Viel zu jäten und nur wenig zu feiern

Leere Festbänke, volle Getränkeflaschen, ein zugeklappter Gasgrill. Der Flawiler Abenteuer-Spielplatz Annagarten ist menschenleer. Lautlos tropft das Wasser vom Dach des blauen Pavillons; im Kies haben sich Pfützen gebildet.

Andrea Häusler
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Versucht, die Trostlosigkeit der Situation wegzulächeln und aus dem verregneten Samstagnachmittag das Beste zu machen: Didi Klement. (Bild: Andrea Häusler)

Versucht, die Trostlosigkeit der Situation wegzulächeln und aus dem verregneten Samstagnachmittag das Beste zu machen: Didi Klement. (Bild: Andrea Häusler)

Leere Festbänke, volle Getränkeflaschen, ein zugeklappter Gasgrill. Der Flawiler Abenteuer-Spielplatz Annagarten ist menschenleer. Lautlos tropft das Wasser vom Dach des blauen Pavillons; im Kies haben sich Pfützen gebildet. Dabei hätte das Spielgelände an der Landbergstrasse am Samstag zur Festhütte werden sollen: Der Elternverein hatte zum Spielplatzfest geladen.

Einige Gäste zum Mittagessen

Statt kreischender Kinder und gut gelaunter Eltern kriecht Ferienplausch-Chef Dietmar (Didi) Klement aus dem etwas erhöhten Weiden-Dickicht. Er nütze die Zeit zum Jäten, sagt er fast entschuldigend, während er den roten Plastikkübel abstellt und sich die Wassertropfen von der Brille wischt. Trotz der schlechten Wetterprognosen habe man auf einige trockene Zeitabschnitte gehofft, macht er klar und begründet: Ein Verschiebungsdatum zu finden, sei aus personellen Gründen nicht möglich gewesen. «Jetzt ist es halt anders gekommen. Wobei am Mittag einige Eltern und Kinder dagewesen sind: zum Bräteln.»

Grillplatz oder Unterstand?

Der Erlebnisspielplatz, vor sechs Jahren auf Initiative des Elternvereins und in Zusammenarbeit mit Gemeinde, Zivilschutz sowie Sponsoren errichtet, liegt Didi Klement persönlich am Herzen. Gut besucht sei sie, die Anlage, aber sie dürfte auch noch besser frequentiert werden. Momentan liege sie auch ziemlich versteckt, da die Stauden hin zur Landbergstrasse zu einer dichten, grünen Wand gewachsen seien. Entsprechend macht sich Klement auch Gedanken darüber, wie der Spielplatz weiter attraktiviert werden könnte. Ideen sind durchaus vorhanden. Und ein kleines Budget für die Umsetzung stünde dem Elternverein auch zur Verfügung. Einen Feuer- und Grillplatz könnte sich Didi Klement allenfalls vorstellen oder einen überdachten Sitzplatz. Derlei Ideen, Wünsche und Visionen auszutauschen, wäre auch eines der Ziele des Spielplatzfestes gewesen.

Vandalismus bleibt ein Thema

Was auch immer in die Gestaltung und Erweiterung des Spielplatzes investiert wird, will wohl überlegt sein. «Die Anlage muss familienfreundlich, aber auch möglichst vandalensicher sein», sagt Didi Klement. Sinnlose Zerstörungswut, damit war man hier öfter konfrontiert. Klement denkt dabei nicht den Abfalleimer, der – wie jüngst mehrere öffentliche Objekte in Flawil – mit dem Schriftzug «Siko» beschmiert wurde. Mehrfach schon sei das Sonnensegel über dem angedeuteten Spielschiff angezündet oder – weil als Hängematte benützt – beschädigt worden. Deshalb habe man dieses nun durch eine Wimpelschnur ersetzt. Oder die Slackline: frisch montiert und kurz darauf durchgeschnitten.

Es ist inzwischen nach 15 Uhr. Noch immer fällt Regen. Niemand hat sich zwischenzeitlich mehr hierher verirrt. «Bis 17 Uhr, dem offiziellen Ende des Spielplatzfestes, werde ich auch nicht bleiben», sagt Didi Klement, bückt sich nach dem roten Plastikkübel, wendet sich ab und wieder seinem Unkraut zu.