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Vernissage in der Psychiatrie St. Gallen Nord in Wil: Fotografien im Raum und Skulpturen am Wegrand

Die beiden neuen Ausstellungen im Kulturpavillon der Psychiatrie St. Gallen Nord stehen unter dem Titel «Zwischenreich» und «Randständiges». Sie haben auch das Ziel, Hemmschwellen abzubauen.
Christoph Heer
Die Skulpturen von Roland Rüegg sind aus einem Baumstamm und die meisten mit der Kettensäge geschaffen worden. (Bild: Christoph Heer)

Die Skulpturen von Roland Rüegg sind aus einem Baumstamm und die meisten mit der Kettensäge geschaffen worden. (Bild: Christoph Heer)

Evelina Melchiori, eine Bildfinderin oder Bilderfinderin, wie sie sich selber bezeichnet, schafft es, das Auge des Betrachters sofort auf ihre Bilder zu lenken. Farbig, tief, entspannend, geschichtsträchtig – also genau die richtigen Kunstwerke für das Innenleben des denkmalgeschützten Kulturpavillons. «Als Bilderfinderin eines Raumbilds zwischen innen und aussen, Licht und Schatten, reflektiere ich die einstige Bedeutung des denkmalgeschützten Kulturpavillons und versuche, ihm neues Leben einzuhauchen», sagt die Künstlerin aus Uster.

Melchioris fotografische Platten sind auf dem Boden liegend zu betrachten. Eine ungewöhnliche Ansicht, was Bilder betrifft. «Im Aussenraum sind meine fotografischen Blätter aber so aufgehängt, dass ein Windhauch genügt und die Bilder bewegen sich auf interessante Art und Weise und verändern den Blickwinkel sekündlich.» Insgesamt sind es neun Bilder, die von oben herab auf den Betrachter wirken.

Ein Räderwerk aus einem Guss

Rund 70 Personen nahmen am Donnerstagabend an der Vernissage teil und waren voll des Lobes über die zwei Ausstellungen. Am Wegrand zum Kulturpavillon hinauf begleiten den Fussgänger nämlich die Holzskulpturen von Roland Rüegg aus Wattwil. Hauptsächlich mit Kettensäge und aus Baumstämmen erarbeitet, imponieren die Werke wie etwa das «Räderwerk». Rüeggs Objekte sind meist monobloc verarbeitet und verlangen nach längerer Begutachtung. «Es geht mir hierbei nicht um die Darstellung von Randständigem, im Sinne von marginalisierten Dingen, sondern vielmehr darum, dass die Arbeiten am Wegesrand zu stehen kommen», erklärt Rüegg. Seine Arbeiten thematisieren das Material Holz. «Holz ist immer Holz», sagt Rüegg und weist darauf hin, dass die Skulpturen eigentlich nur Gegenstände vorgaukeln, «sie zeigen uns den Weg von Baum zu Baum, hin zum Feuer und zum Rad und stets ist der Baum präsent.»

Vernetzung über die Kultur

Seit Jahren gilt der Kulturpavillon als beliebter Ausstellungsort. Dabei wird auch das Ziel verfolgt, Hemmschwellen abzubauen. Stefan Gort, selbst Künstler und an der Vernissage der Laudator, sagt, dass über die Kultur – ob Musik, Gesang oder Kunst – eine bessere Vernetzung stattfinden kann. «Viele Menschen haben heute noch eine gewisse Abneigung oder Zurückhaltung, wenn von einer Psychiatrie die Rede ist. Mit den beiden aktuellen Ausstellungen wollen wir einen weiteren Schritt machen, um Vorurteile abbauen zu können.»

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