Nach neun Jahren ist Schluss: Degersheims Verkehrsvereinspräsident Thomas Scherrer nimmt den Hut

Thomas Scherrer ist seit acht Jahren das Gesicht des Verkehrsvereins Degersheim. Nun wird ein Nachfolger gesucht.

Andrea Häusler
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Im Frühling nächsten Jahres ist definitiv Schluss: Thomas Scherrer tritt als Präsident des Verkehrsvereins Degersheim zurück. Wer seine Nachfolge antritt, ist offen.Bild: Andrea Häusler

Im Frühling nächsten Jahres ist definitiv Schluss: Thomas Scherrer tritt als Präsident des Verkehrsvereins Degersheim zurück. Wer seine Nachfolge antritt, ist offen.Bild: Andrea Häusler

Es sind grosse Fusstapfen, die Thomas Scherrer hinterlässt. Das Herzblut, mit dem er den Verkehrsverein (VVD) in den vergangenen Jahren geführt hat, manifestierte sich in Projekten, die den Namen Degersheim über die Region hinausgetragen haben. «Degersheim zum Anbeissen» (DzA), die preisgekrönte Wettbewerbsidee zum 100-Jahr-Jubiläum der St.Galler Kantonalbank wäre ohne den heute 50-Jährigen wohl nie dergestalt eindrücklich umgesetzt worden. Auch der im September eingeweihte Heilkräuterpfad, ein Teilprojekt von DzA, ist auf die Initiative des VVD-Präsidenten zurückzuführen.

Die Massstäbe sind gesetzt. Das macht die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger nicht einfacher. Obwohl Thomas Scherrer betont, dass jetzt durchaus eine ruhigere Phase einsetzen dürfe, das Präsidium auch in Personalunion geführt werden könnte. Leicht zu besetzen war das Amt ohnehin nie. Wäre Scherrer nach dem Rücktritt von Andrea Hagmann im Jahr 2011 nicht in die Bresche gesprungen, hätte dies mit hoher Wahrscheinlichkeit die Auflösung des 1942 gegründeten Vereins bedeutet.

Neue Statuten, neue Vereinbarung

Dabei reicht die Relevanz des VVD weit über die aktuellen «Leuchtturmprojekte» hinaus. Viel Arbeit wird im Hintergrund geleistet. So unterhält der Verein die gut 100 Ruhebänke, die Grillstellen und den Lehrpfad «Rond om Tegersche». Er ist ausserdem für die 1.Augustfeier, den Funkensonntag und das Sommerkonzert in Wolfertswil zuständig, sorgt für den Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz usw. Dies alles unter dem Titel des Vereinszwecks, in Zusammenarbeit mit Behörden, Vereinen, Institutionen und Privatpersonen, die kulturellen und touristischen Interessen sowie Traditionen von Degersheim zu wahren und zu fördern.

Derzeit werden die geltenden, über 70-jährigen Statuten überarbeitet. Gleichzeitig ist eine Vereinbarung mit der Gemeinde im Entstehen, welche die Aufgaben der öffentlichen Hand und des VVD insbesondere an den Schnittstellen mit den Funktionen des Bauamts klar definiert.

Rollende Generationenablösung

Thomas Scherrer tritt im Frühjahr zurück. «Definitiv», wie er betont. «Ein weiteres Jahr anzuhängen, ist keine Option – aus beruflichen Gründen». Mit ihm scheidet auch Bruno Forrer, der «Mister Funken», aus dem Vorstand aus. Die beiden Rücktritte nimmt Scherrer zum Anlass, eine rollende Generationenablösung im Vorstand anzustossen. Mehrere junge, dynamische Personen sollen ins Boot geholt werden und die Möglichkeit haben, sich entspannt einzuarbeiten. Mit diesem Ziel hat Scherrer potenziell Interessierte angeschrieben und darüber hinaus zu einem öffentlichen Anlass geladen. Die Gruppe, die sich am Dienstag auf dem Wolfensberg traf, blieb allerdings überschaubar. «Ernüchternd», wie Thomas Scherrer sich ausdrückte. Zuversichtlich bleibt er gleichwohl. Einerseits deshalb, weil sich einige der wenigen eine Mitwirkung im Vorstand zumindest vorstellen könnten und anderseits, weil die Bereitschaft zu projektbezogenem, wenn auch nicht ständigem Engagement vorhanden ist.

Viel Raum für kreative Ideen

Thomas Scherrer hat weiterhin offene Ohren für Namen von Personen, die sich für Degersheim engagieren möchten. Wobei vorerst niemand Ambitionen aufs Präsidentenamt zu haben braucht. «Denn der VVD-Vorstand konstituiert sich selbst», sagte Scherrer. Spannend sei die Mitwirkung allemal. Umso mehr, als das Projekt «Degersheim zum Anbeissen» im Frühjahr auslaufe und in diesem Bereich neue Gestaltungsfreiräume entstünden. Ohnehin seien der Kreativität wenig Grenzen gesetzt. «Und bettelarm ist der Verein auch nicht, obwohl er sich im Wesentlichen aus Mitgliederbeiträgen finanziert.»