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Verbote oder Selbstverantwortung? Grünliberale luden zum Podium nach Flawil

Wie viel Staat ist nötig, um Unternehmertum und Umweltschutz in Einklang zu bringen? Nationalratskandidaten suchten in Flawil nach Antworten.
Christof Lampart
Sie diskutierten engagiert über Wirtschafts- und Umweltfragen: Oliver Schmid-Schönbein, Andreas Bisig, Marcel Dobler, Jacqueline Gasser-Beck und Manuela Ronzani. (v.l.)Bild: Christof Lampart

Sie diskutierten engagiert über Wirtschafts- und Umweltfragen: Oliver Schmid-Schönbein, Andreas Bisig, Marcel Dobler, Jacqueline Gasser-Beck und Manuela Ronzani. (v.l.)Bild: Christof Lampart

«Regulatorischer Spielraum zur Förderung nachhaltigen Unternehmertums» – dieses Thema diskutierten die Nationalratskandidaten Oliver Schmid- Schönbein (GLP), Andreas Bisig (Jung GLP), Manuela Ronzani (Jung SVP) sowie Nationalrat und Ständeratskandidat Marcel Dobler (FDP) unter der Moderation der St.Galler GLP-Stadtparlamentarierin Jacqueline Gasser. Rund 20 Personen waren der Einladung der Kantonalpartei der Jungen Grünliberalen ins «Rössli», Flawil, gefolgt.

Steht ein Windrad im Garten …

Oliver Schmid-Schönbein verwies auf die Unterschiede zwischen der Schweiz und dem Kanton St.Gallen in Sachen CO2-Ausstoss. Während sich national Verkehr, Haushalte und Industrie/Gewerbe bezüglich der CO2-Produktion prozentual fast Dritteln liessen, sehe dies im Kanton St.Gallen anders aus. Hier entfielen 48 Prozent der 47,2 Tonnen Treibhausgase pro Einwohner und Jahr auf den Verkehr, 34 Prozent auf die Haushalte und 18 Prozent auf Industrie/Gewerbe.

Für Schmid-Schönbein ist klar, dass Individuen und Firmen mehr Verantwortung in der Stromproduktion übernehmen und die Zeit der grossen Energiekraftwerke vorbei sein müssen. Wenn auf jedem Dach eine Fotovoltaikanlage oder in jedem Garten ein Windrad stünde, könnte der Energiebedarf aller gedeckt werden. Um diesen Schritt werde man nicht herumkommen, wolle man das Klimaziel des Pariser Abkommens erreichen, so Schmid-Schönbein. Das Abkommen sieht vor, die durchschnittliche globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Angestrebt wird ein maximaler Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius und so das Erreichen von «Klimaneutralität».

SVP: Selbstverantwortung übernehmen

Manuela Ronzani wünscht sich zwar einen griffigen Klimaschutz, betonte jedoch, dass dieser auf technologischen Innovationen gründen solle. «Für mich bedeutet eine liberale Umweltpolitik einen Staat, der gute Bedingungen für Wettbewerb und Investitionen schafft, sodass die Unternehmen Selbstverantwortung beim Erreichen der Klimaziele übernehmen. Es ist besser, positives Verhalten zu belohnen statt negatives zu bestrafen.»

Dobler: Keine Denkverbote

Nationalrat Marcel Dobler forderte, bei der Suche nach Lösungen von Denkverboten bezüglich Technologien Abstand zu nehmen. Selbst das politisch heute kaum durchsetzbare Ersetzen alter AKWs durch etwaige neue, wollte der Liberale nicht ausschliessen.

Zwar sei die Entsorgung des radioaktiven Mülls nicht geklärt, aber die neuen AKWs wären garantiert sicherer als die alten. Dies wäre ein gangbarer Weg, um das Klimaziel zu erreichen. Schliesslich habe es sich seit dem Ja zur Energiestrategie 2050 gezeigt, dass nicht jeder, der damals dafür war, heute auch einen Windpark in seiner Nähe haben wolle.

Bisig: Verbote brächten Planungssicherheit

Andreas Bisig verlangte hingegen einen Stopp in Sachen Atomkraft, denn die Entsorgung sei noch lange nicht geregelt. Er begrüsse es, wenn der Staat Verbote für veraltete Energieträger und -technologien ausspräche. «Wenn wir uns gegen die Atomkraft und den Einbau von Erdölheizungen aussprechen würden, dann hätten alle Beteiligten rechtliche Planungssicherheit. Und aus dieser neuen Ausgangslage könnte dann Raum für innovative Ideen und Projekte entstehen, welche Umwelt und Wirtschaft zugute kämen», sagte Bisig am Podium.

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