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Via Bühlerbahn nach Südafrika

Seit den 1920er-Jahren transportiert die Lokomotive der Firma Bühler tonnenschweres Material zum Bahnhof Uzwil. Die Fahrt der Güter mitten durch das Wohnquartier ist die erste Station auf ihrem Weg in die ganze Welt.
Angelika Hardegger
Die Industriegleise der Bühlerbahn führen quer über die stark befahrene Bahnhofstrasse. Bei einem Gütertransport schaltet die sonst orange blinkende Ampel auf Rot. (Bilder: Angelika Hardegger)

Die Industriegleise der Bühlerbahn führen quer über die stark befahrene Bahnhofstrasse. Bei einem Gütertransport schaltet die sonst orange blinkende Ampel auf Rot. (Bilder: Angelika Hardegger)

UZWIL. Im Schritttempo tuckert die Bühlerbahn los. Mit 305 PS befördert die Henschel-Lokomotive den sechsachsigen Güterwaggon quer über die Bahnhofstrasse hinauf in Richtung Güterbahnhof. In der Sonnenhügelstrasse biegt die Bahn auf die linke Fahrspur ein. Vorne stauen sich die Autos, hinten stauen sich die Autos – der Güterzug fährt gemütlich weiter, mitten durchs Wohnquartier. Am Fenster eines Einfamilienhauses steht eine Mutter mit ihrem Kind auf dem Arm und winkt dem Lokführer zu. Auch für die Uzwiler, so scheint es, ist die Bühlerbahn noch aussergewöhnlich.

Eine brenzlige Situation

Schon seit zehn Jahren lenkt Christian Frick die Bühlerbahn zum Uzwiler Bahnhof und zurück. «Passiert ist Gott sei Dank noch nie etwas», sagt der Rangierlokführer laut, um den Lärm des Lokomotivenmotors zu übertönen. Nur einmal, an einem «pickelharten» Wintertag, sei ihm die Lok beim Retourweg vom Bahnhof auf der Sonnenhügelstrasse «ab» und erst kurz vor der Bahnhofstrasse wieder zu stehen gekommen. Da habe der Quarzsand, den er bei Nässe per Fernbedienung zwischen Rad und Schiene streut, erst im letzten Moment seinen Dienst getan. Zu einem Zusammenstoss mit einem Auto sei es aber noch nie gekommen. «Obwohl viele die rote Ampel an der Bahnhofstrasse einfach überfahren.»

In Richtung Nordhafen

Wann genau das Bähnli zum ersten Mal im Einsatz stand, steht in der Uzwiler Dorfchronik nicht geschrieben. Klar ist, dass die Firma Bühler schon in den 1920er-Jahren die Konzession zum Betrieb eines Industriegeleises erhielt, welches das Firmenareal mit dem Bahnhof verbindet. Damals machten die Grosstransporte der Bühler rund die Hälfte des Warenumschlages auf dem Bahnhof Uzwil aus. Heute fährt die Bahn noch ein- bis zweimal täglich, wie Sandro Egli, Leiter Packerei und Verlad der Bühler AG, sagt. Vom Bahnhof Uzwil werden die in Holzkisten verpackten Ladungen mit dem Güterzug in das Aussenlager der Bühler nach Basel transportiert. Anschliessend geht es per Rheinschiff in Richtung Nordhafen – nach Antwerpen oder Rotterdam, wo die Kisten in Frachtcontainer verladen werden. So gelangen die Exportgüter via Seetransport in die ganze Welt: In die USA, nach Dubai, China, Südafrika, Paraguay oder Australien. Etwa einmal die Woche bringt das Bähnli zudem importiertes Rohmaterial, meist aus China, vom Güterbahnhof zum Werkareal.

Auch in Zukunft wichtig

«Rund 2500 bis 3000 Tonnen Material verlassen unser Areal jedes Jahr mit der Bahn in Richtung Basler Rheinhafen» sagt Duilio Di Martino, Teammanager Shipping der Bühler AG. Das mache 5,4 Prozent des Exportvolumens des Werks Uzwil aus. Trotz des vergleichsweise kleinen Anteils der Lok am gesamten Exportverkehr sei diese ein Beitrag der Unternehmung zur CO2-Reduktion, wie Sandro Egli sagt. Er glaubt, dass die Bühlerbahn auch künftig wichtig sein wird. Deshalb habe man die Diesellok vor vier Jahren einer Totalrevision unterzogen und 2012 erfolgreich gegen die von SBB Cargo geplante Schliessung des Güterbahnhofs Uzwil interveniert.

Lokführer Christian Frick steuert die Bühlerbahn per Fernbedienung.

Lokführer Christian Frick steuert die Bühlerbahn per Fernbedienung.

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