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Unterführung an der Augarten-Kreuzung: Die Gemeinderäte von Uzwil und Oberbüren sind dagegen

Wie soll das Uzwiler Verkehrsproblem gelöst werden? Zuletzt hatten sich zwei SVP-Kantonsräte für eine Unterführung starkgemacht. Die Gemeinden Uzwil und Oberbüren sowie der Kanton wollen davon aber nichts wissen. Eine Lichtsignalanlage steht im Fokus. Im April ist der Kantonsrat am Zug.

Simon Dudle
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Wiederholt staut es an der Augarten-Kreuzung. Die Sanierung wird nun konkreter.

Wiederholt staut es an der Augarten-Kreuzung. Die Sanierung wird nun konkreter.

Bild: Philipp Stutz

Immer wieder das gleiche Spiel: Jeweils am Morgen und Abend staut es an der Augarten-Kreuzung vor den Toren Uzwils. 17'500 Fahrzeuge fahren im Mittel pro Tag durch, an Spitzentagen weit über 20'000. Oftmals staut es zurück bis zur Firma Bühler. Oder auch bis nach Niederuzwil. Kommt dazu, dass das Autobahn-Anschlusswerk alles andere als sicher ist. Vor allem das Linksabbiegen birgt Gefahren und hat in den vergangenen Jahren auch schon zu Unfällen mit Verletzten geführt.

Dass Handlungsbedarf besteht, ist unbestritten. Die zuständige Regierungsrätin Susanne Hartmann sprach an einem Informationsanlass am Freitagabend im Uzwiler Gemeindesaal gar von «dringendem Handlungsbedarf». Wie die Sanierung aber erfolgen soll, darüber scheiden sich seit Jahren die Geister. Einst war ein Kreisel in Prüfung. Die Idee wurde verworfen. Zuletzt machten sich die beiden SVP-Kantonsräte Damian Gahlinger (Niederhelfenschwil) und Bruno Dudli (Sonnental) dafür stark, dass eine Unterführung gebaut und der Verkehr somit entflochten wird.

Warum die Gemeinderäte dagegen sind

Auch Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel war bei einer der beiden von Gahlinger und Dudli organisierten Begehungen vor Ort dabei. Eine Unterführung kommt für Keel allerdings nicht in Frage. Und das aus mehreren Gründen. Keel sagt:

«Die Fahrbahn müsste mindestens 6,5 Meter tief unter der Augarten-Kreuzung zu liegen kommen. Der Höhenunterschied auf der gesamten Strecke beträgt somit rund 20 Meter. Man könnte also recht flach in die Unterführung einfahren. Der Anstieg wäre dann aber mit rund 10 Prozent zu steil und für den Schwerverkehr nicht zu bewältigen.»

Zudem würde die Rampe bis in den Bereich des Aldi-Lichtsignals reichen. «Wir hatten eine solche Unterführung schon im Jahr 2015 skizziert, dann aber wieder verworfen. Es handelt sich um ein riesiges Bauwerk. Der Stau würde sich ins Ortsgebiet von Uzwil verschieben», sagte Keel. Vergleiche mit Flawil, wo eine Unterführung unter der SBB-Bahnstrecke errichtet wurde, lässt er nicht gelten, da dort eine längere Strecke zur Verfügung stehe.

Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel

Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel

Bild: PD

Ähnlich sieht es Alexander Bommeli, Gemeindepräsident von Oberbüren. Auch er spricht sich gegen eine Tunnelvariante aus, weil er davon ausgeht, dass mit einer Lichtsignalanlage der Verkehr auch beim Sonnental-Kreisel auf Oberbürer Ortsgebiet besser gesteuert werden könnte.

Keel: «Bauzeit ist inakzeptabel»

Auch für den Kanton St.Gallen, welcher beim Projekt Augarten federführend ist, kommt eine Unterführung nicht in Frage und er macht sich für eine lichtsignalgesteuerte Kreuzung stark. An den nächsten beiden Sessionen des Kantonsrats wird der Augarten behandelt. Die vorberatende Kommission hat sich mehrheitlich nicht auf eine Tunnelvariante eingelassen, obwohl Gahlinger und Dudli dieser Kommission angehören.

Geplant ist, dass kommendes Jahr mit der Sanierung begonnen wird. Zuerst ist der Autobahnanschluss an der Reihe, für welchen der Bund verantwortlich zeichnet. Per 2024 soll das Anschlusswerk instand gestellt sein. Ebenfalls 2024 soll es dann mit der Sanierung der Augarten-Kreuzung losgehen – vorausgesetzt, es gibt keine Verzögerungen und Einsprachen. 2026 wäre die Sanierung abgeschlossen. Für Lucas Keel ist eine dreijährige Bauzeit allerdings zu lang. «Da muss mehr Zug hineinkommen. Die Bauzeit ist inakzeptabel», sagte Keel in Richtung der kantonalen Planer.