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Vespa fahren zum Geniessen

Mario Caso liebt Vespas seit seiner Kindheit. Nach und nach machte er sein Hobby zum Beruf. Seit zwei Jahren konzentriert er sich in Züberwangen auf die Restaurierung der italienischen Roller.
Albert Büchi

Züberwangen. Mario Caso wurde zwar 1956 in der Schweiz geboren, verbrachte seine Kindheit aber in Süditalien. Damals gab es dort nur wenige Autos. Die gebräuchlichsten Fortbewegungsmittel waren Fahrräder oder Roller der Marken Vespa und Lambretta. Letztere hatte den Ruf, zwar robust, aber eher behäbig zu sein. Die Vespa wirkte rassiger und war gerade bei jungen Leuten beliebter.

Ein Bild aus der Kindheit prägte sich bei Mario Caso besonders ein: Ein schwarz gekleideter Mann mit Brillantine im Haar – oder war es vielleicht doch Öl? – und spitzen Schuhen auf einer Vespa GS. Der fuhr oft an seinem Haus vorbei und weckte im italienischen Knaben das Interesse für den rassigen Roller aus dem Haus Piaggio. Heute sagt Caso: «Die Vespa liegt mir seit meiner Jugend im Blut.»

Ein langer Weg

Dennoch erlernte Mario Caso nicht etwa den Beruf des Fahrrad- oder Motorradmechanikers. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich als Maler. Denn in diesem Beruf fand er als junger Mann Arbeit. In seiner Freizeit frönte er aber dem Hobby «Zweiräder». Mit und ohne Motoren. Schon als Jüngling flickte er Fahr- und Motorfahrräder seiner Kollegen.

Etliche Jahre lang war das Fahrrad nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern auch Sportgerät. Er bestritt Velorennen. «Aber nicht als Profi», lacht Mario Caso.

1980 kam er definitiv in die Schweiz. Der Liebe wegen, denn dies war auch das Jahr seiner Heirat. Doch auch an seinem neuen Wohnort waren Pinsel und Farbkübel die Utensilien, die ihm ein regelmässiges Einkommen ermöglichten. Erst 1996 begann er damit, sich in Züberwangen ein kleines «Reich» als Vespa-Fachmann aufzubauen.

Allmählich reduzierte er seine Arbeitszeit als Maler. Vor zwei Jahren wagte er, unterstützt von seiner Ehefrau Dolores, den entscheidenden Schritt. Er tauschte Malerpinsel definitiv gegen Schraubenzieher und konzentriert sich seither vollumfänglich auf Vespas und andere Zweiräder. Es war also ein langer Weg vom Hobby bis zum Beruf.

Gute Beziehungen zu Italien

Ein Blick in die kleine Werkstatt im Langensteig lässt erahnen, dass Mario Caso nicht völlig auf die Marke Vespa fixiert ist. Da sind auch andere Fabrikate auszumachen. Ebenso stehen mehrere Fahrräder herum.

Während des Besuchs der Wiler Zeitung kommt ein Mann vorbei, dessen Velo eine Reparatur benötigt, weil der Benützer gerade von einem Auto angefahren wurde. Schnell und unkompliziert wird der Reparaturauftrag angenommen, und der Kunde macht sich zu Fuss auf den Heimweg. Schliesslich heisst das Geschäft ja auch «Speed & Fun Bike + Scootershop».

Aber Mario und Dolores Caso machen keinen Hehl daraus, dass ihre grosse Liebe der Vespa gilt. «Vespas restauriere ich von A bis Z», sagt Mario Caso. Normalerweise geschehe das im Auftrag von Kunden. Doch vor allem im Winter rüste er auch selber erstandene Fahrzeuge auf, um diese dann zu verkaufen. Das älteste Modell, das er je restauriert habe, sei eine Vespa mit Jahrgang 1951 gewesen.

Weil Ersatzteile in der Schweiz oftmals nur noch schwer zu kriegen seien, unterhalte er gute Beziehungen zu Händlern in Italien. Er selbst hat keine offizielle Vespa-Vertretung, kann aber auf Wunsch auch neue Roller beschaffen. Er biete dafür auch den vollen Service, betont der Mechaniker. Und er hält klar fest, dass er kein Sammler sei. Die Vespas würden für Kunden restauriert und repariert, nicht für seinen eigenen Gebrauch.

Casos eigene Philosophie

Das Geschäft scheint gut zu laufen, denn nur zum Vergnügen fahre er kaum noch Vespa, erzählt Caso: «Dazu fehlt mir schlicht die Zeit.» Eigentlich schade, wenn man bedenkt, dass Mario Caso meint: «Vespa fährt man, um zu geniessen.» Wer seine «kleine Italienerin» tunen will, ist in Züberwangen an der falschen Adresse. Solche Aufträge lehne er kategorisch ab, stellt Caso klar. Das passe überhaupt nicht zu seiner Philosophie.

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