Viel Arbeit bis zum Schluss

21 Jahre war er an der Schule Zuzwil tätig, neun davon als Schulleiter: Gestern verabschiedete die Schüler- und Lehrerschaft Freddy Noser.

Natalie Brägger
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Für einen kurzen Moment durfte Freddy Noser durchatmen und sein Abschiedsfest geniessen. (Bild: nb.)

Für einen kurzen Moment durfte Freddy Noser durchatmen und sein Abschiedsfest geniessen. (Bild: nb.)

Zuzwil. «Guten Morgen, Herr Noser», rief die ganze Zuzwiler Schülerschar, als Freddy Noser gestern um halb zehn Uhr auf den für ihn hergerichteten Liegestuhl stieg. Sie wollten ihrem Schulleiter ein würdiges Abschiedsfest bieten, denn nach den Sommerferien tritt Freddy Noser die Stelle als Schulleiter der Oberstufenschule Sproochbrugg in Zuckenriet an. Die sechsten Klassen unter der Leitung von Gabriela Neff stimmten nach einer kurzen Begrüssung durch Schulratspräsident Thomas Rubli ins Lied «Legendä und Heldä» von Bligg ein. Den Beginn des Liedes hatten sie extra umgeschrieben. «Du gisch Bluet, Schweiss und Träne für die Schuel», hiess der erste Satz, der passender nicht hätte sein können.

«Keinen Aufwand gescheut»

In einer kurzen Ansprache schaute Thomas Rubli auf die Wirkenszeit von Freddy Noser in Zuzwil zurück. Im Sommer 1990 trat dieser als Erstklasslehrer in die Zuzwiler Schule ein. Die Schule war damals noch übersichtlich, weder das Schulhaus Unterdorf noch das neue Schulhaus in Züberwangen existierten. In den vergangenen 21 Jahren hatte Freddy Noser mit rund 1700 Schülerinnen und Schülern zu tun, als Schulleiter arbeitete er mit rund 200 Lehrkräften und Behördenmitgliedern zusammen. «Sein Ziel war es immer, die beste Schule im ganzen Kanton zu haben», beschrieb Thomas Rubli den abtretenden Schulleiter. Dafür hätte er keinen Aufwand gescheut, was viele grosse Projekte wie die Feuerwehrübung mit der ganzen Schule, verschiedene Ausstellungen oder das kürzlich gefeierte Schulfest zum 1250-Jahr-Jubiläum zeigten. Das Fest vom vergangenen Samstag ist für Freddy Noser der Höhepunkt seiner Karriere in Zuzwil. «So ein Fest bleibt unerreichbar», sagte er, «es war eine Riesenfreude, wie alle mitgeholfen haben.»

Zweitägige Abschiedstournée

Bei seiner Verabschiedung konnte Freddy Noser allerdings nicht nur geniessen, er musste auch viel leisten. Obwohl er, wie er selbst sagt, «keine Ahnung von Musik» hat, musste er die Sechstklässler auf einer Bassgitarre begleiten. Diese Aufgabe meisterte Noser souverän – trotz Müdigkeit vom vergangenen Tag. Seine grosse Abschiedstournée begann nämlich bereits am Donnerstag. Am Morgen um halb acht stand eine Klasse mit einem Frühstück vor seiner Haustür. Später nahm sie ihn mit zur Schule, wo die gesamte Schülerschaft wartete. In jedem Schulzimmer konnte der Schulleiter darauf persönlich «Adieu» sagen, natürlich nicht ohne eine letzte herausfordernden Aufgabe zu erfüllen. Am frühen Abend waren sogar seine ersten Schüler, heute alles 28-jährige Erwachsene, nach Zuzwil gekommen, um ihn zu überraschen. Mit einer Schnitzeljagd ging es für Noser schliesslich weiter nach Wil, wo er mit Lehrern und Behördenmitgliedern ein Abschiedsessen genoss.

Übergabe an Nachfolger

Freddy Noser freute sich sichtlich über die gelungene Überraschung. Ferien darf er allerdings noch keine geniessen. In der kommenden Woche räumt er sein Büro und übergibt seine Aufgaben seinem Nachfolger Robert Züllig.