Vertrauensvotum für die Behörden

Die Ganterschwiler Bevölkerung zeigte an der diesjährigen Bürgerversammlung Unterstützung für die Anträge der Behörden. Unter anderem genehmigte sie eine Änderung der Gemeindeordnung.

Ursula Ammann
Drucken
Teilen
Durch die Versammlung führten Hans Isenring, Verwaltungsratspräsident der Dorfkorporation, Felix Hess, Schulratspräsident, und Othmar Gerschwiler, Gemeinderatspräsident (von links). (Bild: uam.)

Durch die Versammlung führten Hans Isenring, Verwaltungsratspräsident der Dorfkorporation, Felix Hess, Schulratspräsident, und Othmar Gerschwiler, Gemeinderatspräsident (von links). (Bild: uam.)

Ganterschwil. Insgesamt 69 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger versammelten sich am vergangenen Freitag zur Bürgerversammlung im Restaurant Löwen. 8,5 Prozent der Stimmberechtigten also. Alle Anträge, ob von der Politischen Gemeinde, der Schulgemeinde oder der Dorfkorporation, wurden einstimmig genehmigt.

Auf der Traktandenliste stand auch der Antrag zur Änderung der Gemeindeordnung.

Diese ermöglicht, dass das Ganterschwiler Stimmvolk an der Urne und nicht an der Bürgerversammlung über eine Gemeindefusion mit Bütschwil entscheidet. Die Anwesenden genehmigten die Vorlage ohne jegliche Einwände.

Gemeindepräsident Othmar Gerschwiler würdigte die «gute und offene Diskussion» an der Informationsveranstaltung, welche am 11. März bezüglich dieser Fusionsbestrebungen stattgefunden hatte (Die Wiler Zeitung berichtete). Am 26.

September entscheidet das Ganterschwiler Stimmvolk nun an der Urne, ob ein Gemeindefusionsverfahren eingeleitet werden soll.

Steuerfuss bleibt gleich

Die Rechnung 2009 der Gemeindeverwaltung schloss mit einem Ertragsüberschuss von 197 600 Franken, welcher nun ins Eigenkapital fliessen soll. Dieses beträgt neu rund 416 300 Franken.

Die Mehrerträge sind insbesondere höheren Steuererträgen, einem Minderaufwand bei der Sozialhilfe sowie dem tieferen Finanzbedarf der Primarschulgemeinde zu verdanken.

Die Primarschulgemeinde konnte den Steuerbedarf, laut den Erläuterungen von Schulratspräsident Felix Hess, um rund 76 200 Franken reduzieren – ebenfalls dank Mehrerträgen und Minderaufwendungen.

Die Dorfkorporation verbuchte einen Verlust von rund 32 400 Franken gegenüber dem Voranschlag 2009. «Der Unterhalt von Anlagen ist um einiges höher ausgefallen als budgetiert», erklärte Hans Isenring, Verwaltungsratspräsident der Dorfkorporation. Trotzdem sind 2009 rund 108 800 Franken als Einlage in die Vorfinanzierung geflossen.

Im Budget 2010 der Politischen Gemeinde wird sich ein Defizit von rund 98 700 Franken abzeichnen. Der Steuerfuss wird dennoch bei 142 Prozent belassen. Als Deckung dient das Eigenkapital.

Neben der Gemeinde Neckertal hat Ganterschwil den tiefsten Steuerfuss im Toggenburg.

26 Geburten und grosse Pläne

Neben der Grundsatz-Abstimmung über eine Gemeindefusion mit Bütschwil stehen 2010 weitere bedeutende Ereignisse an. Die Dorfkorporation tätigt eine Investition von 245 000 Franken für die Leitungsnetzerneuerungen an der Neckertalstrasse. Zur Finanzierung dient unter anderem ein Teil der Rückstellungen aus der Vorfinanzierungs-Einlage.

Die Primarschule nimmt ebenfalls neue Aufgaben in Angriff. Nach einem jahrelangen Abwärtstrend steigt die Zahl der schulpflichtigen Kinder seit drei Jahren wieder. Die Primarschulgemeinde hat deshalb im Sommer 2009 wieder eine 5. Klasse eingeführt. Eine weitere Errungenschaft ist die Einführung eines Schulsozialdienstes.

Grund zur Freude gab die ausserordentlich hohe Geburtenrate im Jahr 2009. Ganterschwil ist dabei um 26 Einwohnerinnen und Einwohner reicher geworden.

«Ohne die zahlreichen Geburten hätten wir einen Bevölkerungsrückgang verzeichnen müssen», bemerkte Gemeindepräsident Othmar Gerschwiler und freute sich, dass die Bevölkerung nun um eine Person auf 1193 Einwohner angestiegen ist.

Aktuelle Nachrichten