Verhältnisse bleiben gleich

Durch die Erneuerungswahl vom Sonntag kommt es zu keinen grossen Verschiebungen. Die Bürgerlichen verfügen erneut über eine 70-Prozent-Mehrheit. Auch der Frauenanteil ist unverändert.

Philipp Haag
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Michael Fischer von den Grünen Prowil rutscht im Parlament für Daniel Stutz nach. (Bild: PD)

Michael Fischer von den Grünen Prowil rutscht im Parlament für Daniel Stutz nach. (Bild: PD)

Bei den Wahlen vom Sonntag ins Wiler Stadtparlament war die SVP die grosse Siegerin. Die Partei konnte ihre Anzahl Sitze von sieben auf neun erhöhen. Nun ist von einem Rechtsrutsch in der Legislative die Rede. Der Rechtsrutsch findet aber nicht derart ausgeprägt statt wie vermutet. Die SVP gewann ihre Sitze auf Kosten der CVP, die vier Sitze einbüsste und nun ebenfalls über neun im Stadtparlament verfügt. Die FDP konnte ihre acht Sitze halten, die EVP und die GLP ihren Sitz jeweils verteidigen. Die Bürgerlichen besetzen 28 der 40 Sitze, was einer 70-Prozent-Mehrheit gegenüber den zwölf Sitzen (30 Prozent) im linksgrünen Lager entspricht (Grüne Prowil: sechs Sitze; SP: sechs Sitze). In den vergangenen vier Jahren bestand das Verhältnis der bürgerlichen Parteien zum linksgrünen Spektrum 72 zu 28 Prozent. CVP, EVP, FDP, SVP und GLP hielten zusammen 32 der 45 Sitze, SP und Grüne Prowil 13.

Stadtparlament auf 40 Sitze reduziert

Die politischen Verhältnisse bleiben in der neuen Legislatur gleich, obwohl das Stadtparlament auf 40 Sitze reduziert wird. Dies hatten die Wiler Stimmberechtigten bestimmt, als sie im Februar die neue Gemeindeordnung genehmigten. Auch beim Frauenanteil ergibt sich keine markante Veränderung. War das Verhältnis in der nun zu Ende gehenden Amtszeit 78 zu 22 Prozent (35 Männer und zehn Frauen), besteht es in der neuen Legislatur 80 zu 20 Prozent (32 Männer und acht Frauen). Zu finden sind die Parlamentarierinnen in den Reihen der CVP, der SVP, der SP und der GLP. Auch beim Wohnort kommt es zu keinen markanten Verschiebungen, obwohl der Wahlkreis Bronschhofen/Rossrüti beim Urnengang vom Sonntag wegfiel. Stammten in der Legislatur 2013 bis 2016 35 Parlamentsmitglieder aus Wil (78 Prozent) und zehn aus Bronschhofen/Rossrüti (22 Prozent), sind es ab dem neuen Jahr 33 aus Wil (82 Prozent) und sieben aus Bronschhofen/Rossrüti (18 Prozent).

Unter den Wilern figuriert auch Michael Fischer, da es bei den Grünen Prowil noch zu einem Wechsel kommt. Daniel Stutz (Bronschhofen) wurde nicht nur in den Stadtrat gewählt, er verteidigte auch seinen Sitz im Stadtparlament. Durch den Einzug in die Exekutive kann er das Mandat in der Legislative nicht ausüben, womit der erste Nichtgewählte auf der Liste der Grünen Prowil, Michael Fischer, nachrutscht. Er freut sich, den Sitz übernehmen zu können, und nimmt die Wahl gerne an. «Dafür habe ich kandidiert.»