einer kurzen Präsentation von ihrem Start-up Ecoleo überzeugen. Doch kurz bevor es losging, flatterten bei beiden die Nerven. «Wir hatten ja keine Ahnung, was auf uns zukommt, da wir die Fragen der Juroren nicht kannten», sagt Serge Eggler, der Ecoleo entwickelt hat. Als die beiden später an einem Tisch im Möbelgeschäft von Fust von diesem Augenblick erzählen, müssen sie schmunzeln. Denn am Schluss ist alles gut gegangen. Doch das ahnten sie damals nicht.

Fust und Eggler traten in der Sendung «Die Höhle der Löwen» von TV24 auf, die am Dienstagabend zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. In dieser Sendung versuchen Start-up-Unternehmen aus der Deutschschweiz aus allen möglichen Branchen fünf erfahrene Unternehmer, die sogenannten Löwen, für ihre Geschäftsidee zu gewinnen. Sie haben drei Minuten Zeit, ihr Projekt zu präsentieren. Danach entscheiden die Löwen, ob und wie viel Geld sie in die junge Firma investieren wollen.

Vier Investoren interessiert

Ecoleo ist ein Start-up im Onlinebereich und ist ein Teil der Schreinerei Fust in Wil. Mittels eines Konfigurators können Kunden ihr eigenes Möbel am Computer designen und bestellen. Innerhalb von fünf Tagen stellt die Firma dieses her und liefert es nach Hause. Derzeit stammen die Kunden mehrheitlich aus der Ostschweiz. Von der Teilnahme an der Sendung erhoffen sich Markus Fust und Serge Eggler, dass sie schweizweit bekannt werden. «Es ging uns nicht nur um das Geld, sondern auch um das Know-how und Netzwerk der Löwen», sagt Markus Fust.

Der erste Schritt in diese Richtung ist getan. Fust und Eggler konnten vier Investoren überzeugen: Der Onlinehändler Roland Brack, der Verleger Jürg Marquard und der Unternehmer Tobias Reichmuth boten an, zusammen 200000 Franken in Ecoleo zu investieren. Dafür wollten sie eine Beteiligung an der Firma von 30 Prozent. Die Unternehmerin Anja Graf machte ein Einzelangebot. Sie erklärte sich bereit, 150000 Franke zur Verfügung zu stellen, forderte aber 33 Prozent an der Firma dafür. Allerdings wollte sie zusätzlich Aufträge von über 400000 Franken garantieren. Noch in der Sendung mussten sich Fust und Eggler zwischen den beiden Angeboten entscheiden. Sie wählten dasjenige der dreiköpfigen Investorengruppe, handelten deren Beteiligung allerdings auf 24 Prozent hinunter. «Es tat uns weh, das Angebot von Anja Graf abzulehnen», sagt Fust. Längerfristig glaubt er, wird die Partnerschaft mit den Unternehmern aus dem ersten Angebot Ecoleo aber «stärker voranbringen». Mittlerweile sind allerdings nur noch zwei von ihnen mit dabei.

Vertrag unter Dach und Fach

Die Sendung wurde vor dem Dienstagabend aufgezeichnet, Fust und Eggler mussten sich bereits vor einiger Zeit den Fragen der Löwen stellen. Seither ist viel geschehen. Unternehmer Tobias Reichmuth ist bei den Vertragsverhandlungen im Anschluss ausgestiegen. «Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen in Bezug auf die Struktur von Ecoleo», so Fust. Viel mehr möchte der Möbelfachmann dazu nicht sagen.

Der Zusammenarbeit mit Marquard und Brack steht nun aber nichts mehr im Weg. «Nach mehreren Verhandlungen konnten wir den Vertrag unter Dach und Fach bringen», sagt Fust. Am 1. Juli werden er und Eggler das Geld der Investoren erhalten. Wie der Vertrag zwischen den Parteien genau aussieht, verrät Fust aber nicht. Er sei aber voll und ganz mit dem Resultat zufrieden.

So bleibt vorerst also auch noch geheim, ob nun eine neue Firma gegründet werden soll und Ecoleo aus der Schreinerei Fust AG herausgelöst wird.

Im Rolls-Royce vorgefahren

Als Nächstes möchten Fust und Eggler ein Marketingkonzept erarbeiten, mit dem sie «sachte» in den Schweizer Markt vordringen wollen, wie Fust sagt. Zudem wird das Angebot von Ecoleo um neue Möbeln erweitert. Mittlerweile haben Brack und Marquard der Schreinerei in Wil auch schon einen Besuch abgestattet. Verleger Marquard liess sich dabei in einem Rolls-Royce von seinem Privatchauffeur vorfahren.

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