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Vernissage in Wil: Kunstwerke, die sich mit der Tageszeit verändern

Acrylglas ist transparent und widerborstig – und in Sachen künstlerischer Gestaltung eine Herausforderung. Wie das geht, zeigt Sonja Schmid mit ihren Werken «Schattenspiele» im Kunstfoyer Bronschhofen.
Christof Lampart
Mit Acrylglas «Schattenspiele» gestaltet: Sonja Schmid erstellt Werke, die sich je nach Tageszeit oder Sonnenstand ändern. (Bild: Christof Lampart)

Mit Acrylglas «Schattenspiele» gestaltet: Sonja Schmid erstellt Werke, die sich je nach Tageszeit oder Sonnenstand ändern. (Bild: Christof Lampart)

«Plexiglas» – unter diesem Namen kennt man das 1933 vom Schweizer Chemiker Otto Röhm patentierte Acrylglas bestens. Wiewohl sich der Kunststoff mittlerweile in praktisch unzähligen Anwendungen im Alltagsbereich wiederfindet – die Kunst macht eher verhalten Gebrauch von diesem Material. Zwar gibt es immer wieder Künstlerinnen und Künstler, die aus Acrylglas Kuben, Stelen oder Objekte herstellen, doch als Material, das sich mit anderen Stoffen zu Mischtechniken verarbeiten lässt, findet Acrylglas eher wenig Anwendung.

Auch bei Sonja Schmid stand vor einigen Jahren, als sich die Kunstmalerin künstlerisch weiterentwickelte und mit neuen Materialien und Formen experimentierte, Acrylglas nicht zuoberst auf der Liste.

Frappante Tiefenwirkung und zusätzliche Dimension

«Ich experimentierte mit Kokons aus Papier und Draht. Sie standen gewissermassen für die Metamorphose, in der ich mich damals befand», erklärte die Künstlerin an der Vernissage vom Donnerstagabend im ehemaligen Gemeindehaus von Bronschhofen, das als Kunstfoyer genutzt wird. Da bot ihr eine Freundin, die bei einer Acrylglasfirma arbeitet, spontan Schnittabfälle an. Was nun begann, war eine faszinierende Auseinandersetzung mit Draht, Papier, Farben und Acrylglas. Es entstanden Werke, die allein durch ihre Anordnung buchstäblich «mehrschichtig» sind. Da das übereinandergeschichtete Acrylglas bei entsprechendem Lichteinfall auch seine Umgebung im Bild widerspiegelt, erhalten die Werke je nach Tageszeit, Sonnenstand oder einfach der davorstehenden Person eine zusätzliche «Dimension» zur eigentlich schon frappanten Tiefenwirkung hinzugefügt.

Belebende Buntheit vor Betonwänden

Kommt hinzu, dass das im Verlaufe des Tages über das Bild hinwegwandernde (Sonnen-)Licht immer wieder andere Stellen bescheint, von den Drähten und Papieren gebrochen, abgelenkt, abgewandelt wird. Kurzum, man könnte die bunten Bilder ohne weiteres als «work in progress» bezeichnen, deren «Fertigstellung» im Grunde genommen nie erreicht wird. Kommt hinzu, dass die knallige Buntheit der Werke an den Betonwänden des Kunstfoyers einfach hervorragend zur Geltung kommt.

Was hingegen schade ist – aber nicht anders zu erwarten war, in einem Gebäude, das im Alltag als Amt gebraucht wird – ist die mangelhafte Beleuchtung für exakt diese Art von Bildern. Denn dass die Bilder mit den wenigen vorhandenen Lichtern und Lampen wirklich so gut ausgeleuchtet sind, um ihre volle Wirkung entfalten zu können, lässt sich leider nicht behaupten. Sehenswert ist die kleine, aber feine Ausstellung, die noch bis zum kommenden 29. März gezeigt wird, aber auf jeden Fall.

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