Degersheim
Sicherheitsrisiken durch Baustellenverkehr: Eine Schwelle soll es richten

Die einen freut's, die andern ärgert's: Die Kunststoffschwelle an der Degersheimer Taastrasse sorgt für Diskussionen. Obwohl die verkehrsberuhigende Massnahme ein zeitlich befristetes Provisorium ist.

Andrea Häusler
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Füsschen-Markierungen zur Fussgängerführung und eine Kunststoffschwelle zur Temporeduktion sollen die Verkehrssicherheit an der Taastrasse temporär verbessern.

Füsschen-Markierungen zur Fussgängerführung und eine Kunststoffschwelle zur Temporeduktion sollen die Verkehrssicherheit an der Taastrasse temporär verbessern.

Bild: Andrea Häusler

«Super Sache. Hoffentlich bleibt die Schwelle permanent oder wird noch erweitert.» So zufrieden sind nicht alle, die sich auf Facebook zur provisorischen Lösung an der Taastrasse in Degersheim äussern. Andere stören sich per se an «solchen Dingern» und weitere bezeichnen sie schlicht als «ökologischen Schwachsinn». Denn es werde abgebremst, einen tieferen Gang eingelegt und dann erst recht Vollgas gegeben.

Mehr oder weniger einig ist man sich hingegen darin, dass die Verkehrsbelastung zugenommen hat und die Strasse gefährlich geworden ist. Insbesondere für die Kinder, die hier auf dem Weg zur Kindertagesstätte Kieselstein die Strasse queren müssen.

Handlungsbedarf erkannt

Die Schwelle gibt es seit Anfang Monat. Grund für die Sofortmassnahme war das erhöhte Verkehrsaufkommen im Zusammenhang mit der Bautätigkeit der Nolato Treff AG. Diese führte dazu, dass die Verkehrssicherheit im unteren Teil der Taastrasse, sprich im Bereich der Einmündungen der Bach-, Feld- und Stickerstrasse, zunehmend als kritisch beurteilt wurde. Die Lösung ist provisorisch und soll nach Abschluss der Nolato-Bauarbeiten wieder entfernt werden. Gemeinderatsschreiber Andreas Baumann sagt:

Andreas Baumann, Gemeinderatsschreiber

Andreas Baumann, Gemeinderatsschreiber

Bild: PD
«Die Gummilippe ist für den Einsatz im Winter eher ungeeignet.»

Der Baustellenverkehr ist das eine. Der Transportverkehr zu und ab der Nolato Treff AG, welche in den vergangenen Jahren ein beträchtliches Wachstum generieren konnte, wird aber bleiben. Mit dem fünfgeschossigen Neubau vergrössert der Kunststoffverarbeiter die Produktionsfläche um 4000 Quadratmeter und erhöht die bisher 250 Arbeitsplätze auf rund 300. Bleiben werden auch die Kita-Kinder sowie der Fussgängerverkehr zum, beziehungsweise ab dem Coop und dem Dorfplatz.

Mit welchen Massnahmen gedenkt die Gemeinde, die Verkehrssituation zwischen der Hauptstrasse und dem Industriegebiet um die Nolato Treff AG zu verbessern? «Es gibt noch keine konkreten Pläne», sagt Andreas Baumann, räumt aber ein: «Dem Gemeinderat ist durchaus bewusst, dass Handlungsbedarf für eine langfristige Lösung besteht.» Die Schwelle sowie die Fussgängerführung mit den gelben Fussmarkierungen seien einerseits eine Sofortmassnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit während der Bauarbeiten der Nolato AG. Anderseits ermöglichten sie es, Erfahrungen zu sammeln.

Tempo 30 grundsätzlich möglich

Sicherheitsdefizite macht Baumann weniger beim Verkehr in Richtung Nolato denn in umgekehrter Fahrtrichtung aus. Denn östlich der Strasse führten mehrere vortrittsberechtigte Einfahrten zwangsläufig zu tieferen Tempi. Westseitig sei dies anders. Ob Tempo 30 eine Lösung sein könnte, lässt Baumann offen. Er sagt aber:

«Unter gewissen Voraussetzungen wäre auch das möglich.»

Allerdings müsste eine solche Massnahme von den Anwohnern unterstützt und mitgetragen werden. «Dies sieht auch der Kanton so vor.»