Vier Kandidaten und ein weisser Ritter: Einer dieser Männer könnte Stadtpräsident von Wil werden

Wer folgt auf Susanne Hartmann im Wiler Stadtpräsidium? Zurzeit deutet alles darauf hin, dass es ein Mann sein wird. Klar ist nun auch, dass es den geheimnisumwitterten weissen Ritter gibt. Die Entscheidung für eine Kandidatur als Stadtpräsident ist aber noch nicht gefallen.

Hans Suter
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Am 27. September werden in Wil der Stadtrat und das Stadtpräsidium neu gewählt. Zweite Wahlgänge sind so gut wie sicher.

Am 27. September werden in Wil der Stadtrat und das Stadtpräsidium neu gewählt. Zweite Wahlgänge sind so gut wie sicher.

Bild: PD
Daniel Meili (FDP), Stadtrat, Stadtpräsident ad interim
5 Bilder
Dario Sulzer (SP), Stadtrat
Hans Mäder (CVP), Gemeindepräsident Eschlikon
Oliver Baumgartner (parteilos), Unternehmer
Weisser Ritter, ein bekannter Wiler

Daniel Meili (FDP), Stadtrat, Stadtpräsident ad interim

Bild: PD

Es gibt mehrere Gruppierungen in Wil, die sich grundlegende Änderungen in der städtischen Politik und damit explizit in der Amtsführung im Stadtrat wünschen. Sie agieren im Verborgenen unter Gleichgesinnten und werden sich – wenn überhaupt – der Öffentlichkeit wohl erst zu erkennen geben, wenn es um die tatkräftige Unterstützung «ihres» Kandidaten für den Stadtrat und das Stadtpräsidium geht.

Wilde Kandidaturen haben schon fast Tradition

Ihr Wirken ist nicht ungefährlich. Mehrere dieser stadtbekannten Wiler sind oder waren Angehörige einer bereits im Stadtrat vertretenen und etablierten politischen Partei. Sie laufen Gefahr, bei fehlendem Fingerspitzengefühl einiges an Geschirr zu zerschlagen. Von der CVP ist man sich über die Jahrzehnte zwar gewohnt, dass nicht der offizielle Kandidat, sondern eine wilde Kandidatur aus den eigenen Reihen gewählt wird. Aber eben: nur von der CVP. So wurden Susanne Hartmann (2012 bis 2020), Bruno Gähwiler (2000 bis 2011) und Hans Wechsler (1977 bis 1992) als wilde Kandidaturen an die Spitze des Stadtrats gewählt.

Auch Susanne Hartmann kandidierte wild

Kurzer Rückblick: CVP-Stadtammann Josef Hartmann, der verstorbene Vater der ersten Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann (CVP), wurde von Bruno Gähwiler (CVP) als «Wildem» aus dem Amt gedrängt. Susanne Hartmann wiederum gewann 2011 als «Wilde» das Rennen um das Stadtpräsidium gegen den offiziellen CVP-Kandidaten Armin Eugster. Nachdem sie dieses Jahr in die St.Galler Kantonsregierung gewählt worden ist, erhält Wil per 1. Januar 2021 auf jeden Fall ein neues Stadtoberhaupt. Doch wer wird dies sein?

Vier Kandidaten sind bekannt

Vier Kandidaten, die Stadtpräsident werden möchten, sind bereits bekannt. Allen voran kandidiert FDP-Stadtrat Daniel Meili, der bis Ende Jahr als interimistischer Stadtpräsident amtet. Meili ist bekannt in Wil und hat intakte Wahlchancen. Dasselbe gilt für SP-Stadtrat Dario Sulzer, der es im bürgerlich dominierten Wil aber ungleich schwerer haben wird, Stadtpräsident zu werden. Die CVP möchte ihren Sitz im Stadtrat und das Stadtpräsidium mit dem Eschliker Gemeindepräsidenten Hans Mäder (CVP) verteidigen. Dem gebürtigen Wiler werden ebenfalls gut Wahlchancen attestiert. Eher aussichtslos scheint die Kandidatur des parteilosen Wiler Unternehmers Oliver Baumgartner zu sein. Der langjährige Präsident der Fastnachtsgesellschaft Wil (FGW) hat zwar viel für Wil getan, wird ohne Partei im Rücken politisch aber zu wenig bewirken können.

Es gibt ihn, den geheimnisvollen weissen Ritter

Bliebe noch der ominöse weisse Ritter, der von alteingesessenen Wilern in das Stadtpräsidium portiert werden soll. Es gibt ihn und er hat gute Wahlchancen. Ob er tatsächlich antritt, wird sich in den nächsten Tagen weisen.

Kandidaturen können noch bis am 30. Juni um 17 Uhr bei der Stadtkanzlei eingereicht werden. Nach neuem Wahlmodus muss der Stadtpräsident auch als Stadtrat gewählt sein.