Verrückte Zeiten – bekannte Songs

Die «Berlin Comedian Harmonists» haben virtuos und lustvoll den Bogen vom Gründerensemble bis zu Michael Jackson geschlagen. Das «Gas gibt Kultur-Publikum» war restlos begeistert von den sechs eleganten Herren im Frack.

Kathrin Meier-Gross
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Immer für ein Spässchen zu haben: Die Berliner Comedian Harmonists. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Immer für ein Spässchen zu haben: Die Berliner Comedian Harmonists. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

UZWIL. Zehn Jahre «Berlin Comedian Harmonists.» Grund genug, die Formation ein zweites Mal nach Uzwil einzuladen, wie Marcel Gähwiler, Geschäftsleiter der technischen Betriebe, erklärte. Diesmal mit akustischer Verstärkung, so dass auch die hintersten Reihen die teils skurril-dadaistischen Schlagertexte bis auf die letzte Silbe verstanden.

Jubiläumsprogramm

Gut 1000 Auftritte haben sie in den Fussstapfen der legendären «Comedian Harmonists» hinter sich gebracht. «Herzlichen Glückwunsch», gratulierten sie sich einstimmig und analysierten frotzelnd: «Fast wie eine Ehe zu sechst, aber es war keine Liebesheirat. Die Musik hält uns zusammen.» Zuerst jene aus den 30er-Jahren mit Liedern wie «Mein lieber Schatz, bist du aus Spanien» oder «Hallo hallo, was machst du heut Daisy».

Kurzweilig erinnerten sie an die Geschichte ihrer Vorgänger, die 1928 ihren Einstieg gefeiert hatten. Weil drei von ihnen jüdischer Herkunft waren, kam 1935 das Verbot für die Comedian Harmonists. Die Hälfte der Gruppe emigrierte nach Wien, suchte neue Mitglieder und war im Ausland sehr erfolgreich. Die in Berlin Gebliebenen ergänzten sich zum «Meistersextett». 1941 lösten sich beide Gruppen auf.

«Ein Freund, ein guter Freund» oder «Ein Lied geht um die Welt» sind nur einige der bekannten Liedtexte aus diesen «verrückten Zeiten».

Veronika, der Lenz ist da

Nebst Evergreens wie «Veronika, der Lenz ist da», «Ich wollt ich wär ein Huhn», oder «Mein kleiner grüner Kaktus» haben die Musiker für ihr Jubiläumsprogramm mit Ohrwürmern aus den vergangenen Jahrzehnten eine musikalische Brücke in die Gegenwart gebaut. Immer mit ihrem unvergleichlichen Sound. Glenn Miller's «Moonlight Serenade», Louis Prima's «Buona Sera Signorina», ein Beatles Medley, ABBA's Dank für die Musik oder Nena's «99 Luftballons», die zwischendurch vom kleinen grünen Kaktus gestochen werden – allesamt in perfekter Harmonie der verschiedenen Stimmen vorgetragen. Michael Jackson's legendärer Song «Billie Jean» wurde augenzwinkernd in «Ich bin zu fett» abgeändert. Das Publikum war hingerissen und verlangte Zugabe um Zugabe. Die Berliner Comedian Harmonists verabschiedeten sich schliesslich endgültig mit dem Lied: «Auf Wiederseh'n. Es kommt der Tag, da werden wir uns wiederseh'n irgendwo in der Welt». Vielleicht sogar in Uzwil.

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