Vandalen verunstalten in Uzwil SVP-Plakate mit Hakenkreuz und anderen Nazi-Symbolen

In Uzwil haben Unbekannte nicht zum ersten Mal mehrere Plakate verunstaltet. Für die SVP eine «hirnlose Aktion».

Philipp Stutz
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In Uzwil haben SVP-Plakate einen schweren Stand, wie dieses Beispiel zeigt.

In Uzwil haben SVP-Plakate einen schweren Stand, wie dieses Beispiel zeigt.

Bild: PD

Plakate von SVP-Politikern geraten regelmässig ins Visier von Vandalen. Auch in Uzwil. So haben am Wochenende Unbekannte verschiedene Affichen an der Brumoosstrasse und in der näheren Umgebung mit Hakenkreuzen und anderen Nazi-Symbolen verunstaltet. Marco Baumann, Präsident der SVP Uzwil, findet deutliche Worte:

«Die aufgeschmierte Symbolik bewegt sich unter der Gürtellinie und ist eine hirnlose Respektlosigkeit.»

«Dieses Vorgehen dokumentiert, was ein Teil der Gesellschaft unter Meinungsfreiheit und dem Einstehen unserer Werte versteht.» Leider sei immer mit solchen Aktionen zu rechnen. Von der Aktion sind mehrere Kandidierende betroffen, deren Konterfei verschmiert wurde.

SVP verzichtet auf Strafanzeige

Baumann geht davon aus, dass es sich bei den «Künstlern» um linke Antifaschisten oder schlecht ausgebildete Jungbürger handelt. Da sich der Lehrplan 21 auf verschiedene Themen konzentriere, nur nicht auf Geschichte, sei bei gewissen Kreisen offensichtlich eine Bildungslücke auszumachen.

«Diesen Leuten sollte man eine zusätzliche Geschichtsstunde aufbrummen.»

Dann würden sie erkennen, dass sich der Nationalsozialismus aus einer linken Ideologie heraus entwickelt habe.

Plakate werden von den Kandidierenden aus dem eigenen Sack bezahlt. Vorsorglicherweise würden jeweils lieber zu viele Plakate bestellt, sagt der SVP-Präsident. Die Affichen sind in der Zwischenzeit wieder ausgewechselt worden. «Auf eine Strafanzeige haben wir verzichtet», sagt Baumann. Das sei ohnehin aussichtslos. Es sei denn, die Missetäter könnten in flagranti ertappt werden.

Doch die SVP setze ihre politische Arbeit unbeirrt fort und werde sich weiterhin für die Schweiz und deren Werte stark machen. «Dummheit und Unwissen werden über kurz oder lang verlieren», ist Baumann überzeugt. Doch es brauche Mut, dagegen anzukämpfen.

Gleiches Vorgehen bei Ständeratswahlen

Bereits bei den Ständeratswahlen waren in Uzwil Plakate des SVP-Kandidaten Mike Egger verschmiert worden. Auch Kandidaten anderer Parteien hatten sich mit solchen Aktionen zu befassen. Besonders übel traf es die FDP-Ständeratskandidatin Susanne Vincenz-Stauffacher. Doch hatte das keinen Einfluss auf die Wahlen.

Egger und Stauffacher verfehlten zwar den Einzug in den Ständerat. Bei den Wahlen in den Nationalrat konnte der Bernecker Jungpolitiker seinen Sitz aber unerwartet deutlich verteidigen. Und auch Susanne Vincenz-Stauffacher konnte neu in die grosse Kammer einziehen.

«Es gibt in sämtlichen Regionen des Kantons vereinzelt solche Aktionen», sagt Ivan Louis vom SVP-Kantonalsekretariat.

«Die Polparteien scheinen etwas stärker betroffen zu sein als die politische Mitte.»

Das sei aber ein rein subjektiver Eindruck. Eine Häufung solcher Vorkommnisse gegenüber vergangenen Wahlkämpfen sei nicht festzustellen. Der Wahlkampf scheine grundsätzlich fair zu verlaufen, jedoch sei teilweise eine Diskrepanz zwischen vertretener Haltung im Wahlkampf und der Tätigkeit in Kantonsrat und Regierung zu verzeichnen. Das sei insbesondere in der Spitalstrategie zu spüren.

Glosse

Plakate und Slogans der Parteien: Keine Hilfe bei den Wahlen

Pizza zum Zmittag, oder doch Älplermagronen? Eine Frage, welche die meisten intuitiv beantworten können. Ein Abwägen von Pro und Kontra ist dafür kaum nötig. Bei den Wahlen der Volksvertreter in Bern hingegen scheinen sich viele schwerzutun mit einer Entscheidung.
Gianni Amstutz