Vereidigung legitimiert die Polizisten

Am Freitagabend wurden in der Kirche in Kirchberg 32 Absolventen der Polizeischule Ostschweiz vereidigt und in das Korps der Kantonspolizei St. Gallen aufgenommen.

Zita Meienhofer
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Kirchberg. Sie sind zwischen 21 und 36 Jahren jung, gelernte Kindererzieherin, Bäcker-Konditor, Polymechaniker, Detailhandelsangestellter, Zimmermann, Winzer oder Kauffrau. Sie kommen aus Buchs, Walenstadt, Jonschwil, Jona, Widnau oder Engelburg. Sie haben nun während eines Jahres die Polizeischule Ostschweiz in Amriswil besucht und die Berufsprüfung erfolgreich bestanden. Sie, das sind acht Damen und 24 Herren, die am Freitagabend vereidigt und ins Korps der Kantonspolizei St. Gallen aufgenommen wurden.

Der feierlichen Zeremonie in der Kirche in Kirchberg wohnten viele Gäste – oft Angehörige der erfolgreichen Absolventen oder der Polizei – sowie auch Interessierte bei.

An Tradition festhalten

«Herzlich willkommen, ich wünsche Ihnen alles Gute.» Karin Keller-Sutter, Regierungsrätin und Vorsteherin des Sicherheits- und Justizdepartements des Kantons, gab jeder neuen Polizistin, jedem neuen Polizisten einzeln über der Kantonsflagge die Hand. Zuvor sprachen alle gemeinsam mit erhobenen Schwurfingern die Eidesformel nach.

Während andere Angestellte des Kantons seit Juli 1996 – dem Vollzugsbeginn des Staatsverwaltungsgesetzes – nicht mehr vereidigt werden, hält die Kantonspolizei an dieser Tradition fest. «Und dies mit guten Grund», sagte Regierungsrätin Karin Keller-Sutter. Die Kantonspolizei sei der Garant für Sicherheit, Ordnung und Ruhe.

Nur Polizistinnen und Polizisten dürfen – und müssen manchmal – auch körperliche Gewalt ausüben, um ihren Auftrag durchzusetzen. «Sie tragen dazu die Uniform als äusserliches Symbol und werden mit dem feierlichen Akt der Vereidigung legitimiert.» Diese Zeremonie sei ein Akt der Stabilität, Sicherheit und Konstanz, so Karin Keller-Sutter.

Ein Akt, der signalisiere, dass hier Mitarbeitende des Kantons für Sicherheit sorgen, und dies schaffe Rechtssicherheit und Vertrauen.

In intaktem Umfeld eingebettet

Im Weiteren ging die Departementsvorsteherin auf den Auftrag der Polizei ein und zeigte sich glücklich, dass der Kanton im Jahr 2003 und im vergangenen Jahr nochmals einer deutlichen Aufstockung des Korpsbestandes zugestimmt hat.

Dies ermögliche nicht nur, so gut als möglich für die örtliche öffentliche Sicherheit zu sorgen, sondern lasse auch zu, neue Einsatzelemente zu bilden wie der polizeiliche Jugenddienst, die Fahndungs- und Ermittlungsdienste in der Region, das neue Beweissicherungs- und Festnahmeelement. Zum Schluss ging Keller-Sutter auf das Beziehungsnetz der neuen Polizisten ein – ein intaktes Umfeld, das sie als sehr wichtig empfindet – und bedankte sich bei den Angehörigen für deren Unterstützung.

Auch Alfred Schelling, Kommandant der Kantonspolizei St. Gallen, betonte, wie wichtig ein unterstützendes Umfeld für Polizisten sei. «Kaum ein anderer Beruf verlangt, dass man sich mit der ganzen Palette des menschlichen Lebens befasst. Dazu gehören schöne Momente, aber auch der Blick in die menschlichen Abgründe», so Schelling.

Nach dem festlichen Akt in der Kirche, der von der Polizeimusik unter der Leitung von Ivo Mühleis umrahmt wurde, stärkten sich die neuen Polizistinnen und Polizisten bei einer Feier für den kommenden Polizei-Alltag.