Verschärfte Massnahmen und Aufrufe der Stadt Wil zeigen noch keine Wirkung: Jetzt wird ein weiteres Areal abgesperrt

Nachdem am Freitag bereits der Skatepark und der Sportplatz Lindenhof mit Baugittern abgesperrt wurden, hat die städtische Arbeitsgruppe entschieden, auch das Areal des Alleeschulhauses zu sperren. Nach dem Osterwochenende könnten weitere Massnahmen folgen.

Gianni Amstutz
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Seit Mittwoch ist auch das Areal um das Alleeschulhaus abgesperrt.

Seit Mittwoch ist auch das Areal um das Alleeschulhaus abgesperrt.

Bild: Andrea Häusler

Die Botschaft der Stadt Wil war eigentlich klar:

«Bleiben Sie zu Hause. Bitte. Alle.»

Dies will die Stadt mit einer am Freitag gestarteten Plakatkampagne verdeutlichen. Ausserdem wurden zwei Areale – der Sportplatz Lindenhof und der Skatepark Bergholz – abgesperrt, weil dort wiederholt grössere Gruppen angetroffen wurden. Trotz all dieser Massnahmen scheint die Botschaft noch nicht bei allen angekommen zu sein.

Auf den abgesperrten Arealen konnte sich zwar niemand aufhalten, das Problem gelöst wurde damit aber nicht. Anstatt beim Lindenhof oder dem Skatepark wurden übers Wochenende im Areal rund um das Alleeschulhaus vermehrt Personengruppen festgestellt, die sich nicht an die Anweisungen des Bundes hielten. Dies geht aus einer Medienmitteilung der Stadt hervor.

Die entsprechenden Personen – vornehmlich Jugendliche sowie junge Erwachsene – seien gebüsst und weggewiesen worden. Diese strenge Linie wird weitergeführt. Die Stadtpolizei sei weiterhin angehalten, bei Zuwiderhandlungen direkt Bussen auszusprechen, schreibt die Stadt.

Nach Osterwochenende wird Bilanz gezogen

Nun steht das Osterwochenende vor der Tür. Die Wetterprognosen versprechen schönes Frühlingswetter bei Temperaturen um die 20 Grad. Da dürfte es manchen nach draussen locken.

Dem ist sich auch die Arbeitsgruppe «Coronavirus» der Stadt bewusst. Bereits am Freitag warnte sie vor weiteren Einschränkungen des Bundes, sollte sich die Bevölkerung nicht konsequent an die Vorgaben halten. Am Mittwoch sagte es der stellvertretende Stadtschreiber Samuel Peter nun noch einmal klar und deutlich: «Nach dem Osterwochenende wird Bilanz gezogen. Dann wird sich zeigen, ob weitere Massnahmen notwendig sind.»

Die Arbeitsgruppe stehe in stetigem Austausch mit der Polizei und den Sicherheitsdiensten. Auf der Basis derer Rapporte würde über allfällige neue Massnahmen entschieden.

21 Bussen an einem Wochenende beim Alleeschulhaus

Die Frage ist nun aber, ob dem Problem mit der Schliessung einzelner Areale überhaupt beizukommen ist. Wie das Beispiel der Absperrungen im Lindenhofquartier und beim Skatepark vom Freitag zeigte, konnten dadurch Menschenansammlungen nur bedingt verhindert werden. Diese sammelten sich einfach an anderen Orten.

Beim Areal des Alleeschulhauses wurden am Wochenende ganze 21 Bussen verteilt. Trotzdem verneint Peter die Frage, ob durch einzelne Schliessungen das Problem lediglich verlagert werde. Das habe man bisher nicht festgestellt.

Gleichzeitig gesteht er: «Auch mit einer Absperrung können nicht sämtliche Gruppenbildungen verhindert werden.» Es sei jedoch davon auszugehen, dass dies jedoch dadurch in den meisten Fällen gelinge.

Erhöhte Polizeipräsenz wohl auch über Ostern

Auch über das Osterwochenende ist an gut frequentierten Orten in Wil mit einem erhöhten Polizeiaufgebot zu rechnen. Denn schönes Wetter erhöht die Wahrscheinlichkeit für Menschenansammlungen. Ob sich alle an die Aufforderung der Stadt halten und zu Hause bleiben werden, bleibt abzuwarten.

Samuel Peter stellt aber klar: «Die Erholung in der Natur stellt keinen Ausnahmefall dar.» Die Bevölkerung werde eindringlich gebeten, das Osterwochenende zu Hause zu verbringen und das Zuhause nur bei Notwendigkeit zu verlassen.

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