«Vielfalt macht die Fastnacht aus»

Gestern endete Oliver Baumgartners erste Fastnacht als Präsident der Wiler Fastnachtsgesellschaft (FGW). Die Wiler Fastnacht lebe vom Miteinander der verschiedenen Gruppierungen. Nennenswerte Zwischenfälle habe es keine gegeben.

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Oliver Baumgartner ist seit Frühling 2012 Präsident der Wiler Fastnachtsgesellschaft. (Bild: sme.)

Oliver Baumgartner ist seit Frühling 2012 Präsident der Wiler Fastnachtsgesellschaft. (Bild: sme.)

Herr Baumgartner, Sie haben in der FGW einen steilen Aufstieg mit beinahe jährlicher Beförderung. Im vergangenen Jahr wurden Sie schliesslich zum Präsidenten ernannt. Wie erlebten Sie Ihre erste Wiler Fastnacht als solcher?

Oliver Baumgartner: Ich war in dieser Funktion an allen Besuchen und Anlässen der FGW an vorderster Front mit dabei. Als Präsident spürt man den Goodwill der Bevölkerung gegenüber der FGW noch viel deutlicher. Man wird überall herzlich empfangen. So auch am Gümpelimittwoch im Rathaus bei der «Übernahme der Stadt». Es ist schön zu wissen, dass auch der neu konstituierte Stadtrat zu dieser Tradition hält. Die Fastnacht lebt hauptsächlich vom Miteinander. Auch ohne die vielen verschiedenen Wiler Fastnachts-Gruppierungen wäre dies gar nicht möglich. Die Vielfalt macht es aus.

In Ihrem ersten Präsidialjahr sind erstmals Frauen in die FGW aufgenommen worden. Geht das gut?

Baumgartner: An der Inauguration sind vier Frauen in die FGW aufgenommen worden. Dies entschied der aktuelle Neunerrat. Es war zwar neu, aber höchste Zeit. Das Engagement der Frauen hat bereits jetzt gezeigt, dass es sich gelohnt hat. Ungelöst bleibt noch die Frage, wie die Damen künftig gekleidet sein werden.

Welche Zwischenfälle mussten während der Fastnacht verzeichnet werden?

Baumgartner: Es ereigneten sich nach meinem Wissen weder ernsthafte Zwischenfälle noch Unfälle. Ich erlebte die Fastnacht 2013 als sehr friedlich.

Die Dossiers zu den behördlichen Bewilligungen werden immer dicker. Wie viele Seiten umfassen sie in diesem Jahr?

Baumgartner: Die Auflagen der Kantonspolizei umfassen sechs Seiten, bei der Stadt sind es zwölf. Veranstaltungen mit so vielen Besuchern brauchen verständlicherweise auch Auflagen. Der Kontakt mit den entsprechenden Stellen verlief ausserordentlich gut und unkompliziert. Die Stadt hat Hand geboten, Probleme konnten diskutiert werden. Auch vom Werkhof hat die FGW erneut eine grosse Hilfsbereitschaft erfahren.

Für das Zelt auf dem Hofplatz bestand beispielsweise für den Gümpelimittwoch nur eine Bewilligung bis Mitternacht. Konnte das eingehalten werden?

Baumgartner: Ich habe keine Beschwerde erhalten. Das Zelt wurde vom «Hartz» und dem «Tigerli» betrieben. Um Mitternacht stellt die Musik ab. Um 1 Uhr mussten die Leute in die Restaurants wechseln, wo Freinacht herrschte. Ich verstehe, dass die Altstadtbewohner ihre Ruhe brauchen.

Wie waren die Besucherzahlen?

Baumgartner: Sehr gut. Nicht zuletzt das schöne Wetter am Sonntag kam uns sehr gelegen. Der Wiler Umzug ist weiterhin sehr beliebt. Die Verbrennung des Nörgelis ist in der Region einmalig.

Was bleibt von der Fastnacht 2013 speziell in Erinnerung?

Baumgartner: Viel Leute bekundeten Freude über die Wahl von Stadtpfarrer Roman Giger als Hofnarr und über jene des Prinzenpaars. Ausserdem wurde das gute Verhältnis unter den vielen Fastnachtsvereinen und -cliquen deutlich. Am Samstagabend fand im Stadtsaal wieder ein Maskenball statt. Er hatte zwar etwas weniger Besucher als erhofft, die Anwesenden hatten aber ihre Freude. Ein solcher Anlass braucht zwei, drei Jahre, um sich zu etablieren. Auch wurde die Zusammenarbeit mit der Sirnacher Fasnacht weiter intensiviert.

Sind Ihnen als Präsident mögliche Verbesserungen der Wiler Fastnacht ins Auge gestochen?

Baumgartner: Nichts Gravierendes. In zwei Wochen werden wir eine Sitzung haben und dabei die Fastnacht 2013 gesamtheitlich betrachten.

Interview: Silvan Meile