Verkehrsfragen im Mittelpunkt

Am Dienstagabend hat der Uzwiler Gemeinderat die Bevölkerung von Algetshausen zum Austausch eingeladen. In der Postbeiz offenbarten die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, was ihr Dorf bewegt und wo sie Handlungsbedarf sehen.

Christine Gregorin
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Die Haltestelle Algetshausen-Henau wird im Dezember geschlossen – als Ersatz werden Busse eingesetzt. (Archivbild: stu)

Die Haltestelle Algetshausen-Henau wird im Dezember geschlossen – als Ersatz werden Busse eingesetzt. (Archivbild: stu)

ALGETSHAUSEN. Die frühere Poststelle hat ihre Wichtigkeit beibehalten: Nach deren Schliessung Anfang Juli 2010 sind die Räume an der Sandbüelstrasse zur «Postbeiz» umfunktioniert worden. Und das ehemalige «Pöstler»-Ehepaar Edith und Josef Wild bewirtet die Gäste. Auf Einladung des Uzwiler Gemeinderats versammelten sich etliche der insgesamt 570 Einwohner von Algetshausen am zentralen Punkt im Dorf, wie sich Gemeindepräsident Lucas Keel ausdrückte.

Bahnhof und Ersatzbusse

«Was läuft denn jetzt genau mit unserem Bahnhof?», erkundigte sich ein Anwesender. Die Schliessung im Dezember 2013 stehe definitiv fest, daran gebe es nichts zu rütteln. Das S-Bahn-Konzept ist vorgegeben, eine Wiedereröffnung im Jahr 2018 stehe in den Sternen, stellte Lucas Keel einleitend fest. Nun gehe es darum, möglichst viel Einfluss auf das Ersatzangebot mittels Bussen zu nehmen. Hierbei seien Anschlüsse nach Uzwil und Wil geplant, während der Hauptverkehrszeiten im Halbstundentakt. Der momentan im Bau befindliche, neue Busbahnhof in Uzwil trage diesem Umstand Rechnung, dazu wird das Parkplatzangebot aufgestockt (die Wiler Zeitung hat berichtet). Per 2015/2016 soll zudem der Lipo-Kreisel in Wil fertiggestellt und somit auch die Verkehrssituation in diese Richtung wesentlich verbessert sein.

Testfahrten durchgeführt

Die Firma Regiobus Gossau hat den Zuschlag erhalten und zu Evaluationszwecken bereits Testfahrten durchgeführt: Die Verantwortlichen behaupten, in der Lage zu sein, den Taktfahrplan einhalten zu können, erklärte der Gemeindepräsident und gestand, dass ihm diese Aussage ein ungläubiges Lachen entlockt habe.

Trotz durch bei Annahme des kantonalen Entlastungsprogramms 2013 vorgesehener Kürzung oder gar Streichung des ÖV-Nachtangebots sei aufgrund der aktuell gültigen Versicherung der Betreiber der nächtliche Heimweg nach Algetshausen garantiert, bis und mit Abfahrt um drei Uhr morgens ab St. Gallen. «Der Vorteil des Busbetriebs ist, dass dieser näher an die Wohnsiedlungen herankommt», betonte Keel. Dafür müsse von einzelnen ein grösserer Zeitaufwand in Kauf genommen werden.

Unterführung sicherer machen

Auf Anfrage eines anderen Votanten bestätigte der Gemeindepräsident ausserdem, dass die Schliessung des Bahnhofs und die Inbetriebnahme des Busses nahtlos erfolgen werde. Momentan stünden die Haltestelle-Varianten Post und Bahnhof zur Diskussion, beantwortete der Gemeindepräsident eine weitere Frage. Neben dem Fussweg, der entlang den Gleisen bestehen bleiben soll, sei im Bereich der Unterführung ein Trottoir geplant. Diese Aussage liess die Emotionen kurzzeitig hochgehen. Besteht dieses Anliegen doch bereits seit zwanzig Jahren. Die einen sahen in der aus ihrer Sicht nach der Schliessung des Bahnhofs zu späten und damit unnötig gewordenen Verwirklichung des Trottoirs einen Affront, andere begrüssten den Entscheid angesichts der Tatsache, dass es sich bei jener Passage um einen frequentierten Schulweg handelt. Mit dem Wunsch nach einer gleichzeitigen Verbesserung der Beleuchtung der Unterführung endete die Debatte.

Premiere gelungen

Weitere Themen bildeten die Baustelle am Uzwiler Bahnhof, das Energiekonzept der Gemeinde Uzwil sowie das störend laute Rollmaterial im Güterverkehr. Die auf fairer und konstruktiver Basis und oft mit Humor vorgetragenen Voten bilden gemäss Lucas Keel den Beginn eines in Zukunft jährlich alternierend in einem der sieben zur Gemeinde Uzwil gehörenden Dörfer geplanten Gedankenaustauschs.