Verkehrsberuhigung
«Keine Raserstrecke»: Massnahmen, aber kein Tempo 30 am Zuzwiler Sonnenberg

Rechtsvortritt-Markierungen bei den seitlichen Einlenkern, farbliche Lichtprofileinschränkungen, ein Sackgasse-Schild mit der Aufschrift «Kinder! Langsam fahren» – das muss genügen. Die Sonnenbergstrasse wird nicht zur Tempo-30-Zone.

Andrea Häusler
Merken
Drucken
Teilen
Mit der Markierung des Rechtsvortritts der Seitenstrassen, farbigen Flächen sowie der Ergänzung des Sackgassen-Verkehrsschilds mit dem Vermerk «Kinder! Langsam fahren» soll der Verkehr verlangsamt werden.

Mit der Markierung des Rechtsvortritts der Seitenstrassen, farbigen Flächen sowie der Ergänzung des Sackgassen-Verkehrsschilds mit dem Vermerk «Kinder! Langsam fahren» soll der Verkehr verlangsamt werden.

Bild: Andrea Häusler

Die Sonnenbergstrasse ist eine rund 600 Meter lange Erschliessungsstrasse für die Liegenschaften am Südhang Zuzwils. Eine Sackgasse, die praktisch ausschliesslich von den Anwohnern und deren Besuchern befahren wird. Entsprechend bescheiden ist das Verkehrsaufkommen. Gemeindepräsident Roland Hardegger spricht von sechs bis acht Fahrzeugen pro Stunde im Tagesdurchschnitt. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h.

Einige Anwohner sind sich jedoch einig: Es wird zu schnell gefahren – vor allem aufwärts. Dem Missstand wurde wiederholt Nachdruck gegeben, unter anderem in einer «Sammeleinsprache» im Zusammenhang mit der geplanten und inzwischen nahezu fertiggestellten Terrassenüberbauung Sonnenberg. Hier werden im Herbst 15 Eigentumswohnungen bezugsbereit.

Fünf Prozent zu schnell unterwegs

Der Gemeinderat sicherte damals zu, für die Verkehrssicherheit eine nachhaltige Lösung zu suchen, beziehungsweise das Verkehrsregime mit verschiedenen Massnahmen einzuschränken. Entsprechend wurden im Herbst 2020 während zweier Monate Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Das Resultat: Rund fünf Prozent der Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs, 13 Prozent fuhren zwischen 30 und 40 km/h und rund 48 Prozent zwischen 40 und 50 km/h. «Von einer Raserstrecke kann folglich nicht die Rede sein», hält der Gemeinderat im jüngsten Gemeindeblatt fest.

Massnahmen wurden gleichwohl umgesetzt. So ist der Rechtsvortritt der Einlenker entlang der Sonnenbergstrasse (Rosen-, Reben-, Halden-, Säntis- und Alpsteinstrasse) durch Bodenmarkierungen sichtbar geworden. Ausserdem wurde, mit braun bemalten Flächen, das optische Lichtraumprofil eingeengt. Und bei der Einfahrt in die Sonnenbergstrasse fordert das Hinweisschild «Sackgasse/Kinder! Langsam fahren» zur Temporeduktion auf.

Keine kurzfristige Umsetzung möglich

Das muss vorderhand genügen. Eine Tempo-30-Zone, wie dies Ende März dieses Jahres in einem offenen Brief an den Gemeinderat gefordert wurde, gibt es zumindest vorderhand nicht. Einerseits setze die Einrichtung solcher Zonen mehrere zusammenhängende Strassen voraus und andererseits seien bauliche Massnahmen (seitliche Fahrbahnverengungen, Bremsschwellen etc.) zur Temporeduktion zwingend, heisst es im Gemeindeblatt. Zudem müsse die Einführung einer Tempo-30-Zone vor der Umsetzung öffentlich aufgelegt werden.

Optimierung der Verkehrssicherheit

Fakt ist, Tempo-30-Zonen lassen sich nicht kurzfristig umsetzen. Das bedeutet aber nicht, dass sie in der Gemeinde generell kein Thema sind. Gemeindepräsident Roland Hardegger sagt:

«Wir werden gemeindeweit prüfen, wo die Einführung von Tempo-30-Zonen sinnvoll sein könnte.»

Dies im Rahmen der für die Legislaturperiode 2021 bis 2024 festgelegten Ziele, von denen eines die Optimierung der Verkehrssicherheit und damit die Prüfung von Tempo-30-Zonen sowie Verbesserungen für den Langsamverkehr beinhaltet. Wobei entsprechende Massnahmen stets die Zusammenarbeit mit Verkehrsplanern, der Kantonspolizei, aber auch den Einbezug der Bevölkerung voraussetze, wie Hardegger sagt. Wie erfolgreich solche Projekte sein können, zeige die Entwicklung im Bereich der Herberg-/Hinterdorf-/Ifangstrasse, wo die Durchschnittsgeschwindigkeit von einst über 60 km/h auf heute 40 bis 45 km/h habe gesenkt werden können.