Viel Raum bei der Erfassung

Jährlich liefern Gemeinden Daten über den Leerwohnungsbestand ans Bundesamt für Statistik. Der Anteil leerer Wohnungen in den Gemeinden der Region variiert teils stark. Das könnte aber auch an den unterschiedlichen Erfassungsmethoden liegen.

Ursula Ammann
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REGION. Am Stichtag 1. Juni 2012 erfasste das Bundesamt für Statistik schweizweit alle Leerwohnungen. Das Ergebnis: Im Durchschnitt stehen in der Schweiz 0,94 Prozent aller Wohnungen leer. Im Kanton St. Gallen liegt der Anteil bei 1,5 Prozent.

Methodenwechsel

Die Leerwohnungsziffern in der Region variieren teils stark. In Flawil beispielsweise wurde im Vergleich zu den Nachbargemeinden ein auffällig hoher Anteil an leerstehenden Wohnungen erfasst. Nämlich 4,4 Prozent. Diese Zahl ist auch deutlich höher als im Vorjahr. Damals standen laut Bundesamt für Statistik 1,6 Prozent der Wohnungen leer. Woher dieser Unterschied? Ein Grund dafür könnte der Wechsel der Erfassungsmethode sein: In der Gemeinde Flawil werden die Leerwohnungen seit diesem Jahr anhand der erfassten Daten von Einwohneramt und Bauverwaltung ermittelt. Im 2011 hat die Bauverwaltung noch per Inserat aufgefordert, Leerwohnungen zu melden. «Wir waren darauf angewiesen, dass uns die Immobilienbesitzer über die leerstehenden Wohnungen informieren», erklärt Sonja Keller, zuständige Mitarbeiterin der Bauverwaltung.

Zwei Anrufe sind viel

Unter dem kantonalen, aber leicht über dem nationalen Durchschnitt von 0,94 Prozent situiert sich beispielsweise die Stadt Wil mit einem Anteil leerstehender Wohnungen von 1 Prozent. Unter dem schweizweiten Durchschnitt liegen die Gemeinden Degersheim (0,1 Prozent), Oberuzwil (0,4 Prozent und Jonschwil (0,4 Prozent). Aber auch Uzwil hat mit 0,6 Prozent wenig leerstehende Wohnungen. Die Gemeinden Uzwil und Oberuzwil ermitteln den leerstehenden Wohnraum unter anderem per Inserat: «Wenn wir darauf zwei Anrufe bekommen, ist das aber schon ziemlich viel», sagt Raffael Gemperle von der Bauverwaltung Uzwil. Zusätzlich können Immobilienbesitzer leere Wohnungen auf der Homepage der Gemeinde registrieren. «Wir haben momentan nur wenige Leerwohnungen», so Gemperle. Gleichzeitig betont er aber, dass dieser Anteil steigen kann, etwa durch Neubauten. «Ein neuer Block mit unvermieteten Wohnungen kann den Prozentsatz leerstehender Wohnungen schnell in die Höhe steigen lassen.»