Uzwils Futsaler sind zum Spitzenteam gewachsen – «Wir haben einfach Freude am Spielen»

Die Futsal-Mannschaft des FC Uzwil spielt in seiner fünften Saison um den Aufstieg in die höchste Liga. Der Weg dahin war beschwerlich.

Urs Nobel
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David Levi (Trainer, links) und Dave Obrist gehören zu den Mitbegründern des Uzwiler Futsal-Teams.

David Levi (Trainer, links) und Dave Obrist gehören zu den Mitbegründern des Uzwiler Futsal-Teams.

Bild: Urs Nobel

Sie erinnern sich noch gut an die Anfangszeiten in der Saison 2015/16: David Levi, heutiger Trainer und damaliger Spieler von Futsal Uzwil, und Dave Obrist, Mitbegründer und Toptorschütze des Teams. «Wir wollten die Winterpause mit Fussball überbrücken und nahmen in der damaligen regional ausgerichteten NLB an der Meisterschaft teil.» Sie betonen:

«Wir sind damals wie heute Freunde, die in erster Linie ihren zusätzlichen, gemeinsamen Spass an der Sache haben wollten.»

Die erste Saison misslang komplett. Die Spieler hatten geglaubt, sie wären spielstark genug, um vorne mitzuspielen. Doch sie mussten zuerst ihre Erfahrungen sammeln und entwickelten sich erst in der zweiten Saison zu einem ernst zu nehmenden Team. Dank dem zweiten Rang durften die Uzwiler um den Aufstieg spielen, erreichten diesen jedoch knapp nicht.

Im zweiten Anlauf gelang der Aufstieg in die zweithöchste Liga

Nur ein Jahr später zahlte sich die gewonnene Erfahrung aus: Das Team stieg in die neu geschaffene «Second League», die zweithöchste schweizerische Liga auf. Erneut galt es, Fuss zu fassen. Und wiederum tat sich die Mannschaft schwer – beinahe wäre es zum Abstieg gekommen.

Obwohl noch drei Spiele in der Qualifikation auszutragen sind, kann der FC Uzwil Futsal nicht mehr von der Spitzenposition verdrängt werden.

Obwohl noch drei Spiele in der Qualifikation auszutragen sind, kann der FC Uzwil Futsal nicht mehr von der Spitzenposition verdrängt werden.

PD

Aber auch diese Phase gehört unterdessen der Vergangenheit an. Die Uzwiler haben sich für diese Saison den Ligaerhalt vorgenommen. Doch nun stehen sie drei Runden vor Abschluss der Meisterschaft in ihrer Gruppe unangefochten an der Tabellenspitze und können nicht mehr verdrängt werden. Obrist sagt:

«Unsere Gegner haben sich das Leben gegenseitig schwer gemacht – davon konnten wir profitieren.»

So können sich die Uzwiler bereits aufs Playoff vorbereiten. Ihre Chancen stehen gut, zum dritten Mal in fünf Jahren an Aufstiegsspielen teilzunehmen.

Wegen Hirnerschütterungen als Spieler aufgehört

Trainer Levi lief anfänglich noch als Spieler auf. Mit Erfolg: In der ersten Saison gehörte er nebst Obrist zu den Topskorern des Teams. Wegen zu vielen Hirnerschütterungen hörte er als Spieler auf und ist seither Coach der Mannschaft. «Ich habe dafür extra einen Trainerkurs besucht», sagt er.

Obrist, Levi, Sandro Studer und Amer Ramdedovic übernehmen im Team die Verantwortung. Mit 20 Spielern ist das Kader eher gross: Ein bewusster Entscheid, um Überschneidungen mit Fussball-Meisterschaftspartien, Trainingsspielen und -lagern oder mit familiären Plänen vorzubeugen. «So haben wir im Training oder an Meisterschaftsspielen immer genügend Spieler», sagt Obrist.

Futsaler engagieren sich auch abseits des Spielfelds

Die Futsal-Spieler können sich keineswegs wie im Stammverein einfach nur auf den Sport konzentrieren. Alle müssen irgendwie mithelfen, damit die Finanzen im Lot bleiben, an Heimspielen eine Festwirtschaft betrieben werden kann – und damit es für Auswärtspartien genügend Mitfahrgelegenheiten gibt. Obrist sagt:

«Das klappt wunderbar. Wir ziehen alle am gleichen Strick»

Die ältere Generation des Teams war früher in der Nacht vor den Spielen im Ausgang. Dazu sagt Obrist: «Das überlassen wir heute den Jungen. Wir Älteren haben unterdessen Frau und Kind und sind nicht mehr so viel und vor allem nicht mehr so lange im Ausgang.» Heutige 20-Jährige seien zwar nicht resistenter als sie früher, so Obrist weiter, «aber sie müssen auch ihre Erfahrungen machen.»

Das Umschaltspiel und die Defensive sind ihre Stärken

Wenn Trainer Levi die Leistungen seit den Anfängen analysiert, sieht er die Erfahrung im Team als Erfolgsfaktor: «Wir sind kaum mehr nervös vor und während dem Spiel». Als Stärken sieht er das schnelle Umschaltspiel und die Verteidigungsarbeit – wir sind das beste Defensiv-Team.»

Die Uzwiler Futsaler trainieren in einer eher kleinen Halle. «Ich bedaure, dass wir deswegen vieles nicht üben können», sagt Levi. Es wurde mehrmals versucht, einen Platz in einer Dreifachhalle zu finden. Dass es nicht geklappt habe, sei nicht schlimm, sagt Obrist: «Wir sind sowieso nicht die Typen, die im Training Taktik und Standards üben wollen. Wir haben einfach Freude am Spielen.»

Das Futsal-Team des FC Uzwil spielt am Sonntag ab 13 Uhr im zürcherischen Herrliberg gegen Klingnau.