VERSUCHUNG: Beim Reinbeissen muss es krachen

Ostern steht vor der Tür – der Osterhase ist das Symbol schlechthin für diese Zeit. Confiseure aus der Region erklären, wie wichtig das Ostergeschäft ist und was einen guten Osterhasen ausmacht.

Thomas Riesen
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Adrian Studer von der Wiler Confiserie Hirschy mit seinem «Ferdy», benannt nach dem legendären Hirschy-Patron Ferdinand Hirschy.

Adrian Studer von der Wiler Confiserie Hirschy mit seinem «Ferdy», benannt nach dem legendären Hirschy-Patron Ferdinand Hirschy.

Thomas Riesen

redaktion@wilerzeitung.ch

Was haben das Café Schöntal, die Confiserie Hirschy, das Café ­Stalder und die Confiserie Dober gemeinsam? Das Ostergeschäft spielt bei allen eine wichtige Rolle. Je rund 3500 Osterhasen gehen jährlich bei Adrian Studer (Confiserie Hirschy) und Armin Dober (Confiserie Dober) über den Ladentisch. Peter Müller, Inhaber des Café Schöntal und der Confiserie Stalder, geht von über 2000 Osterhasen aus. Das Ostergeschäft ist damit so wichtig wie das Weihnachtsgeschäft. Allerdings konzentriert sich der Osterhasenverkauf auf einen kürzeren Zeitraum.

Kreativität als Unterschied

Cafés und Confiserien müssen um Kunden kämpfen. Das Lockmittel heisst Kreativität, betont Armin Dober. «Sie ist der Unterschied zum Grossverteiler.» So verkaufen die Confiseure nicht nur Hasen, auch Enten, Hühner, Schafe kommen zum Einsatz. Bei Peter Müller können die Osterhasen Gitarre spielen, schwingen, kochen oder sind Feuerwehrangehörige. Soviel Kreativität ist in allen Betrieben Teamarbeit. Die Kunden tragen über zwei Faktoren zur Bewertung des Angebotes bei: Was sie kaufen und was sie loben. Adrian Studer erlebt Reaktionen meist beim Kauf, wenn diese vor dem Regal stehen. Dann weiss er gleich, ob ein Osterhase punktet oder nicht.

Unterschiedliche Definitionen

Um das optimale Produkt zu schaffen, braucht es das Detailwissen. Für Armin Dober liegt die Priorität bei der Frische, der richtigen Wanddicke und «die Schokolade muss beim Reinbeissen krachen». Peter Müller setzt auf das visuelle Element, beim Kunden müsse es «wow» machen, der Osterhase einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dazu trage die geschmackliche Qualität bei. Adrian Studer betont die Bedeutung eines schönes Gesichtes und der guten Schminke. «Der Kunde muss dem Osterhasen in die Augen schauen und sich durch den Gesichtsausdruck angesprochen fühlen.»

Vor allem Milchschokolade

Die Produktion eines von Hand gefertigten Osterhasen ist keine Kunst, aber sie ist anspruchsvoll. Gefragt ist Fantasie. Die Schminke wird vor dem Schokoladegiessen angebracht; es gibt keine Kontrollmöglichkeit, bevor das Produkt fertig ist. Meist setzten die Confiseure auf Milchschokolade, aber auch die Freunde dunkler und weisser Schokolade kommen nicht zu kurz. Ebenfalls im Angebot ist Caramelschokolade. Sie hat sich aber noch nicht bei allen Kunden durchgesetzt. Unabhängig davon: Die Produktion von Osterhasen ist eine Mischung aus Handarbeit und Massenproduktion – eine anspruchsvolle Gratwanderung.