Viele Fälle sind noch ungeklärt

REGION. Die Straftaten in der Region mehren sich. Nachfragen ergeben: Nicht immer werden die Täter gefasst. Die Polizei ist froh um Hinweise, rät aber auch, sich nicht in Gefahr zu bringen – zum Beispiel durch waghalsige Handy-Aufnahmen.

Christoph Heer
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Tatort Lochermoos, Ganterschwil, 9. September 2015: Nach einem Tötungsdelikt an einem Slowaken sitzen zwei «dringend Tatverdächtige» in Haft. (Bild: Hans Suter)

Tatort Lochermoos, Ganterschwil, 9. September 2015: Nach einem Tötungsdelikt an einem Slowaken sitzen zwei «dringend Tatverdächtige» in Haft. (Bild: Hans Suter)

Sie sorgten für Aufsehen, die beiden Raubüberfälle in Eschlikon im November und Tobel im Dezember, die sich in einigen Dingen ähnlich sind. In beiden Fällen wurde ein Paar in den eigenen vier Wänden bedroht, gefesselt und ausgeraubt. Die Polizei geht von zwei verschiedenen Tätern aus, tappt aber noch im dunkeln. Stefan Haffter von der Staatsanwaltschaft Thurgau bestätigt, die Ermittlungen in beiden Fällen seien noch voll im Gang und die Täterschaft weiter unbekannt.

Bedeckt gibt man sich auch seitens der St. Galler Staatsanwaltschaft zum mutmasslichen Tötungsdelikt in Ganterschwil vom 9. September. An einem Mittwochnachmittag war ein 36jähriger Slowake mit einer Frau auf einem Feldweg unterwegs, als er von zwei Männern erschossen wurde. Zwei Verdächtige konnten gefasst und in Untersuchungshaft genommen werden. Einer der beiden ist seit kurzem wieder auf freiem Fuss. Der Freigelassene steht jedoch immer noch im Verdacht, am mutmasslichen Tötungsdelikt beteiligt gewesen zu sein.

Wil als Einbruchs-Epizentrum

Im Dezember war Wil verhältnismässig oft Schauplatz von Straftaten. Mehrere Einbruchdiebstähle hielten die Polizei auf Trab. Einer dieser Einbrüche wurde von einer Privatperson gefilmt. «Lassen es Situation und örtliche Verhältnisse zu, um Film- oder Fotoaufnahmen einer Tat oder von den Tätern zu machen, sind die Strafuntersuchungsbehörden sehr dankbar für solche Aufnahmen», sagt Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St. Gallen. Er betont jedoch, dass man sich auf keinen Fall in unnötige Gefahr bringen soll. «Ein genereller Ratschlag kann nicht abgegeben werden», sagt Krüsi. Beliebt scheinen in Wil die Handy-Läden und Apotheken zu sein. Gleich mehrere Filialen wurden in den vergangenen Wochen von Einbrechern heimgesucht. Hanspeter Krüsi weiss: «Auch Schuhe, Markenbrillen und aktuelle Mode sind sehr begehrt.»

Tankstellenshops und Banken

Jüngst wurden auch wiederholt Tankstellenshops – zum Teil gleich mehrfach – Ziel von maskierten Räubern. Einer dieser Shops befindet sich in Wil an der Zürcherstrasse. Hierzu gibt Roman Dobler, Mediensprecher der St. Galler Staatsanwaltschaft, zu Protokoll, sämtliche Beschuldigten, die sich an einem Raub am 11. Juni 2013 beteiligt hatten, seien verurteilt worden. Zu den Raubüberfällen auf die Thurgauer Kantonalbanken in Affeltrangen (13. November 2015), Rickenbach (26. Juni 2015) und die Raiffeisenbank in Bichelsee (8. November 2013) gibt sich die Staatsanwaltschaft bedeckt. Zu diesen Angelegenheiten liegen polizeiliche Ermittlungsberichte vor. Da die Täterschaft unbekannt ist und keine neuen Ermittlungsansätze vorliegen, hat die Staatsanwaltschaft die Verfahren sistiert.

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