Verzögerung
Mehrere Einsprachen gegen die Überbauung des Landhausareals: Das könnte Ungemach für die Velofahrer zur Folge haben

Der geplante Neubau an der Unteren Bahnhofstrasse 1 bis 11 verzögert sich. Gegen die Baupläne sind Einsprachen eingegangen. Davon betroffen ist auch die neue Veloabstellanlage am Bahnhof.

Gianni Amstutz
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Die geplante Überbauung des Landhausareals (links) verzögert sich.

Die geplante Überbauung des Landhausareals (links) verzögert sich.

Bild: PD

Es ist seit Jahren eine der wichtigsten Überbauungen, die in Wil realisiert werden soll. Denn an der Unteren Bahnhofstrasse 1 bis 11 werden über 100 Wohnungen gebaut, zudem sollen in den unteren Stockwerken Gewerbeflächen entstehen.

Doch nun droht Ungemach. Gegen das 70-Millionen-Franken-Bauprojekt, das bis Mittwoch öffentlich aufgelegen ist, sind mehrere Einsprachen eingegangen. Stand Donnerstag waren es deren drei.

Inhalt der Einsprachen unbekannt

Zum Inhalt der Einsprachen ist nichts bekannt. Die Stadt kann auf Anfrage keine Auskunft darüber geben, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Deshalb ist auch noch unklar, wie lange die Einsprachen den Baustart verzögern werden. Bei der Bauherrin Mettler2Invest ist man allerdings nach wie vor zuversichtlich. Projektleiter Stefan Schreiber sagt: «Wir rechnen weiterhin mit dem geplanten Baustart Anfang 2022.»

Können sich Bauherrschaft und Einsprecher nicht einigen, muss die Baukommission entscheiden. Dieser Entscheid könnte aber noch über mehrere Instanzen weitergezogen werden, was eine Verzögerung um Monate oder gar Jahre zur Folge hätte.

Bei Grossprojekten gibt's oft Einsprachen

Für Mettler2invest ist dies ein Rückschlag. Einer, der allerdings nicht ganz unerwartet kommen dürfte. Denn gegen Bauprojekte dieser Grösse werden fast immer Einsprachen eingereicht.

Doch nicht nur für die Bauherrin ist die Verzögerung ärgerlich. Auch die Stadt ist aus mehreren Gründen an der Verwirklichung des Projekts von Mettler2invest interessiert. Einerseits, weil das Landhausareal seit Jahren einen heruntergekommenen Eindruck hinterlässt und der geplante Neubau an zentraler Lage für die Stadt eine bessere Visitenkarte abgeben würde.

Anderseits ist die Überbauung des Landhausareals aus städtebaulicher Sicht ein gutes Beispiel der geforderten Innenverdichtung. Und als 2000-Watt-Areal erfüllt sie auch die städtischen Klimaziele. Die Verzögerung des Projekts dürfte die Stadt aber vor allem wegen eines Aspekts stören: der geplanten Veloabstellanlage.

Diese soll die heutige zweistöckige Abstellanlage ersetzen, welche nicht den besten Ruf geniesst. Das Parlament hat im Mai dazu einen Kredit über rund 4,2 Millionen Franken gesprochen. Doch da die neue Veloabstellanlage Teil der Überbauung ist, betrifft die Einsprache auch sie. Und das könnte für die Stadt zum Problem werden.

Ab Januar haben die Velofahrer ein Problem

Der Vertrag zur Nutzung der alten Veloabstellanlage wurde von der Stadt in Erwartung des Neubaus nämlich gekündigt. Die Frist läuft Ende Jahr aus. Das könnte heissen, dass ab Januar die Veloabstellplätze am Bahnhof ersatzlos wegfallen. Im Bericht des Stadtrats heisst es: «Wenn das Projekt nicht zustande kommt, steht ohne neuen Vertrag ab 2022 kein Ersatz für diese ideal gelegenen Abstellflächen zur Verfügung.»

Für alle, die den Weg vom beziehungsweise zum Bahnhof mit dem Velo zurücklegen, wäre das ein herber Schlag. Es scheint aber wahrscheinlich, dass in diesem Fall eine Übergangslösung gesucht würde. Zuerst einmal gilt es nun die weitere Entwicklung der Einsprachen abzuwarten.

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