UZWIL/ST.GALLEN
Augartenkreuzung: Abklärungen laufen, ob Abwasserbehandlung vorgezogen wird

Im April hat eine unheilige Koalition im Kantonsrat das Projekt zum Umbau der Augartenkreuzung beerdigt. Damit ist auch die Schaffung einer Anlage zur Behandlung der Strassenabwässer gestorben, die weiterhin ins Naturschutzgebiet fliessen.

Martin Knoepfel
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Das Naturschutzgebiet bei der Augartenkreuzung in Uzwil umfasst unter anderem zwei Teiche. Heute fliesst Meteorwasser von der Strasse in diese Teiche.

Das Naturschutzgebiet bei der Augartenkreuzung in Uzwil umfasst unter anderem zwei Teiche. Heute fliesst Meteorwasser von der Strasse in diese Teiche.

Bild: Larissa Flammer

In der April-Session dieses Jahres beschloss der Kantonsrat, nicht auf das Strassenbauprojekt zum Umbau der Augartenkreuzung in Uzwil einzutreten (Bericht in dieser Zeitung). In einer Interpellation wies deshalb Kantonsrätin Jeannette Losa (Grüne / Mörschwil) darauf hin, dass mit dem Projekt ebenfalls ökologische Verbesserungen für das Naturschutzgebiet bei der Augartenkreuzung vorgesehen waren.

Seit kurzem liegt die Antwort des Kantons vor. Darin schreibt der Regierungsrat, dass mit dem Strassenabwasser unter anderem umweltschädliche Stoffe in die Weiher des Naturschutzgebiets gespült würden. Die Tierbestände – es geht vor allem um Amphibien und um Libellen – nähmen ab.

Das Naturschutzgebiet wurde 2006 angelegt und ist seit 2019 rechtskräftig festgelegt. Unter anderem dienen zwei künstliche Weiher als Rückhaltebecken für Wasser. Geplant war beim Umbauprojekt unter anderem eine Anlage zur Behandlung der Strassenabwassers, damit dieses nicht mehr die Rückhaltebecken belastet. In ihrem Vorstoss erkundigte sich Jeannette Losa zudem, wie und bis wann der Regierungsrat die weitere Verschmutzung des Naturschutzgebiets jetzt stoppen wolle.

Heutige Form der Kreuzung hat Bestandesgarantie

Zu Beginn hält die Antwort fest, dass die heutige Gestalt der Augartenkreuzung dem Projekt von 1985 folgt, das die damals gültigen Vorschriften erfüllte. Es besitzt deshalb eine Bestandesgarantie. Seither hat das Gesetz geändert. Heute wäre es nach der Einschätzung des Regierungsrats schwierig, eine Bewilligung für ein Projekt zu bekommen, das verschmutztes Strassenwasser in ein Naturschutzgebiet leitet.

Wenn die Kreuzung umgestaltet wird, muss sie die heutigen Anforderungen erfüllen. Weil unbestritten sei, dass die Kreuzung saniert werden müsse, werde das Baudepartement dem Kantonsrat ein neues Projekt vorliegen. Terminlich legt sich das Baudepartement aber nicht fest.

Sanierung der Entwässerung und der Kreuzung trennen?

Zudem klärt das Departement laut Interpellationsantwort momentan ab, ob man die Entwässerung der Strasse auch getrennt von der Sanierung der Kreuzung verbessern kann. Allerdings schreibt der Regierungsrat auch, dass der Kanton Anpassungen an Entwässerungsanlagen aus Prinzip zusammen mit Strassensanierungen projektiere, weil die konkrete Gestaltung der Entwässerungsanlagen von der Ausgestaltung und den Ausmassen der Strassen abhängig seien.

Unklar ist schliesslich, ob es in anderen Gemeinden des Kantons ähnliche Fälle gibt. Das Baudepartement kenne aber keine weiteren Strassen, bei denen mittelschwer bis stark belastetes Abwasser in ein Naturschutzgebiet geleitet werde.

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